Neues aus dem Ausland am Freitag

Blick bei Sonnenuntergang vom Zuckerhut über die Bucht von Rio de Janeiro mit Copacabana, Ipanema, der Christusstatue und unzähligen Booten im Wasser. Foto: Rüegsegger
Blick bei Sonnenuntergang vom Zuckerhut über die Bucht von Rio de Janeiro mit Copacabana, Ipanema, der Christusstatue und unzähligen Booten im Wasser. Foto: Rüegsegger

«Pravda»: Papst warnt zu Recht vor Gefahren der KI

BRATISLAVA: Die slowakische Tageszeitung «Pravda» schreibt am Freitag zur kürzlichen Warnung von Papst Leo XIV. vor den Gefahren in Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI):

«Die menschliche Zivilisation steckt inmitten eines Wettrüstens im Bereich der KI. Die Tech-Firmen investieren Milliarden Dollar in Systeme, die eine Neugestaltung des Wissens, der Arbeit, der Kriege, Politik und womöglich überhaupt des menschlichen Bewusstseins versprechen. Die öffentliche Diskussion schwankt zwischen Utopismus und Panik. In diese Diskussion hat sich jetzt eine der ältesten Institutionen der Welt eingebracht, um vor einem Wettlauf gegen die Wand zu warnen. (...)

Der Papst hat die Ähnlichkeit zur Industriellen Revolution verstanden. (...) Damals veränderten Fabriken und mechanisierte Produktion die Gesellschaft schneller, als sich die politischen Institutionen daran anpassen konnten, was zu einer außerordentlichen Konzentration an Reichtum und zugleich extremer Armut führte. (...)

Der Vatikan stellt dem einen Blick auf die Zukunft der Menschheit gegenüber, die auf der Überzeugung fußt, dass die Menschen mehr sind als Systeme zur Informationsverarbeitung und dass unsere emotionalen Eigenheiten ebenso wichtig sind wie unsere kognitiven Fähigkeiten. Wir sind einzigartige Wesen, fähig zu Liebe, Freundschaften, Gewissen, Verantwortung, Leid und Freude sowie moralischem Urteilsvermögen. Unsere Werte lassen sich nicht auf Produktionsziffern oder Marktwert reduzieren.»


Wal nach Freisetzen wieder Richtung Ostsee unterwegs

SCHWERIN: Der oft «Timmy» genannte Buckelwal war in den Tagen nach seiner Freisetzung gleich wieder in der Ostsee unterwegs. Das verraten Bewegungsdaten.

Der Anfang Mai in der Nordsee freigesetzte Buckelwal hat sich anschließend gleich wieder in Richtung Ostsee bewegt. Das ging aus Senderdaten hervor, die Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin vorstellte.

Das mehrfach an Ostseeküsten gestrandete Tier war Ende April in einer umstrittenen Aktion in die Nordsee gebracht und am 2. Mai freigesetzt worden. Den Daten zufolge lebte es wohl noch bis zum 6. oder 7. Mai. Am 14. Mai wurde der oft «Timmy» genannte Buckelwal - ein Weibchen - tot an der dänischen Insel Anholt angespült.

Backhaus bezeichnete den Rettungsversuch erneut als rechtlich und fachlich vertretbar.


Buckelwal absolvierte nach Freilassung rund 200 Kilometer

SCHWERIN: Als er starb, trug der oft «Timmy» genannte Buckelwal einen Sender. Jetzt sind die darauf gespeicherten Daten fertig ausgewertet worden.

Der oft «Timmy» genannte Buckelwal hat nach seiner Freilassung durch eine private Initiative vor Skagen rund 215 Kilometer absolviert. Das habe die Auswertung des am Wal befestigten Senders gezeigt, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) bei der Vorstellung der Daten in Schwerin.

Bisher sei nur der Bewegungsradius klar, die anderen Daten müssten noch ausgewertet werden. «Der am Wal befestigte Sender hat vom 2. bis zum 7. Mai Daten geliefert.» Die Senderdaten ermöglichen laut Ministerium einen Einblick in die Bewegungen des Wals nach seiner Freisetzung am 2. Mai und lieferten wichtige Erkenntnisse für die Gesamtbewertung des Falls. Der Wal war am 14. Mai tot vor der dänischen Insel Anholt treibend entdeckt worden.


«The Times»: Starmers Glaubwürdigkeit in der Nato ist dahin

LONDON: Der britische Verteidigungsminister John Healey ist im Streit um den Verteidigungsetat zurückgetreten. Dazu meint die Londoner «Times» am Freitag:

«Gut gemacht, John Healey. Der nun ehemalige Verteidigungsminister hat gezeigt, dass es selbst in Zeiten der Oberflächlichkeit, in denen Politik eher ein Karriereweg als eine Berufung ist, noch Politiker gibt, die zwischen nationalem Interesse und Parteiinteresse unterscheiden und dies richtig gewichten können. Monatelang kämpfte John Healey hinter den Kulissen darum, angesichts der Bedrohung durch Russland und der längerfristigen Herausforderung durch China eine angemessene Finanzierung für die Streitkräfte sicherzustellen.

Ein treuer Labour-Politiker, loyaler Kabinettsminister und Teamplayer, der darauf verzichtete, seiner Frustration in informellen Gesprächen Luft zu machen, wurde durch die Schwäche des Premierministers und die Unnachgiebigkeit der Finanzministerin zum Rücktritt getrieben. (.)

Die strategische Kurzsichtigkeit, die Sir Keir Starmer und Rachel Reeves damit an den Tag legten, ist charakteristisch für die Labour-Fraktion im Parlament, die die unseriöseste und intellektuell dürftigste ist, die jemals an die Macht gekommen ist.

Diese Regierung räumt Sozialleistungen für Arbeitsunwillige und der Einrichtung weiterer Zebrastreifen Vorrang vor der Landesverteidigung ein. Sir Keirs Glaubwürdigkeit in der Nato und auf der internationalen Bühne ist dahin. Dafür ist er selbst verantwortlich.»

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.