Neues aus dem Ausland am Mittwoch

Foto: Rüegsegger
Foto: Rüegsegger

Berichte über Angriffe bei Teheran

TEHERAN: Explosionen nahe der iranischen Hauptstadt reißen Bewohner aus dem Schlaf. In sozialen Medien ist von einer Angriffswelle die Rede, Behörden äußern sich bislang nicht zur Ursache.

Nahe der iranischen Hauptstadt Teheran haben sich mitten in der Nacht mehrere Explosionen ereignet. Der staatliche iranische Rundfunk meldete Explosionen in der Pendlermetropole Karadsch, die nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Teheran entfernt liegt. Weiter westlich von Karadsch seien Kampfdrohnen gesichtet worden. Details dazu lagen zunächst nicht vor.

In den sozialen Medien gab es mehrere Berichte über eine Angriffswelle nahe der Hauptstadt, nachdem das US-Militär zuvor Ziele an der mehr als 1000 Kilometer entfernten Südküste des Irans bombardiert hatte. Ein als Vahid bekannter Online-Journalist berichtete auf Telegram über mehrere Explosionen bei Karadsch, die Gebäude und Fenster zittern ließen und Bewohner aus dem Schlaf rissen.

«Zwei furchtbare Explosionsgeräusche kamen aus Richtung Karadsch. Sie haben wieder zugeschlagen», zitierte er einen Bewohner. «Sie haben wohl den Pajam-Flughafen getroffen. Ich bin drei Meter hoch aus dem Schlaf gesprungen», habe ihm ein anderer Iraner geschrieben.

Auch südöstlich von Teheran in Waramin gab es Explosionen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Offiziell äußerten sich die Behörden nicht zur Ursache.


Nordirland: Polizei setzt Wasserwerfer gegen Demonstranten ein

BELFAST: Nach einem Messerangriff kommt es in Nordirland zu schweren rassistisch motivierten Ausschreitungen. Nun gehen wieder Menschen auf die Straße. Es gibt Zusammenstöße mit der Polizei.

Nach schweren rassistisch motivierten Ausschreitungen in Nordirland hat die Polizei im Großraum der Hauptstadt Belfast nach eigenen Angaben Wasserwerfer gegen gewalttätige Demonstranten eingesetzt. Die Polizei rief Verkehrsteilnehmer und Passanten in der Vorstadt Newtownabbey auf, den Bereich zu meiden, da Gegenstände wie Ziegelsteine, Flaschen und Steine auf die Polizei geworfen worden seien. Zudem seien Mülleimer in Brand gesetzt worden, hieß es in einer Mitteilung.

Nach Angaben der BBC versammelten sich in Newtownabbey rund 200 Menschen. Ein Reporter des Senders berichtete, eine Gruppe habe sich einer Unterkunft für Migranten nähern wollen. Der Polizei sei es aber gelungen, sie daran zu hindern.

Menschenansammlungen gab es nach britischen Medienberichten wie am Tag zuvor auch außerhalb der Hauptstadtregion. Der Abend verlief den Berichten zufolge insgesamt aber zunächst ruhiger als am Dienstag.

Belfast war am Dienstagabend von rassistischen Krawallen erschüttert worden. Hintergrund war ein Messerangriff, für den ein Flüchtling aus dem Sudan wegen versuchten Mordes angeklagt wurde. Randalierer zogen nach der Tat teils vermummt durch die Straßen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand, darunter einen Bus. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, Bewohner mussten gerettet werden. Mehrere Hundert Menschen hatten sich zuvor versammelt, um gegen Migranten und Einwanderung zu demonstrieren.


EU und Südkorea planen Abkommen für Geheimdokumente

BRÜSSEL: Die EU und Südkorea liegen geografisch weit auseinander, die Zusammenarbeit ist aber enger als zwischen vielen anderen Partnern. Bei einem Gipfel wurden nun weitere Schritte vereinbart.

Die EU und Südkorea wollen ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen und dazu auch ein Abkommen für den Austausch von Geheimdokumenten abschließen. Das soll unter anderem die Kooperation bei Sicherheits- und Verteidigungsthemen erleichtern. Wie beide Seiten bei einem EU-Südkorea-Gipfel in Brüssel ankündigten, sind zudem ein neuer Wirtschaftsdialog und eine enge Koordinierung in den Bereichen Energie, Forschung und Innovation geplant.

Zur Erleichterung der Geschäftsbeziehungen wurde bei dem Spitzentreffen ein Digitalhandelsabkommen unterzeichnet. Es regelt unter anderem den Online-Verbraucherschutz sowie die Anerkennung der Rechtsgültigkeit und Durchsetzbarkeit elektronischer Verträge.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte bei dem Gipfel mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung, die Partnerschaft zwischen der EU und Südkorea sei noch nie so wichtig gewesen. Man arbeite gemeinsam daran, die wirtschaftliche Sicherheit zu stärken und Innovationen voranzutreiben. Dies bringe auch den Bürgerinnen und Bürgern konkrete Vorteile.

EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas ergänzte, man möge geografisch weit voneinander entfernt sein, aber die EU und Korea stünden vor ähnlichen sicherheitspolitischen Herausforderungen. In einer Zeit, in der die internationale Ordnung angegriffen werde und man durch aggressive Nachbarn bedroht werde, wisse man, dass man in Südkorea einen Freund habe. EU-Ratspräsident António Costa sagte: «Wir sind vereint in unserem gemeinsamen Engagement für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und fairen Handel.»


Achtung - Nachträgliche Berichtigung

Sie erhalten im Folgenden zwei nachträgliche Berichtigungen zur Berichterstattung über den toten Buckelwal.

In den beiden Texten war ein Foto verlinkt, das wir aus rechtlichen Gründen zurückgezogen haben. Bitte beachten Sie, dass es sich nicht um aktuelle Meldungen handelt. Unsere jüngste Berichterstattung zu dem Thema haben wir gestern unter der Überschrift «Buckelwal endet in dänischer Fabrik - und im Museum» gesendet.


Merz sieht in Kampfjet-Aus mit Frankreich eine Chance

BERLIN: Mit dem gemeinsamen Kampfjet ist das zentrale Projekt der deutsch-französischen Rüstungszusammenarbeit gescheitert. Der Kanzler will das für einen neuen Aufbruch nutzen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht im Scheitern des deutsch-französischen Kampfflugzeugs auch eine Chance für die deutsche Rüstungsindustrie. «Damit lösen wir zwar eine langjährige Blockade auf, wir eröffnen der Industrie aber auch neue Möglichkeiten, beim Bau moderner Kampfflugzeuge auf anderem Wege voranzukommen», sagte der CDU-Vorsitzende bei der Eröffnung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin (ILA).

Er betonte, dass ein Teil des von Deutschland und Frankreich geplanten Future Combat Air Systems (FCAS) weitergeführt werde: Die sogenannte «Combat Cloud», über die unterschiedlichste Waffensysteme vernetzt werden sollen. Darin liege eine große Chance für ein «zentrales deutsch-französisches verteidigungspolitisches Zukunftsprojekts».

Am Dienstag hatten Merz und Macron nach langen Querelen das Ende des milliardenschweren Kampfjet-Projekts verkündet, dass das größte Rüstungsprojekt Europas geworden wäre. Die Unternehmen Dassault und Airbus konnten sich in den Verhandlungen darüber aber nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen.


UN-Hochkommissar vor WM: USA müssen umdenken

GENF: Die US-Einreisepolitik sorgt kurz vor der WM für Ärger. Von den Vereinten Nationen gibt es Kritik.

UN-Menschenrechtschef Volker Türk hat die USA in der Diskussion um die Einreiseprobleme vor der Fußball-Weltmeisterschaft zu einem Politikwechsel aufgefordert. «Ich hoffe wirklich, dass es zu einem grundlegenden Umdenken darüber kommt, inwieweit die Einwanderungskontrollen die Menschenrechte und die Menschenwürde achten», sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte in Genf. «Und dass insbesondere im Hinblick auf die Weltmeisterschaft die Politik überdacht wird, die wir derzeit leider vor allem in den USA beobachten.»

Er hoffe, dass «die Probleme im Zusammenhang mit Racial Profiling, Überwachung und der Durchsetzung der Einwanderungsgesetze diese Weltmeisterschaft nicht in dem Maße beeinflussen werden, wie sie es bereits getan haben.» Bei sportlichen Großevents solle «die Welt in Einheit und Frieden» zusammenkommen.

Einen Tag vor Beginn des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada stehen die US-Regierung und der Weltverband FIFA wegen Problemen bei der Einreise von Fans, Teams und Offiziellen zunehmend in der Kritik. Unter anderem wurde der somalische Schiedsrichter Omar Artan bei der Einreise abgewiesen.


Zahl der Ebola-Toten im Kongo steigt weiter an

KINSHASA: Das gefährliche Ebola-Fieber breitet sich weiter im Osten der Demokratischen Republik Kongo aus. Fast täglich gibt es neue Infektionen und Todesfälle.

Die Zahl der bestätigten Ebola-Todesfälle in der Demokratischen Republik Kongo ist der Regierung zufolge auf 115 gestiegen. Im Osten des Landes, wo der Ausbruch im April begann, gäbe es mittlerweile 598 bestätigte Fälle, teilte das kongolesische Informationsministerium mit. Im benachbarten Uganda, das ebenfalls von dem Ausbruch der tödlichen Viruserkrankung betroffen ist, wurden bislang 19 bestätigte Infektionen und zwei Todesfälle verzeichnet.

Ebola wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Zudem sorgen in der Region seit vielen Jahren zahlreiche Milizen für Konflikte, was unter anderem zu hohen Zahlen von Vertriebenen und einem schwachen Gesundheitssystem geführt hat. Die Sterblichkeit liege bei 19,2 Prozent der Fälle, teilte das Ministerium weiter mit.

Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen, ist es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nötig, 90 Prozent aller Menschen, die mit einer infizierten Person in Kontakt waren, zu ermitteln und zu beobachten. Derzeit liegt die Kontaktverfolgung nach Angaben des Informationsministeriums in Kinshasa bei rund 56,3 Prozent.


Bienenschwarm überfällt italienischen Strand

RIMINI: Bienenalarm in der Nähe von Rimini: Mehrere Tausend Insekten lassen sich plötzlich auf einem Sonnenschirm nieder. Die Badegäste machen fleißig Fotos - glücklicherweise wird niemand gestochen.

Ein ruhiger Tag am Strand, bevor all die Touristen kommen: In Italien hat ein mächtiger Bienenschwarm diese Hoffnung zunichtegemacht. An dem Adria-Strand in der Nähe des auch von Deutschen viel besuchten Badeorts Rimini kreisten plötzlich mehrere Tausend Bienen umher und ließen sich dann auf einem einzigen Sonnenschirm nieder. Innerhalb weniger Minuten verwandelten sie den Schirm in eine Art Hauptquartier. Glücklicherweise gelang es einem herbeigerufenen Bienenzüchter, den Schwarm wieder wegzulocken.

Gestochen wurde nach Angaben der Behörden niemand. Anfangs eilten viele Strandbesucher zu dem Schirm, um Handy-Fotos von dem Schwarm zu machen. Die Umgebung wurde dann aber sicherheitshalber abgesperrt. Vermutet wird, dass sich die Königin des Bienenschwarms auf dem Schirm niederließ und die anderen ihr dann folgten. Erst vor einigen Tagen hatte sich an einem anderen Strand in Riccione, ebenfalls in der Nähe von Rimini, ein ähnlicher Vorfall ereignet.

Experte vermutet Zusammenhang mit hohen Temperaturen

Der Präsident der italienischen Gesellschaft für Umweltmedizin, Alessandro Miani, führte die Vorfälle im Fernsehsender Rai auch auf die aktuellen Temperaturen zurück, die höher liegen als normalerweise zu dieser Jahreszeit. Bienen, Wespen und andere Insekten reagierten dann aggressiver und suchten auch die Nähe von Menschen. In Rimini war es in den vergangenen Tagen mehr als 30 Grad heiß.


Der Papst im Gefängnis: «Jeder Mensch ist würdig»

BARCELONA: Papst Leo XIV. spricht Häftlingen Mut zu: «Gott liebt dich so, wie du bist». Was die Insassen ihm sagen und wie sein Aufenthalt in Spanien nach dem Gefängnisbesuch weitergeht.

Papst Leo XIV. hat in Spanien ein Gefängnis besucht und den Häftlingen Trost zugesprochen. «Jeder Mensch ist würdig», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer Rede vor rund 80 Insassinnen und Insassen sowie Besuchern der Haftanstalt Brians 1 in Sant Esteve Sesrovires rund 30 Kilometer nordwestlich von Barcelona.

«Denkt daran, dass die Fehler im Leben nicht die Identität eines Menschen bestimmen», betonte der 70-jährige US-Amerikaner am fünften Tag seines Spanien-Besuchs. «Jedem von euch sage ich: Gott liebt dich so, wie du bist, aber er hat noch größeres mit dir vor! Der Herr ermöglicht uns allen, immer wieder neu anzufangen.»

Eine Gruppe von Inhaftierten sang Leo zur Begrüßung ein Lied vor. Zwei Insassinnen durften jeweils kurze Reden halten. Eine der beiden, Montse, sagte zum Papst: «Wir freuen uns, dass Sie hier sind, weil wir uns vergessen fühlen.» Die zweite Frau, Josefina, meinte optimistisch: «Das wird vorübergehen, ich werde mein Leben wieder aufnehmen und ich werde weiterhin mit Gott verbunden bleiben.» Beide wurden nach ihren Reden vom Papst umarmt.

Nach dem Besuch im Gefängnis fuhr Leo zur nächsten Etappe seines zweiten Tages in Katalonien: der Abtei Unserer Lieben Frau von Montserrat. Dort fand das Gebet des Heiligen Rosenkranzes statt. Höhepunkt seines Aufenthalts in Barcelona dürfte am Abend eine Messe in der Basilika Sagrada Familia werden, die jedes Jahr Millionen Besucher anlockt. Letzte Station der Reise werden ab Donnerstag die Kanarischen Inseln sein. Dort will sich der Papst unter anderem mit Flüchtlingen treffen.


Starmer «schockiert» über rassistische Krawalle in Belfast

BELFAST/LONDON: In Belfast kommt es zu gewaltsamen Ausschreitungen, in mehreren Stadtteilen brennt es. Der britische Premierminister kündigt ein hartes Durchgreifen an.

Der britische Premierminister Keir Starmer hat die rassistischen Krawalle in Belfast aufs Schärfste verurteilt. «Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel», schrieb er in einem X-Beitrag. «Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren», versprach er. «Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»

Die nordirische Hauptstadt war am Dienstagabend nach einem Messerangriff von rassistischen Krawallen erschüttert worden. Hintergrund ist, dass ein Sudanese unter Tatverdacht steht. Randalierer zogen teils vermummt durch die Straßen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand, darunter einen Bus. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, aus ihnen mussten Bewohner gerettet werden. Mehrere Hundert Menschen hatten sich zuvor versammelt, um gegen Migranten und Einwanderung zu demonstrieren.

Hintergrund der Ausschreitungen ist ein brutales Video eines Messerangriffs vom Montag, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmaßlicher Täter ist laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.

Ruhe und Ordnung müsse jetzt die oberste Priorität sein, teilte Starmer mit. «Wir müssen die Polizei ihre Arbeit machen lassen.» Für Gewalt und Unruhen gebe es keine Rechtfertigung.


Bewaffnete fallen in Siedlung ein - zwölf Tote

JOHANNESBURG: Schwerbewaffnete schießen spätabends in einer Siedlung um sich. Die Gewalt dauert über eine Stunde, viele Menschen sterben. Die Polizei sucht nach dem Motiv.

Bei einem bewaffneten Angriff in Südafrika sind der Polizei zufolge mindestens zwölf Menschen getötet und neun weitere verletzt worden. Eine Gruppe von etwa zehn mit Maschinengewehren Bewaffneten fiel demnach am Dienstagabend gegen 23 Uhr in ein Armutsviertel in Cleveland nahe der Wirtschaftsmetropole Johannesburg ein und eröffnete das Feuer.

Die Tatverdächtigen kamen laut der Polizei in einem weißen Van und griffen die Siedlung von zwei Seiten an. Unter den Todesopfern befänden sich neun Männer und drei Frauen. Die Tat habe mehr als eine Stunde gedauert, sagte ein Anwohner dem Fernsehsender eNCA.

Das Motiv der Täter war zunächst unklar. Die Polizei leitete eine Großfahndung nach den Tätern ein. Zahlreiche Waffen der Täter seien am Tatort sichergestellt worden.


Hunderte Migranten erreichen Kreta

ATHEN: Knapp 550 Migranten sind in zwei Tagen südlich von Kreta aufgegriffen oder gerettet worden. Viele hatten Schleppern hohe Summen für die gefährliche Überfahrt gezahlt.

Innerhalb von 48 Stunden hat die griechische Küstenwache bei mehreren Einsätzen südlich von Kreta und der vorgelagerten Insel Gavdos knapp 550 Migranten aufgegriffen oder aus Seenot gerettet. Aus Kreisen der Behörde heißt es, dass derzeit zahlreiche Boote von Libyen aus in Richtung Kreta unterwegs seien.

Den größten Einsatz gab es am Dienstag südlich von Kreta. 192 Menschen, darunter 42 Minderjährige, wurden aus einem Fischerboot gerettet und an Land gebracht. Nach Angaben der Geretteten waren sie von der libyschen Küste aufgebrochen und hatten für die Überfahrt jeweils rund 3.000 US-Dollar an Schleuser gezahlt.

Die rund 300 Kilometer lange Route von Libyen nach Kreta wird von Schlepperbanden immer stärker genutzt. Der griechische Migrationsminister Thanos Plevris hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, dass in Libyen derzeit mehr als eine halbe Million Menschen auf eine Gelegenheit zur Weiterreise nach Europa warten.

Derweil ratifizierte das griechische Parlament am Dienstagabend die neuen Migrations- und Asylregeln der EU, wie das Parlamentspräsidium in Athen mitteilte. Das Gesetz soll ab dem 12. Juni gelten und sieht unter anderem geschlossene Aufnahmezentren in Drittstaaten vor. Man sei mit zwei afrikanischen Staaten im Gespräch, sagte Plevris der halbamtlichen Nachrichtenagentur ANA-MPA.

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