Nordkorea und China wollen Zusammenarbeit ausweiten
PEKING/PJÖNGJANG: Nordkoreas Kim Jong Un rollt Chinas Staatschef Xi Jinping den roten Teppich aus. Kritische Themen spielen bei Xis erstem Staatsbesuch seit sieben Jahren öffentlich keine Rolle.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Chinas Staatschef Xi Jinping wollen ihre bilaterale Zusammenarbeit in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Militär ausbauen. Zudem hätten sie sich darauf geeinigt, «eine neue Ära» in den gegenseitigen Beziehungen einzuleiten, wie Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete.
Xi befindet sich seit Montag für einen zweitägigen Staatsbesuch in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang. Kim bereitete seinem Gast aus China einen demonstrativ herzlichen Empfang. Kritische Themen, darunter Nordkoreas umstrittenes Atomprogramm, wurden in den öffentlichen Aussendungen beider Seiten bislang ausgespart.
Es ist der erste Besuch des chinesischen Staatschefs im Nachbarland seit rund sieben Jahren. China gilt als wichtigster politischer und wirtschaftlicher Partner Nordkoreas. Zuletzt baute Nordkorea allerdings seine Beziehungen zu Russland deutlich aus.
Südkorea verzeichnet dank KI-Boom Rekordwachstum
SEOUL: Südkoreas Wirtschaft legt im ersten Quartal ein überraschend starkes Wachstum von 1,8 Prozent hin. Die Zentralbank hat ihre Prognose für 2026 zuletzt weiter angehoben.
Im Zuge der anhaltenden Nachfrage nach Computer- und Speicherchips zum Ausbau Künstlicher Intelligenz ist Südkoreas Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 1,8 Prozent gestiegen. Damit verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des ostasiatischen Landes das stärkste Quartalswachstum seit fünfeinhalb Jahren, wie aus Zahlen der koreanischen Zentralbank in Seoul hervorgeht.
Das Wachstum fällt um 0,1 Prozentpunkte höher aus als in einer bereits Ende April veröffentlichten Vorabschätzung angenommen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist Südkoreas BIP demnach um 3,8 Prozent gestiegen.
Die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens zählt zu den wichtigsten Produzenten für Computerchips weltweit. Die koreanische Zentralbank hat unlängst ihre Prognose für das laufende Jahr angehoben und geht für 2026 von einem Wachstum von 2,6 Prozent aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für Südkorea mit einem Wachstum von 1,9 Prozent.
Damit kann die südkoreanische Volkswirtschaft bislang der Konfliktlage in Nahost und der daraus resultierenden Energiekrise robust trotzen. Südkorea ist wie die meisten ostasiatischen Volkswirtschaften stark auf Öllieferungen über die weitgehend geschlossene Straße von Hormus angewiesen.
Gericht pfeift Trump zurück: Keine 100.000 Dollar für Visum
WASHINGTON: 100.000 Dollar für ein Arbeits-Visum: Mit dieser Ankündigung schreckte die Trump-Regierung im Herbst vergangenen Jahres Firmen auf. Ein Gericht schiebt der Regelung nun einen Riegel vor.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump muss nach einem Gerichtsurteil bei ihren verschärften Visa-Regeln zurückrudern. Ein Gericht im US-Bundesstaat Massachusetts hob die Pflicht zur Zahlung einer Antragsgebühr von 100.000 US-Dollar (fast 87.000 Euro) für das sogenannte H-1B-Visum auf. Mit diesem Arbeitsvisum können US-Firmen hoch qualifizierte Beschäftigte wie zum Beispiel Programmierer für mehrere Jahre ins Land holen. Bevor die Trump-Regierung die Gebühr auf 100.000 Dollar hochsetzte, waren einige Tausend Dollar dafür fällig gewesen.
Das Gericht ist der Auffassung, dass die Trump-Regierung damit in einen Bereich eingegriffen habe, der eigentlich dem Kongress vorbehalten sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann noch Berufung eingelegt werden, was die Regierung laut US-Medienberichten auch vorhat.
Die Trump-Regierung hatte im Herbst 2025 die 100.000-Dollar-Gebühr eingeführt. Sie argumentierte, dass in der Vergangenheit die Beantragung eines solchen Visums gezielt ausgenutzt worden sei, um amerikanische Arbeitskräfte durch niedriger bezahlte aus dem Ausland zu ersetzen. Mehrere Bundesstaaten klagten gegen die Erhöhung und befürchteten einen Personalmangel zum Beispiel im medizinischen Bereich.
Erneut Ausschreitungen bei Jugenddemo in Brüssel
BRÜSSEL: Die Brüsseler Polizei sieht sich mit dem Vorwurf unverhältnismäßiger Gewalt gegen junge Demonstranten konfrontiert. Nun kommt es erneut zu Ausschreitungen.
Bei Jugendprotesten in der belgischen Hauptstadt Brüssel ist es in der zweiten Woche in Folge zu Ausschreitungen gekommen. Wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur dpa berichtete, setzte die Polizei Tränengas und einen Wasserwerfer ein, nachdem Randalierer begonnen hatten, Mülltonnen und E-Roller zu beschädigen und Steine sowie Böller zu werfen.
Mit der Demonstration hatten die Teilnehmer eigentlich gegen Polizeigewalt bei Kundgebungen gegen geplante Sparmaßnahmen im Bildungssektor in der vergangenen Woche protestieren wollen. Bei ihnen hatte die Polizei ebenfalls zum Teil Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Zudem gingen Beamte auch mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vor. Die Stadt Brüssel hat eine Untersuchung angekündigt.
Hintergrund der Demonstrationen sind umfangreiche Sparreformen der Regierung der französischen Gemeinschaft Belgiens. Sie sehen unter anderem höhere Stundenzahlen für Lehrkräfte der oberen Sekundarstufe vor und ebnen den Weg für die Erhöhung von Studiengebühren.
An der Demonstration am Montag nahmen neben Schülern auch Lehrkräfte und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen teil, wie Belga berichtete. Die große Mehrheit der Demonstrationsteilnehmer - schätzungsweise mehrere Tausend - demonstrierte friedlich.
Polnische Polizei entdeckt eine Tonne Heroin
DANZIG: Drogen im Wert von 52 Millionen Euro - so groß ist der Fund in der Hafenstadt Gdynia in Polen. Die polnischen Ermittler bekamen einen Tipp hilfreicher Kollegen.
Im Kampf gegen Drogenschmuggler ist der polnischen Polizei nach eigenen Angaben der größte Schlag der vergangenen Jahre gelungen. Mehr als eine Tonne Heroin im geschätzten Marktwert von 220 Millionen Zloty (51,8 Millionen Euro) sei in der Ostseehafenstadt Gdynia bei Danzig sichergestellt worden, meldete die Nachrichtenagentur PAP. «Das ist die größte Operation dieser Art in mehr als zehn Jahren», sagte Innenminister Marcin Kierwinski vor Journalisten.
Den Angaben nach hatten die polnischen Fahnder im März einen Tipp von britischen Kollegen bekommen, dass eine Drogenladung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erwartet werde. Getarnt als Deko-Ziegel wurden die Drogen in Containern in Gdynia entdeckt. Gegen zwei Männer und eine Frau aus Polen seien wegen des Schmuggels Strafverfahren eingeleitet worden.
UN-Klimachef sieht Welt im «Würgegriff» fossiler Brennstoffe
BONN: Weltweit steigen durch den Iran-Krieg die Benzinpreise - für den UN-Klimachef sind die Lehren daraus überdeutlich.
UN-Klimachef Simon Stiell hat zu Beginn einer zehntägigen Klimakonferenz im deutschen Bonn einen schnellen Übergang zu erneuerbaren Energien angemahnt.
«Der Krieg im Nahen Osten verursacht unermessliches menschliches Leid und löst eine Kostenkrise bei fossilen Brennstoffen aus, die Volkswirtschaften überall in den Würgegriff nimmt», sagte der Chef des in Bonn angesiedelten UN-Klimasekretariats. «Es ist glasklar: Eine Fortsetzung unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bedeutet, weiterhin Inflation und wirtschaftliche Instabilität zu importieren.»
Die Staatengemeinschaft müsse in der Klimapolitik jetzt endlich weiter gehen und schneller vorankommen, forderte Stiell. «Wir müssen unsere Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen und die im Rahmen des Abkommens beschlossenen Pläne vollständig umsetzen.» Die Bewältigung der globalen Klimakrise sei die schwierigste, aber auch wichtigste Aufgabe, die die Menschheit jemals gemeinsam in Angriff genommen habe.
An der zehntägigen Klimakonferenz in Bonn nehmen 6500 Delegierte aus Regierungen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fast aller UN-Mitgliedsstaaten teil. Hauptaufgabe ist die Vorbereitung der nächsten Weltklimakonferenz, die dieses Jahr im türkischen Antalya stattfindet.
EU-Spitzen begrüßen Wahlergebnis in Armenien
BRÜSSEL: Von Brüssel aus wurde wegen der Einflussnahme und Interessen Russlands gespannt auf die Parlamentswahl in Armenien geblickt. Nun wird aufgeatmet.
Spitzenvertreter der EU haben sich erfreut über den Wahlsieg des pro-westlichen Lagers bei der Parlamentswahl in der Südkaukasusrepublik Armenien gezeigt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte Regierungschef Nikol Paschinjan zu seinem Erfolg und schrieb in sozialen Netzwerken, die EU schätze die Partnerschaft mit einem demokratischen Armenien, das sich Europa immer mehr annähere, sehr.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte am Rande eines EU-Verteidigungsministertreffens in Zypern, es sei eine gute Sache, dass sich die Menschen in Armenien trotz starken russischen Drucks für eine europäische Zukunft entschieden hätten. EU-Ratspräsident António Costa lobte, das armenische Volk habe für eine Zukunft gestimmt, die auf Frieden, Stabilität und engerer Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn und der Welt aufbaue.
Alle drei EU-Vertreter stellten Armenien eine fortgesetzte Zusammenarbeit und Unterstützung bei Reformen in Aussicht.
Bei der Wahl hatte sich zuvor der prowestliche Regierungschef Nikol Paschinjan klar durchgesetzt. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission stimmten 49,8 Prozent der Armenier für Paschinjans Partei Zivilvertrag. Stärkste oppositionelle Kraft wurde der prorussische Parteiblock Starkes Armenien des Milliardärs Samwel Karapetjan mit 23,3 Prozent.