Neues aus dem Ausland am Freitag

Foto: Pixabay/12019
Foto: Pixabay/12019

Lagertank droht zu explodieren - Zehntausende evakuiert

LOS ANGELES: Ein Lagertank mit einer leicht entzündbaren Chemikalie droht in Kalifornien zu explodieren. Die Behörden haben eine großflächige Evakuierung angeordnet. Zehntausende Anwohner sind betroffen.

Die drohende Explosion eines Lagertanks mit einer brennbaren, gefährlichen Chemikalie hat in Südkalifornien zu einer großflächigen Evakuierung geführt. Rund 40.000 Anwohner im Großraum Garden Grove, südöstlich von Los Angeles, seien von dem Aufruf betroffen, berichteten US-Medien. Nach Angaben von Behörden könnte der Notfall dazu führen, dass ein Leck auftritt oder der Tank explodiert.

Die Chemikalie Methylmethacrylat sei hochgiftig und leicht entzündbar, sagte Craig Covey von der Feuerwehr im Bezirk Orange County. Der Tank mit der Flüssigkeit, die bei der Herstellung von Kunststoffen verwendet wird, befindet sich auf dem Gelände eines Luft- und Raumfahrtunternehmens. Im schlimmsten Fall könnte es zu einer unkontrollierten Explosion kommen, führte Covey aus.

Der Tank wurde unterdessen von außen mit Wasser gekühlt, um ein weiteres Aufheizen zu verhindern. Ein defektes Ventil verursachte zusätzliche Probleme.


Mindestens acht Tote nach Minenunglück

QINYUAN: Nach wie vor sind dutzende Personen in einem nordchinesischen Kohlebergwerk eingeschlossen. Die Rettungsarbeiten laufen auf Hochtouren.

Nach einer Gasexplosion in einer chinesischen Kohlemine sind mindestens acht Menschen gestorben. Weitere 38 Bergleute sind nach wie vor in dem Kohlebergwerk im Landkreis Qinyuan in der nordchinesischen Provinz Shanxi eingeschlossen, wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Das Unglück ereignete sich bereits am Freitagabend. Bis in die frühen Morgenstunden wurden insgesamt 201 Menschen aus der Mine geborgen, darunter die acht Toten. Die Rettungsarbeiten dauerten weiter an und liefen auf Hochtouren. Zur Unglücksursache waren zunächst keine gesicherten Informationen bekannt.


Magyar: Ungarn stoppt Austrittspläne aus Weltstrafgericht

BUDAPEST: Unter seinem Vorgänger Orban kündigte Ungarn den Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof an. Diesen Schritt macht der neue Regierungschef Magyar nun rückgängig.

Ungarns neue Regierung zieht eigenen Angaben nach die Absicht zum Austritt des Landes aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) zurück. Das erklärte der neue Ministerpräsident Peter Magyar in einem Post auf der Plattform X. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Das Gericht mit Sitz in Den Haag verfolgt seit 2002 schwerste Verbrechen wie Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zu den mehr als 100 Vertragsstaaten des IStGH gehören alle EU-Staaten. Ungarn hatte vor mehr als einem Jahr unter der alten Regierung des Rechtspopulisten und Langzeit-Premiers Viktor Orban angekündigt, sich aus dem Weltstrafgericht zurückzuziehen, und eine entsprechende Absichtserklärung in Den Haag eingereicht. Ungarns Parlament hatte den Schritt zuvor gebilligt. Der Austritt sollte nach damaligen Angaben nach rund einem Jahr wirksam werden.

Diese Ankündigung kam, als Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf Einladung Orbans Budapest besuchte. Gegen Netanjahu liegt ein Haftbefehl des IStGH wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen israelischer Truppen im palästinensischen Gazastreifen vor. Orban hatte klargestellt, dass Ungarn diesen ignorieren werde. Den Austritt aus dem Weltstrafgericht begründeten er und andere damalige Regierungsmitglieder mit den Haftbefehlen gegen Netanjahu sowie den israelischen Ex-Verteidigungsminister Joav Galant.


Kanadische Provinz Alberta stimmt über mögliche Abspaltung ab

EDMONTON: Eine kleine Unabhängigkeitsbewegung gibt es in der ölreichen und konservativen kanadischen Provinz Alberta schon länger. Jetzt soll es ein Referendum über einen Weg zu einer Abspaltung geben.

Die Bewohner und Bewohnerinnen der ölreichen Provinz Alberta sollen per Referendum über einen möglichen Weg hin zu einer von einer Minderheit immer wieder geforderten Abspaltung von Kanada entscheiden. Die Abstimmung solle am 19. Oktober stattfinden, sagte die Premierministerin der Provinz, Danielle Smith, bei einer Fernsehansprache. Dabei dürften die Bewohner und Bewohnerinnen abstimmen, ob ihre Provinz Teil Kanadas bleiben oder ob ein Prozess eingeleitet werden solle, der zu einem rechtlich bindenden weiteren Referendum über eine Abspaltung führt.

Die Provinz mit rund fünf Millionen Einwohnern liegt im Westen des zweitgrößten Landes der Erde und ist bei Touristen vor allem für ihre Nationalparks in den Rocky Mountains beliebt. Eine Bewegung, die unter anderem aus kulturellen und wirtschaftlichen Gründen die Abspaltung von Kanada fordert, gibt es in der als sehr konservativ geltenden Provinz schon länger - allerdings stellt sie Umfragen zufolge nach wie vor eine Minderheit dar. Einige Vertreter der Ölindustrie beispielsweise fühlen sich von Umweltauflagen eingeschränkt.

Aus der US-Regierung von US-Präsident Donald Trump kam bereits Unterstützung für die Bewegung. Alberta-Premier Smith sowie beide großen politischen Parteien des Landes und Premierminister Mark Carney haben sich dagegen bereits deutlich gegen eine Abspaltung ausgesprochen.


US-Außenminister Rubio besucht Indien

NEU-DELHI: Im Fokus der Reise stehen Gespräche über Energiesicherheit, Handel und Verteidigung mit hochrangigen Vertretern.

Nach seiner Teilnahme am Nato-Außenministertreffen in Schweden beginnt US-Außenminister Marco Rubio am Samstag einen mehrtägigen Besuch in Indien. Nach Angaben der US-Botschaft im Land besucht er die Städte Kolkata, Agra, Jaipur und Neu-Delhi. Bei geplanten Treffen mit hochrangigen indischen Vertretern sollen demnach Themen wie Energiesicherheit, Handel und die Verteidigungszusammenarbeit besprochen werden. Details waren zunächst unbekannt.

Indien, das auch gute Beziehungen zu Russland unterhält, ist ein wichtiger strategischer Partner der USA. Die Verteidigungspartnerschaft bezeichnet Indien als wesentliche Stütze der Beziehungen.

Am kommenden Dienstag nimmt Rubio in Delhi neben seinen Kollegen aus Indien, Australien und Japan auch an einem Treffen der Außenminister der sogenannten Quad-Gruppe teil. Bei dem Treffen geht es unter anderem um die Stärkung der Zusammenarbeit der vier Länder. Die Gruppe will einen freien und offenen Indopazifik gewähren. Mit Indopazifik ist grob gesagt eine Region vom Indischen bis zum nördlichen Pazifischen Ozean gemeint, die den Großteil Asiens umfasst und bis zur Westküste der USA reicht.


«Frankfurter Rundschau» zum Nato-Außenministertreffen

Das Treffen der Nato-Außenminister mit den verwirrenden Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump über Truppenabzug und Stationierungen von US-Einheiten in Polen ist nur ein weiteres Kapitel in dem Trauerspiel um das Verteidigungsbündnis.

Bestenfalls klärt sich vieles beim Nato-Gipfel. Die europäischen Nato-Staaten können dem Drama nur eine andere Wendung geben, wenn sie ihre Versprechen endlich umsetzen. Doch auch sie sind nicht eindeutig, wenn etwa Deutschland seine Armee zur größten Europas ausbauen will, aber mit dem Wehrdienst wohl nicht einmal genügend Nachwuchs gewinnen kann. Wohlwollend könnte man sagen, die Europäer kommen voran. Sie unterstützen weiter die Ukraine im Kampf gegen die russische Invasionsarmee. Sie versuchen, das vereinbarte Fünf-Prozent-Ziel der Nato umzusetzen. Doch bei diesem Tempo muss man bezweifeln, dass sie Trump überzeugen können, sich weiter für das Bündnis zu engagieren, damit die USA zumindest den Atomschirm für den alten Kontinent garantieren.


Janez Jansa zum Ministerpräsidenten Sloweniens gewählt

LJUBLJANA: Zum vierten Mal wird der rechtskonservative Janez Jansa Regierungschef. Er gibt vor, den Bürokratieabbau vorantreiben zu wollen. Doch früher erwies er der Demokratie keine guten Dienste.

Das Parlament im EU- und Nato-Land Slowenien hat den rechtskonservativen Politiker Janez Jansa zum Ministerpräsidenten gewählt. Für ihn stimmten 51 Abgeordnete, 36 stimmten gegen ihn, wie die Nachrichtenagentur STA berichtete. Jansa will mit seiner Slowenischen Demokratischen Partei (SDS) und anderen rechten Parteien eine Minderheitsregierung bilden, die von der rechtspopulistischen Gruppierung Resnica (Wahrheit) von außen unterstützt wird.

Jansa wurde zum vierten Mal Regierungschef seines Landes und löst den links-liberalen Robert Golob ab, der in den letzten vier Jahren regierte. Dessen Freiheitsbewegung (GS) hatte zwar die Parlamentswahl im März knapp vor Jansas SDS gewonnen, hatte aber mit seinen bisherigen linken Koalitionspartnern keine Mehrheit mehr.

In seiner Ansprache vor der Wahl im Parlament sagte Jansa, seine künftige Regierung werde Dezentralisierung und Bürokratieabbau vorantreiben sowie die Korruption bekämpfen. Der Rechtskonservative hatte bereits von 2004 bis 2008, von 2012 bis 2013 und von 2020 bis 2022 regiert. Seine Amtszeiten waren von Korruptionsskandalen und Angriffen gegen unabhängige Medien und Andersdenkende überschattet und endeten jeweils mit seiner Abwahl.

Bereits vor seiner jetzigen Wahl war Jansa mit Drohungen gegen Medien, Zivilorganisationen und Gewerkschaften hervorgetreten. Vor dem Parlament demonstrierten Fahrradfahrer aus der alternativen politischen Szene, die Jansa gebrochene Wahlversprechen und die Zusammenarbeit mit einem privaten israelischen Geheimdienst vorwarfen.


EU kritisiert Gerichtsentscheid gegen türkische Opposition

BRÜSSEL: Die Absetzung des Chefs der größten türkischen Oppositionspartei sorgt für Kritik aus Brüssel. Es gibt Forderungen an den EU-Beitrittskandidaten.

Die EU hat von der Türkei nach der Absetzung des Chefs der größten Oppositionspartei die Wahrung von demokratischen Standards gefordert. Die Gerichtsentscheidung sowie frühere Maßnahmen gegen gewählte Amtsträger und Oppositionspolitiker «werfen Fragen hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit, der Grundrechte, des demokratischen Pluralismus und der Unabhängigkeit der Justiz auf», teilte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas mit. Sie verwies dabei auch auf die Inhaftierung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu.

Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Grundrechte seien zentrale Bestandteile des EU-Beitrittsprozesses, erklärte die Sprecherin. Von der Türkei als EU-Beitrittskandidat werde die Einhaltung der höchsten Standards erwartet. Oppositionelle müssten frei agieren können, Gerichts- und Verwaltungsverfahren dürften nicht zur Einschüchterung genutzt werden.

Ein Gericht in Ankara hatte am Donnerstag die Absetzung des Vorsitzenden der größten Oppositionspartei CHP angeordnet. Özgür Özel und die Parteiführung werden damit ihrer Ämter enthoben, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.


Griechenland setzt auf Drohnen und Löschflieger gegen Brände

ATHEN: Dutzende Löschflieger, 18.000 Einsatzkräfte und Hightech-Drohnen: Griechenland rüstet gegen Feuer auf - nach einem Sommer, in dem fast 48.000 Hektar Wald verloren gingen.

Mit 85 Löschflugzeugen und Hubschraubern will Griechenland in diesem Sommer gegen Waldbrände vorgehen. Zudem werde die Feuerwehr über mehr als 18.000 Berufs- und Saisonkräfte im Kampf gegen die Flammen verfügen, hieß es nach einer Sitzung unter Leitung von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis zur Vorbereitung auf die Brandsaison.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einsatz neuer Technologien. So sollen mehr als 100 Drohnenbasen in besonders gefährdeten Regionen wie dem Großraum Athen und der Halbinsel Peloponnes Waldbrände frühzeitig erkennen. Die Drohnen seien mit Wärmebildkameras ausgestattet und könnten auch bei extremen Wetterbedingungen eingesetzt werden.

Nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) brannten im Sommer 2025 fast 48.000 Hektar Wald- und Buschland in Griechenland ab.


UN: Angriff auf Dnipro zerstörte Depot der Flüchtlingshilfe

GENF/DNIPRO: 900 Paletten mit Hilfsgütern und Material für Notunterkünfte sind nach einem russischen Angriff in Dnipro vernichtet. Das UNHCR spricht von einer Eskalation und kritisiert Angriffe auf Hilfskonvois.

Ein russischer Luftangriff auf die ukrainische Stadt Dnipro hat Hilfsgüter des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR im Wert von mehr als einer Million US-Dollar vernichtet. Es sei der erste derartige Angriff in mehr als vier Jahren Krieg gewesen, teilte die UN-Organisation in Genf mit. In einem angemieteten Lagerhaus seien 900 Paletten mit Hilfsgütern und Material für Notunterkünfte zerstört worden. Bei dem Angriff auf Dnipro am Mittwoch waren zudem zwei Menschen getötet und mehrere andere verletzt worden.

«Der Treffer auf das Lagerhaus passierte vor dem Hintergrund einer allgemeinen Eskalation der Angriffe im ganzen Land», erklärte das UNHCR. Die Zahl ziviler Opfer durch die russischen Attacken sei in diesem Jahr stark gestiegen. Die Organisation kritisierte auch Angriffe auf eindeutig gekennzeichnete UN-Hilfskonvois in den Gebieten Dnipropetrowsk und Cherson vergangene Woche. In einem Fall war ein Fahrer verletzt worden.


Frankreichs Ex-Premier Attal kandidiert als Präsident

MUR-DE-BARREZ: Die Präsidentenwahl in Frankreich 2027 rückt näher. Nun bringt sich ein weiterer ehemaliger Regierungschef offiziell ins Spiel.

Der frühere französische Premierminister Gabriel Attal tritt als Kandidat bei den 2027 anstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich an. Weil er Frankreich und die Franzosen «zutiefst liebe», habe er sich entschieden, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren, verkündete der 37-Jährige nach einer Bürgerdebatte in der kleinen südfranzösischen Gemeinde Mur-de-Barrez.

Attal war von Januar bis September 2024 französischer Regierungschef, der bis dahin jüngste des Landes. Mittlerweile ist er Fraktions- und Parteichef der liberalen Renaissance. Die Partei wurde ursprünglich von Präsident Emmanuel Macron gegründet. Attal gilt als jüngere Version von Macron, von dem er sich allerdings inzwischen distanziert und Entscheidungen offen kritisiert. Bei der Ankündigung seiner Kandidatur kritisierte er, dass den Franzosen «morgens, mittags und abends» erklärt würde, dass alles schlechter werden solle. «Wir können bessere Leben führen - vorausgesetzt, wir geben uns die Mittel dazu», so Attal.

Neben Attal bewirbt sich ein zweiter ehemaliger Premier aus dem Mitte-rechts-Lager um die Nachfolge im höchsten Staatsamt: der 55-jährige Édouard Philippe, der 2017 der erste Premier unter dem damals neuen Staatschef Macron war. Er positioniert sich als besonnener Mitte-Mann.

Bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr kann Staatschef Macron nicht erneut antreten. Am meisten Zuspruch für eine Kandidatur erhalten in Umfragen die rechtsnationale Marine Le Pen und ihr politischer Ziehsohn Jordan Bardella. Wegen eines Prozesses um mutmaßlich veruntreute EU-Gelder ist noch nicht klar, ob Le Pen im kommenden Jahr kandidieren kann.


Protest und Dialog: Sudetendeutsche treffen sich in Brünn

BRÜNN: Mit Dialog und Musik beginnt das erste Pfingsttreffen der Sudetendeutschen in der verlorenen Heimat. Doch es gibt auch Proteste. Minister der tschechischen Regierung bleiben der Veranstaltung fern.

Trotz Kritik und Protesten hat in Tschechien das traditionelle Pfingsttreffen der Sudetendeutschen begonnen. Der sogenannte Sudetendeutsche Tag findet in diesem Jahr erstmals in der nach dem Zweiten Weltkrieg verlorenen Heimat statt. Bei einem Begegnungsfest im Stadtzentrum von Brünn (Brno) trafen sich Vertriebene und Tschechen an einem langen Tisch bei Musik und Tanz. «Für mich ist das der größte Tag seit der Wende», sagte ein Teilnehmer, selbst Sohn eines Tschechen und einer Deutschen.

Die Eröffnungsveranstaltung in Kooperation mit dem Dialogfestival «Meeting Brno» fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Nur wenige Dutzend Meter entfernt hielten Gegendemonstranten ein Spruchband mit der Aufschrift «Gegen eine weitere Aufweichung der Benes-Dekrete» hoch. Die Präsidentendekrete bildeten nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken der Nazi-Besatzung die Grundlage für die Vertreibung von rund drei Millionen Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei.

Hauptveranstaltung am Sonntag

Bereits am Vorabend hatte der Sprecher der Sudetendeutsche Volksgruppe, der CSU-Politiker Bernd Posselt, am Brünner Hauptbahnhof der Opfer des Holocaust gedacht. Zur Hauptveranstaltung auf dem Messegelände am Sonntag wird unter anderem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder erwartet. Bayern übernahm 1954 offiziell die Schirmherrschaft über die Volksgruppe. Das diesjährige Motto des Treffens lautet «Alles ist Begegnung». Die Minister der tschechischen Regierung des Milliardärs und Rechtspopulisten Andrej Babis wollen dem Treffen fernbleiben.


Italienische Polizei zerschlägt Streaming-Piraterie-Ring

ROM: Kryptozahlungen, geheime Apps und 300 Millionen Euro Schaden: Die italienische Polizei greift bei Streaming-Piraten mit Durchsuchungen und Beschlagnahmungen durch.

Die italienische Finanzpolizei hat bei einer großangelegten Aktion gegen illegales Streaming mehr als 100 Durchsuchungen durchgeführt und etwa Tausend Nutzer sogenannter Piraten-Abos ins Visier genommen. Betroffen sind laut Finanzpolizei unter anderem illegale Zugänge zu kostenpflichtigen Angeboten von mehreren bekannten Streaminganbietern.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Bologna nutzten die Betreiber eine neuartige Technik, bei der Kunden eine bestimmte App installierten. Diese verband die Geräte mit ausländischen Servern, um verschlüsselte Inhalte freizuschalten und Sicherheitskontrollen der Plattformen zu umgehen.

Die Ermittler sprechen von einem hochentwickelten System, das Zahlungen häufig über Kryptowährungen oder ausländische Konten abwickelte. Mehr als 70 mutmaßliche Verkäufer sollen Abos für 40 bis 130 Euro angeboten haben.

Die Behörden schätzen den wirtschaftlichen Schaden für die betroffenen Unternehmen auf rund 300 Millionen Euro. Bei den Durchsuchungen konnten die Einsatzkräfte Beweismaterial in beträchtlicher Menge beschlagnahmen. Man erhofft sich davon weitere Hinweise. Gegen die ersten 1.000 identifizierten Nutzer sollen nun Geldstrafen von bis zu 5.000 Euro verhängt werden.


Günstigerer Dünger: EU will Landwirte entlasten

BRÜSSEL: Stickstoff-Düngemittel sind teurer geworden. Die EU-Länder wollen dafür sorgen, dass Landwirte zumindest zeitweise günstiger an Dünger für ihre Felder kommen.

Europas Landwirte sollen künftig wieder günstiger an bestimmte importierte Düngemittel kommen. Die Standardzölle auf Einfuhren mehrerer wichtiger Stickstoffdüngemittel und Vorprodukte für deren Herstellung (Ammoniak, Harnstoff) werden nach einem Beschluss der EU-Länder für ein Jahr ausgesetzt. Je nach Entwicklung solle die Europäische Kommission gegebenenfalls eine Verlängerung oder Anpassung der Aussetzung vorschlagen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Nicht gelten soll sie für Produkte aus Russland und Belarus.

Nach Angaben der Europäischen Kommission können mit der Maßnahme rund 60 Millionen Euro an Einfuhrzöllen gespart werden. Die Maßnahme, die zum Inkrafttreten noch im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden muss, soll außerdem dazu beitragen, weniger abhängig von Importen aus Russland und Belarus zu sein.

Die EU importiert den Angaben nach bereits einen erheblichen Teil stickstoffbasierter Düngemittel zollfrei aus einigen Ländern. Dennoch führe die Union weiterhin große Mengen dieser Waren aus Ländern ein, die dem gemeinsamen Zolltarif unterliegen, hieß es. Düngemittel sind für europäische Landwirte essenziell, um die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Seit 2021 sind die Preise für diese Produkte erheblich gestiegen.


Citroën holt Ente als E-Auto zurück

RÜSSELSHEIM/POISSY: Citroën plant einen elektrischen 2CV nach Vorbild japanischer Kei-Cars. Was Käufer von Preis und Konzept erwarten dürfen.

Die Automarke Citroën holt die legendäre Ente als Elektro-Kleinwagen zurück. Erste Details wurden auf einer Investorenkonferenz des Mutterkonzerns Stellantis in Auburn Hills im US-Bundesstaat Michigan bekanntgegeben. Danach soll das Modell 2CV den geplanten neuen EU-Vorgaben für kostengünstige E-Fahrzeuge entsprechen und zu Preisen unterhalb von 15.000 Euro starten.

Das neue Auto verkörpere zentralen Eigenschaften, die den 2CV einzigartig machten, verspricht die Marke: «Erschwinglichkeit, geringes Gewicht, hohe Alltagstauglichkeit, Vielseitigkeit und eine unverwechselbare Persönlichkeit.» Weitere Details sollen auf dem Pariser Autosalon im Oktober folgen.

Stellantis hatte vor wenigen Tagen angekündigt, ein neuartiges E-Car für zwei Marken des Konzerns ab 2028 im Fiat-Werk Pomigliano bei Neapel zu fertigen. Für die Entwicklung soll mit externen Partnern zusammengearbeitet werden. Vorbild sind japanische Kei-Cars, die in Größe und Leistung beschränkt, aber vollwertige Pendler-Mobile sind.

Die Original-Ente mit der Modellbezeichnung 2CV war 1948 vorgestellt worden. Das robuste Einfach-Auto mit eigenständigen technischen Details begeisterte Generationen und wurde bis 1990 gebaut.


Rutte: 5.000 US-Soldaten für Polen sind kein Kurswechsel

HELSINGBORG: Nato-Generalsekretär Mark Rutte lobt die geplante Entsendung von 5.000 US-Soldaten nach Polen. Eine Trendwende sieht er darin aber nicht.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump begrüßt, weitere 5.000 US-Soldaten nach Polen zu entsenden. Zugleich warnte er davor, den Schritt als Trendwende zu interpretieren.

«Selbstverständlich begrüße ich die Ankündigung sehr», sagte Rutte bei einem Treffen der Außenminister der Bündnisstaaten in der schwedischen Hafenstadt Helsingborg. Man müsse sich aber im Klaren darüber sein, dass der zuletzt eingeschlagene Kurs fortgesetzt werden müsse. Dieser habe zum Ziel, die Abhängigkeit von den USA zu verringern, so dass diese sich stärker anderen Prioritäten zuwenden könnten.

«Was Sie in der kommenden Zeit sehen werden, ist ein schrittweiser Prozess, in dem die Europäer mehr Verantwortung übernehmen, was wirklich wichtig ist», sagte Rutte auf die Frage eines Reporters. Und innerhalb dieses Prozesses werde es auch immer Entscheidungen und Ankündigungen geben, die Teil dieses längerfristigen Kurses seien.

Die Entscheidung, zusätzlich 5.000 US-Soldaten nach Polen zu entsenden, hatte Trump mit seinem guten Verhältnis zum polnischen rechtskonservativen Präsidenten Karol Nawrocki begründet. Der Pole hatte Mitte 2025 die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen und hatte im Herbst darauf Trump in Washington im Oval Office besucht. Die beiden Politiker hatten damals ihre Sympathie füreinander deutlich gemacht.


Japans Inflation fällt überraschend auf Vier-Jahres-Tief

TOKIO: Während in Deutschland die Preise zuletzt deutlich anzogen, schwächt sich die Inflation in Japan im April stärker ab als erwartet.

In Japan hat sich die Inflation im April überraschend stark abgeschwächt und den tiefsten Stand seit vier Jahren erreicht. Die Verbraucherpreise ohne Berücksichtigung von frischen Lebensmitteln legten um 1,4 Prozent im Jahresvergleich zu, wie die Regierung am Freitag in Tokio mitteilte. Schwächer war die Teuerung zuletzt im März 2022.

Im Vormonat März hatte die Inflationsrate in dieser Abgrenzung bei 1,8 Prozent gelegen. Analysten waren von einem Rückgang der Inflation ausgegangen, hatten aber im Schnitt für April nur einen leichten Rückgang auf 1,7 Prozent erwartet.

In Deutschland hatte der Iran-Krieg das Leben im April sprunghaft verteuert. Stark gestiegene Energiepreise trieben die Inflationsrate mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024, wie das Statistische Bundesamt vorläufige Berechnungen bestätigt.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.