Neues aus dem Ausland am Freitag

Blick bei Sonnenuntergang vom Zuckerhut über die Bucht von Rio de Janeiro mit Copacabana, Ipanema, der Christusstatue und unzähligen Booten im Wasser. Foto: Rüegsegger
Blick bei Sonnenuntergang vom Zuckerhut über die Bucht von Rio de Janeiro mit Copacabana, Ipanema, der Christusstatue und unzähligen Booten im Wasser. Foto: Rüegsegger

Putin-Vertrauter nennt AfD «Hoffnung für die Deutschen»

MOSKAU: Die AfD liegt in Umfragen vor wichtigen Landtagswahlen vorn. Nun bekommt sie weitere prominente Unterstützung - aus dem Kreml.

Der für Russlands Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland zuständige Kremlgesandte Kirill Dmitrijew hat die hohen Zustimmungswerte der AfD in Mecklenburg-Vorpommern gefeiert. «Die AfD ist zur HOFFNUNG für die Deutschen geworden», kommentierte er auf der Plattform X ein von AfD-Chefin Alice Weidel verbreitetes Umfrageergebnis. Laut dieser Erhebung von Infratest dimap liegt die Partei mit 36 Prozent der Stimmen deutlich vor der Konkurrenz.

Es ist nicht das erste Mal, dass Dmitrijew öffentlich für die AfD eintritt. Die Partei sei deutschlandweit die populärste, weil sie «gegen unkontrollierte Immigration, Lügen und Zensur» auftrete, schrieb er im vergangenen Oktober angesichts damaliger Umfrageergebnisse.

Dmitrijew ist ein enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin. Als dessen Chefunterhändler im Ukraine-Krieg trat er vor allem für eine Verbesserung der Beziehungen zur US-Regierung unter Präsident Donald Trump ein, während er wiederholt scharf gegen Europa und Kiew austeilte.

Im September wird in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und auch in Berlin gewählt. In den beiden ostdeutschen Flächenländern ist die AfD in Umfragen bei weitem stärkste Kraft, hätte aber nach jetzigem Stand keine Koalitionspartner.


Fujimori und Sánchez ziehen in Stichwahl ein

LIMA: Nach der Präsidentenwahl im April kam die Auszählung in dem südamerikanischen Land nur langsam voran. Nun steht fest: Eine konservative und eine linke Option treffen am 7. Juni aufeinander.

Mehr als einen Monat nach der Präsidentenwahl in Peru gibt es nun ein offizielles Ergebnis. Der Staatschef des südamerikanischen Landes wird am 7. Juni in einer Stichwahl entschieden. Die rechtskonservative Kandidatin Keiko Fujimori und der Linkspolitiker Roberto Sánchez treten gegeneinander an, wie die Wahlbehörde nach der langsamen Auszählung aller Stimmen ankündigte.

Demnach lag die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori mit 17 Prozent der Stimmen vorn. Sie tritt für die konservative Partei Fuerza Popular an und bewirbt sich bereits zum vierten Mal um das höchste Staatsamt. Sánchez, ehemaliger Minister in der Regierung des inhaftierten Präsidenten Pedro Castillo, kam auf zwölf Prozent. Er ist Kandidat der Partei Juntos por el Perú. Der ultrakonservative Ex-Bürgermeister der Hauptstadt Lima, Rafael López Aliaga, lag mit 11,9 Prozent der Stimmen nur knapp hinter Sánchez und schaffte es nicht in die Stichwahl.

In der stark zersplitterten Wahl waren in der ersten Runde im April insgesamt 35 Kandidaten angetreten. Die politische Lage in Peru ist äußerst instabil und von einem ständigen Konflikt zwischen dem Parlament und der Regierung geprägt. Der letzte peruanische Präsident, der seine fünfjährige Amtszeit beendet hat, war Ollanta Humala, der von 2011 bis 2016 regierte. Der derzeit amtierende Präsident José María Balcázar ist bereits der achte Staatschef in zehn Jahren.


Blitz verletzt zwei Bergtouristen in Polens Hoher Tatra

WARSCHAU: Trotz Gewitterwarnung ist eine Touristengruppe im polnischen Tatra-Gebirge unterwegs. Ein Blitz lässt das Bergerlebnis zu einem Notfall werden.

In der polnischen Hohen Tatra hat ein Blitz in eine fünfköpfige Gruppe von Bergtouristen eingeschlagen. Zwei Personen wurden verletzt, eine davon schwer, wie ein Angehöriger der freiwilligen Bergrettung dem TV-Sender TVN24 sagte. Beide Verletzten mussten demnach ins Krankenhaus gebracht werden, sind aber außer Lebensgefahr.

Die Gruppe hatte sich auf dem Abstieg vom Bergmassiv Giewont befunden, als der Blitz einschlug. Einer der Touristen stürzte nach Angaben der Retter mehrere Meter über eine Felswand in die Tiefe und war vorübergehend bewusstlos. Er musste per Hubschrauber ins Krankenhaus Zakopane geflogen werden. Der zweite Verletzte konnte von der Bergrettung auf dem Landweg ins Krankenhaus gebracht werden. Zur Identität und Nationalität der Verletzten wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Für die ganze Region der Hohen Tatra und Umgebung galt am Freitag eine Gewitterwarnung.


Mutmaßlicher Russland-Spion nach Auslieferung in U-Haft

KARLSRUHE: Zwei Verdächtige sollen für einen russischen Geheimdienst einen Drohnen-Lieferanten in Deutschland ausgespäht haben. Beide sitzen nun in Untersuchungshaft.

Ein in Spanien festgenommener mutmaßlicher Russland-Spion ist nach Deutschland ausgeliefert worden und sitzt in Untersuchungshaft. Das teilte der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mit. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes habe den Haftbefehl gegen den Ukrainer in Vollzug gesetzt, heißt es einer Mitteilung.

Der 43 Jahre alte Beschuldigte war am 24. März bei Alicante festgenommen worden und dann unter Auflagen wieder auf freien Fuß gekommen. Am Donnerstag (14. Mai) war der Mann dann nach Deutschland überstellt worden.

Die Bundesanwaltschaft hatte den Ukrainer sowie in Rheine in Nordrhein-Westfalen auch eine mutmaßliche Komplizin des Mannes festnehmen lassen. Die 45 Jahre alte Rumänin soll mit ihm im Auftrag eines russischen Geheimdienstes einen Mann in Deutschland ausspioniert haben, der Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert. Die Frau sitzt ebenfalls in Deutschland in Untersuchungshaft.


Trump: Entscheide in Kürze über Waffenverkauf an Taiwan

PEKING: Die USA sind Taiwans wichtigster Rückhalt. Das Land wartet auf wichtige Waffenlieferungen. Die sind nach Trumps Besuch in Peking jedoch weiter in der Schwebe.

Im Streit mit China um weitere US-Waffenverkäufe an die von Peking beanspruchte Insel Taiwan hat US-Präsident Donald Trump nach eigenen Worten noch keine Entscheidung getroffen. «Ich werde in nächster Zeit eine Entscheidung treffen», sagte Trump an Bord der Air Force One auf seinem Rückflug in die USA.

Er müsse allerdings zunächst mit «der Person» sprechen, die derzeit «Taiwan leite», sagte Trump, ohne einen Namen zu nennen. Taiwans Präsident ist derzeit Lai Ching-te.

China sieht in den Waffenverkäufen ein Problem, weil es Taiwan für sich beansprucht, obwohl die Inselrepublik eine von Peking unabhängige Regierung hat. Die USA unterstützen Taiwans Bemühungen, seine Streitkräfte zu modernisieren und die Verteidigungsfähigkeit zu stärken.

Der mögliche Rüstungsverkauf hätte einen Umfang von 14 Milliarden US-Dollar (umgerechnet ca. 12 Milliarden Euro). Der US-Kongress hatte ihn bereits im Januar 2025 vorab genehmigt. Bislang ist das Parlament nach Angaben von Senatoren vor einigen Tagen aber noch nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die Verkäufe an die Inselrepublik von der Regierung in Washington genehmigt wurden.


Trump plant Skulpturengarten für US-Helden in Washington

WASHINGTON: Zuerst ein neuer Ballsaal im Weißen Haus. Jetzt ein neuer Park. Immobilienentwickler und US-Präsident Donald Trump hat ein neues Projekt im Auge.

Nach dem Willen von US-Präsident Donald Trump soll in der US-Hauptstadt ein neuer Park mit Skulpturen amerikanischer Helden entstehen. Dafür solle ein Grundstück entlang des Flusses Potomac in Washington erschlossen werden, schrieb Trump auf Truth Social. In dem neuen Park, der «Nationaler Garten der amerikanischen Helden» heißen soll, sollen in Zukunft unter anderem Skulpturen amerikanischer Gründerväter, Kriegshelden, Athleten und Künstler zu sehen sein.

Das National Endowment for Humanities, eine Einrichtung der US-Regierung, stellte Fördergelder in Höhe von bis zu 200.000 Dollar (rund 172.000 Euro) pro Statue bereit. Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit per Dekret die Planung eines öffentlichen Skulpturengartens angeordnet und das Vorhaben kurz nach Beginn seiner zweiten Amtszeit wieder aufgegriffen.

Eröffnung des neuen Ballsaals 2028?

Der neue Ballsaal, für den Trump den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen ließ, soll im September 2028 eröffnet werden. Der bis zu 400 Millionen Dollar teure Bau werde eine der modernsten Einrichtungen seiner Art in den USA sein, schrieb Trump auf Truth Social. Denkmalschützer laufen gegen das Vorhaben Sturm.


Buhrufe und Pfiffe bei Merz-Auftritt auf dem Katholikentag

WÜRZBURG: Protestierende sorgen beim Katholikentag für Unruhe, als Friedrich Merz mit jungen Menschen über Zukunftsfragen spricht. Die Debatte geht dennoch weiter.

Klimaaktivisten haben eine Podiumsdiskussion mit Deutschlands Kanzler Friedrich Merz beim Katholikentag in Würzburg mit Zwischenrufen und Pfiffen gestört.

Die mehr als 1.000 Zuhörer im Saal verfolgten die Szenerie zunächst für wenige Minuten geduldig, forderten die etwa vier Protestierenden dann aber auf, zu gehen. Sicherheitskräfte zogen eine Frau aus dem Saal, eine weitere Aktivistin folgte freiwillig. Die Veranstaltung konnte schließlich fortgesetzt werden.

Nach Polizeiangaben hatten sich vor Merz' Auftritt etwa 400 Demonstranten vor dem Congress Centrum versammelt, um unter anderem gegen die Klimapolitik der deutschen Regierung zu protestieren.

Der Bundeskanzler hatte auf dem Podium mit Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, und der Geistlichen Leiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Lisa Quarch, über die drängenden Fragen der Jugend und ihre Zukunft gesprochen.


Kreml: Vorbereitung für Putin-Reise nach China abgeschlossen

MOSKAU: Die Klinke geben sich US-Präsident Trump und Kremlchef Putin in Peking nicht in die Hand. Aber «ganz bald» werde auch das russische Staatsoberhaupt nach China reisen, heißt es nun aus dem Kreml.

Nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump plant auch Kremlchef Wladimir Putin laut Angaben aus Moskau eine Reise nach China. Die Vorbereitungen dafür seien abgeschlossen und abgestimmt, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Der Besuch finde «ganz bald» statt, führte er aus, nannte aber kein genaues Datum. «Ganz ganz bald» werde es eine offizielle Erklärung in Abstimmung mit Peking geben, Moskau wolle nur nicht vorpreschen.

Zuvor hatte die «South China Morning Post» unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, dass der Besuch für den 20. Mai geplant sei. Das chinesische Außenministerium bestätigte das Datum auf Nachfrage nicht.

US-Präsident Donald Trump machte sich am Freitag nach einem mehrtägigen Staatsbesuch in China wieder auf den Rückweg in die USA. Putin war zuletzt im vergangenen Jahr in Peking gewesen, als mit einer Militärparade der 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs gefeiert wurde.


Toter Wal vor dänischer Insel Anholt entdeckt

ANHOLT: Vor der Küste der dänischen Insel Anholt treibt ein toter Wal im Meer. Einem Experten zufolge handelt es sich um einen Buckelwal. Was ist bislang bekannt?

Vor der dänischen Insel Anholt ist ein toter Wal entdeckt worden. Das Tier liege etwa 75 Meter vor der Küste und sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen. Unklar war zunächst, ob es sich um den Wal handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in den Skagerrak (Nordsee) transportiert worden war.

Nach Einschätzung eines örtlichen Naturaufsehers handelt es sich vermutlich um einen Buckelwal. Das Tier sei schätzungsweise 10 bis 15 Meter lang, sagte er dem Sender TV 2 Østjylland.

Derzeit gebe es keine Pläne, den Wal zu bergen. Das könne sich ändern, falls der Kadaver näher an die Küste treibe, hieß es weiter.


Xi empfängt Trump in abgeschotteter Regierungsanlage

PEKING: US-Präsident Donald Trump setzt seinen China-Besuch mit einem Gang durch das kaum zugängliche Machtzentrum der Kommunistischen Partei fort. Nur wenige Staatsgäste werden dort empfangen.

Am letzten Tag seines Peking-Aufenthalts ist US-Präsident Donald Trump als Gast in der abgeschotteten Anlage für Chinas Regierungsmitlieder empfangen worden. Wie Fotos zeigten, schüttelten sich Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im Garten der unter dem Namen Zhongnanhai bekannten Wohn- und Büroanlage im Herzen der Stadt die Hand.

Die Agenda sah ein Gespräch der beiden mit dazu gereichtem Tee vor und anschließend ein Arbeitsmittagessen. Trump will am Nachmittag (Ortszeit) wieder in Richtung USA aufbrechen.

Besuche von Staatsgästen in Zhongnanhai, einem früheren kaiserlichen Garten neben der berühmten Verbotenen Stadt, sind eher selten. Der damalige US-Präsident Barack Obama lief 2014 mit Xi durch das Machtzentrum der Kommunistischen Partei. Zu den Gästen der jüngeren Geschichte gehören der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko im vergangenen Jahr und Russlands Präsident Wladimir Putin 2024.


Xi will Trump Rosensamen schicken

PEKING: Beim Spaziergang durch den chinesischen Regierungssitz lobt Trump die Rosen im Garten. Xi macht seinem Gast daraufhin ein Angebot.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping will US-Präsident Donald Trump Rosensamen aus dem Garten des chinesischen Regierungssitzes Zhongnanhai schicken.

Am zweiten Tag des Besuchs spazierten beide Staatschefs durch die Anlage neben der Verbotenen Stadt. Dort arbeiten und wohnen Chinas Spitzenpolitiker. Nach Angaben anwesender US-Journalisten lobte Trump dabei die Rosen im Garten als besonders schön. Später sagte Xi demnach, er werde Trump Rosensamen schicken.

Der Besuch in Zhongnanhai gilt als symbolträchtiger Teil des zweitägigen Gipfels. Das Areal ist für ausländische Gäste nur selten zugänglich.

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