Neues aus dem Ausland am Dienstag

Die ikonischen Zwillingstürme des Katara Towers in Lusail bei Doha ragen sichelförmig in den Himmel – ein Symbol für die moderne Architektur Katars. Foto: Unsplash/Popup Agency
Die ikonischen Zwillingstürme des Katara Towers in Lusail bei Doha ragen sichelförmig in den Himmel – ein Symbol für die moderne Architektur Katars. Foto: Unsplash/Popup Agency

Ungarns neuer Regierungschef trifft Polens Führung

WARSCHAU: Ungarns neuer Ministerpräsident setzt auf Wandel: In Warschau sucht Peter Magyar das Gespräch mit Donald Tusk - ein Treffen mit Symbolkraft nach Jahren des autoritären Kurses.

Bei seiner ersten Auslandsreise im Amt trifft Ungarns neuer Ministerpräsident Peter Magyar am Mittwoch in Warschau Polens Führung. Am Vormittag (10.00 Uhr) steht ein Treffen mit dem proeuropäischen Regierungschef Donald Tusk auf dem Programm. Mittags (12.00 Uhr) trifft Magyar den rechtskonservativen Präsidenten Karol Nawrocki. Am Nachmittag will er in gemeinsam mit Tusk in dessen Heimatstadt Danzig mit dem Solidarnosc-Gründer und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa sprechen.

Der Besuch hat Symbolcharakter. Magyar hatte mit seiner bürgerlichen Tisza-Partei bei der ungarischen Parlamentswahl im April die Zweidrittelmehrheit erreicht und den Rechtspopulisten Viktor Orban nach 16 Jahren an der Macht abgelöst. Orban hatte den Rechtsstaat in Ungarn abgebaut und die Demokratie ausgehöhlt. Magyar hat eine Systemwende angekündigt.

Darin sehen viele eine Parallele zu Polens Regierungschef Donald Tusk. Diesem war es bei der Parlamentswahl 2023 gelungen, mit einem proeuropäischen Oppositionsbündnis die rechtskonservative PiS zu besiegen, die Polen acht Jahre regiert hatte.


Putin und Xi wollen Gespräche in Peking führen

PEKING: Kurz nach Trump reist Russlands Präsident Putin für politische Gespräche nach Peking. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zu China und internationale Konflikte.

Wenige Tage nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump beginnt Russlands Präsident Wladimir Putin an diesem Mittwoch seine politischen Gespräche in Peking. Geplant ist nach Angaben Moskaus ein Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Beide Seiten wollen über die Beziehungen ihrer Länder sowie internationale und regionale Fragen sprechen. Auf dem Programm steht nach russischen Angaben auch ein Treffen Putins mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang. Im Anschluss sollen mehrere bilaterale Dokumente unterzeichnet werden.

Der Besuch sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil Xi erst in der vergangenen Woche Trump in Peking empfangen hatte.


Dänemark will Buckelwal doch obduzieren

ANHOLT: Zwei Wochen nach seinem Transport Richtung Nordsee wurde der als «Timmy» bekannte Buckelwal tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Der Kadaver soll nun wissenschaftlich untersucht werden.

Die dänischen Behörden wollen den Kadaver des als «Timmy» bekannten Buckelwals vor der Insel Anholt entfernen und eine Obduktion ermöglichen. Das Tier liege an einem gut besuchten Strand im flachen Wasser und werde dort Badegäste und Einheimische voraussichtlich stark stören, hieß es von der dänischen Umweltbehörde zur Begründung. Deshalb solle der Wal geborgen werden. «Derzeit wird an einer Lösung gearbeitet, die es gleichzeitig ermöglicht, eine Obduktion durchzuführen und wertvolle wissenschaftliche Proben für Forschungszwecke zu sichern», so Jane Hansen von der Umweltbehörde.

Die Bergung des Wals, die Obduktion und die Probeentnahme übernehmen den Angaben zufolge dänische Forscher und Tierärzte. «Die dänischen Behörden sind zugleich in engem Austausch mit den deutschen Behörden über die Situation, und es findet eine laufende Abstimmung zwischen dänischen und deutschen Forschungseinrichtungen statt», sagte Hansen laut einer Mitteilung.

Die Umweltbehörde forderte Bürgerinnen und Bürger auf, sich dem Wal weiterhin nicht zu nähern, da Ansteckungsgefahr bestehen könne. Das mehrfach an Ostseeküsten gestrandete, geschwächte Tier war vor mehr als zwei Wochen von einer privaten Initiative zur Nordsee transportiert worden, wurde dann aber tot vor der Insel Anholt angeschwemmt.


EU-Parlament beschließt härtere Zollregeln für Stahlimporte

STRAßBURG: Günstiger Stahl, vor allem aus Asien, setzt Europas Hersteller unter Druck. Die EU will sie mit strengeren Import-Limits und Zöllen schützen.

Das Europäische Parlament hat schärfere Regeln zum Schutz der Stahlindustrie vor billiger Konkurrenz aus Ländern wie China beschlossen. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte in Straßburg dafür, dass deutlich weniger Stahl zollfrei in die EU eingeführt werden darf und darüber hinausgehende Importe mit einem höheren Strafzoll als bisher belegt werden. Die Neuregelung war zuvor mit den Mitgliedstaaten ausgehandelt worden, nun folgte mit der Abstimmung die formale Annahme des Kompromisses.

Besonders aus China, Indien und der Türkei importierter günstiger Stahl macht den europäischen Herstellern zu schaffen. Mit den neuen Regeln will die EU den europäischen Markt vor globaler Überproduktion schützen. Es geht auch darum, Arbeitsplätze zu sichern.

Die aktuellen Regelungen laufen zum 30. Juni aus. Nach den neuen Vorgaben wird die zollfreie Einfuhrmenge auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr begrenzt. Das sind etwa 47 Prozent weniger als bisher. Mengen, die diese Grenze überschreiten, sollen mit einem Strafzoll von 50 Prozent belegt werden, doppelt so viel wie bisher.

Damit die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen die Mitgliedstaaten noch formell zustimmen.


Estlands Verteidigungsminister: Nato-Kampfjets schießen Drohne ab

TALLINN/RIGA: In den Luftraum von Estland waren zuletzt wiederholt fehlgeleitete ukrainische Drohnen eingedrungen. Nun flog erneut ein Flugobjekt über das Gebiet des Baltenstaats - und wurde vom Himmel geholt.

Nato-Kampfjets haben über Estland eine Drohne abgeschossen, die in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen war. Nach Angaben von Verteidigungsminister Hanno Pevkur handelt es sich um den ersten Abschuss dieser Art. Rumänische F-16-Jets hätten die Drohne über dem Võrtsjärv-See im Süden des Landes vom Himmel geholt. Sie stürzte demnach in einem sumpfigen Gebiet ab, die Suche dauere noch an. Die estnische Sicherheitspolizei leite die Ermittlungen.

Laut Pevkur soll es sich vermutlich um ein ukrainisches Flugobjekt handeln, das mutmaßlich auf russische Ziele gerichtet war. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht.

Estland grenzt im Osten an Russland. Die Streitkräfte hatten zuvor Warnungen über eine mögliche Bedrohung für den Süden des Baltenstaats veröffentlicht. Auch im benachbarten Lettland wurde die Bevölkerung von mehreren Regionen nahe der Grenze zu Russland gewarnt. Nach Armeeangaben drang höchstwahrscheinlich eine Drohne in den lettischen Luftraum ein. Ob es sich dabei um dasselbe Flugobjekt handelte, das über Estland abgeschossen wurde, blieb zunächst unklar.

Nach einem Bericht des estnischen Rundfunks wurde die nordwestliche Region Russlands am Morgen wiederholt von Drohnenangriffen getroffen. Bei ukrainischen Angriffen waren in jüngster Zeit wiederholt fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen und teils abgestürzt, mit denen Kiew Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte.


Bahnverkehr im Raum Düsseldorf gestört nach Lkw-Unfall

DÜSSELDORF: Kleine Ursache, große Wirkung. Weil ein Lkw in einer Unterführung gegen das Bauwerk prallt, können vorerst keine Züge mehr darüber fahren. Und das auf einer verkehrsreichen deutschen Strecke.

Betroffen ist auch der Fernverkehr in Deutschland: Zahlreiche Bahnreisende von und nach Düsseldorf sowie auf der verkehrsreichen Strecke zwischen Düsseldorf und Köln müssen nach einem Lkw-Unfall in einer Unterführung mit Umleitungen und Ausfällen rechnen.

Wie lange die betroffene Bahnbrücke im Düsseldorfer Stadtteil Eller nicht von Zügen befahren werden könne, sei noch offen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn NRW. Im Infoportal Zuginfo.NRW wird nach Erfahrungen aus ähnlichen Fällen 14.00 Uhr prognostiziert. Die «Rheinische Post» hatte berichtet.

Wie der Bahn-Sprecher erklärte, falle im Fernverkehr der Halt Düsseldorf Hauptbahnhof bei einigen Verbindungen durch weiträumige Umleitungen von ICE-Zügen aus.

Die Bahn prüfe in solchen Fällen immer sehr genau, ob statische Mängel an der Brücke durch den Verkehrsunfall entstanden seien, erläuterte der Sprecher. Im aktuellen Fall bereite außerdem noch ein betroffenes Straßenschild Probleme, das an der Brücke hänge. Vibrationen bei einer Zugfahrt könnten zu stark sein.


Londoner Polizei untersucht antisemitischen Angriff auf Mann

LONDON: Wieder kommt es in London zu einem antisemitischen Angriff. Opfer ist dieses Mal ein Mann Mitte 20. Unmittelbar vor der Attacke soll er Hebräisch gesprochen haben.

Die Londoner Polizei untersucht erneut einen als antisemitisches Hassverbrechen eingestuften Angriff. Ein 22 Jahre alter Mann jüdischen Glaubens soll in der Nacht zu Montag im Norden der britischen Hauptstadt von mehreren Männern angegriffen worden sein, er erlitt Verletzungen im Gesicht und am Rücken. Bislang wurde niemand festgenommen, wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Die Organisation Campaign Against Antisemitism teilte mit, der 22-Jährige sei von fünf maskierten Männern angegriffen worden, als er gerade vor seiner Wohnung telefonierte und dabei Hebräisch sprach. «Der Angriff wird als antisemitisches Hassverbrechen behandelt», teilte die Polizei mit.

In dem Gebiet des Tatorts, dem Viertel Golders Green, war es zuletzt zu mehreren antisemitischen Angriffen gekommen. Unter anderem waren dort zwei Männer jüdischen Glaubens von einem Mann mit einem Messer angegriffen worden, diese Tat werteten die britischen Behörden als Terrorakt. Infolge des Angriffs war die Terrorwarnstufe im Vereinigten Königreich auf die vierte von fünf angehoben worden - das bedeutet, dass ein Anschlag in den kommenden sechs Monaten als «sehr wahrscheinlich» gilt.


Schweden kauft vier Fregatten aus Frankreich

STOCKHOLM: Schweden rüstet massiv auf: Für umgerechnet mehrere Milliarden Euro will sich das Land vier französische Hightech-Fregatten zulegen. Die Regierung spricht von einer historischen Investition.

Schweden will vier französische Fregatten für mehrere Milliarden Euro kaufen. «Das ist eine der größten militärischen Investitionen in Schweden seit der Einführung der Gripen-Jets in den 80er Jahren», sagte Regierungschef Ulf Kristersson bei einer Pressekonferenz. Es dreht sich um Fregatten vom Typ FDI der französischen Naval Group. Kristersson betonte die Luftabwehrfähigkeiten der Schiffe: «Damit verdreifacht sich die schwedische Luftabwehrkapazität im Vergleich zu heute.»

Schweden werde zur Bedingung machen, dass Systeme von Saab und Bofors zum Einsatz kämen, wenn es etwa um Torpedos, Kanonen und Radar gehe. Auch die Wartung werde in einer schwedischen Werft erfolgen. Die ersten Fregatten sollen den Angaben zufolge 2030 geliefert werden. Die rasche Lieferzeit sei ein Grund, weshalb man sich für die Naval Group entschieden habe, hieß es von der schwedischen Regierung.

«Die Schiffe werden als mobile Plattformen dienen, die den Luftraum schützen, U-Boote aufspüren und bekämpfen, Marineoperationen leiten und nicht zuletzt auch Seeverbindungen sichern sollen», sagt Verteidigungsminister Pål Jonson. Nach Schätzungen soll der Kaufpreis laut der Nachrichtenagentur TT bei mindestens zehn Milliarden Kronen (knapp 915 Millionen Euro) pro Fregatte liegen.


Zahl der Kreuzfahrtgäste erreicht Höchststand

WIESBADEN: Der Boom der Hochseekreuzfahrt dauert an. Wie viele Urlauber sich vergangenes Jahr von einem deutschen Hafen auf Fahrt begaben, hat nun das Statistische Bundesamt mitgeteilt.

Die Zahl der Kreuzfahrtgäste in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf einen Rekord gestiegen. Rund 1,51 Millionen Urlauber starteten eine Hochseekreuzfahrt von einem deutschen Hafen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zum Jahr zuvor entspricht das einer Zunahme um 4,1 Prozent.

Von 2019 auf 2020 waren die Passagierzahlen wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Reisebeschränkungen eingebrochen. Seit 2020 stiegen sie Jahr für Jahr. Die jüngsten Passagierzahlen liegen 13,5 Prozent über denen des Vor-Pandemie-Jahres 2019.

Auf EU-Ebene stehen bislang nur Zahlen für 2024 zur Verfügung. EU-weit starteten nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat 8,73 Millionen Menschen eine Hochseekreuzfahrt. Jeder sechste Reisende begann diese in Deutschland. Unter den EU-Staaten lag Deutschland damit auf Rang drei. Die meisten Passagiere gingen in Italien an Bord, gefolgt von Spanien.

Das Statistische Bundesamt hat für die Auswertung allein Kreuzfahrtschiffe berücksichtigt, die rein touristische Erlebnisse vermitteln. Flusskreuzfahrten wurden nicht berücksichtigt. Schiffe im normalen Fährbetrieb und Frachtschiffe mit einigen wenigen Kabinen wurden ausgeschlossen.


Zwei Brände toben im Süden Kaliforniens

LOS ANGELES: Verheerende Feuer breiten sich im US-Bundesstaat Kalifornien aus. Besonders betroffen: Simi Valley und die Insel Santa Rosa. Tausende Menschen müssen ihre Häuser verlassen.

Im Süden des US-Bundesstaats Kalifornien wüten gleich zwei verheerende Brände. Nordwestlich von Los Angeles hat sich ein Waldbrand in der Umgebung der Stadt Simi Valley auf eine Fläche von rund 5,5 Quadratkilometern ausgebreitet, wie die Feuerwehr am Montagabend (Ortszeit) mitteilte. Ein Feuer auf der Insel Santa Rosa, vor der Küste Kaliforniens, betrifft laut der Feuerschutzbehörde Cal Fire mittlerweile rund 59 Quadratkilometer.

Für mehrere Bezirke gelten Evakuierungsanweisungen, alleine im Bezirk Ventura sind rund 29.000 Menschen betroffen. Die Wetterbehörde hat für die Region sogenannte Santa-Ana-Winde vorhergesagt, die Feuer schnell vorantreiben können.

Zerstörerische Brände vor einem Jahr

Zwei folgenschwere Großbrände, das Palisades-Feuer am Westrand von Los Angeles und das Eaton-Feuer nahe Pasadena und Altadena, hatten zu Beginn des vorigen Jahres mehr als 16.000 Gebäude zerstört und 31 Menschen das Leben gekostet. Starke Winde führten damals dazu, dass die Flammen sich schnell ausbreiteten. Die Feuerwehr war wochenlang im Einsatz, um die Brände einzudämmen.

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