Nahostkrise: Geschehen am Sonntag

Nahostkrise: Geschehen am Sonntag

Aus dem irakischen Luftraum kommende Drohnen abgefangen

RIAD: Riad meldet den Abschuss von drei Drohnen und kündigt mögliche Gegenmaßnahmen an. Davor hatten auch die Emirate wieder von Drohnenattacken berichtet.

Saudi-Arabien hat erneut Drohnenangriffe gemeldet. Drei unbemannte Flugobjekte seien am Sonntagmorgen abgefangen und zerstört worden, nachdem sie aus dem irakischen Luftraum eingedrungen seien, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums auf X. Man behalte sich das Recht vor, zu einem geeigneten Zeitpunkt und an einem geeigneten Ort zu reagieren, hieß es weiter.

Am Sonntag hatten bereits die Vereinigten Arabischen Emirate drei Angriffe von aus dem Westen einfliegenden Drohnen gemeldet. Zwei wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums abgefangen, eine traf einen Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka. Woher die Drohnen stammten, werde noch untersucht, hieß es.

Im Iran-Krieg reagierten Irans Streitkräfte auf die Angriffe der USA und Israels mit Raketen- und Drohnenbeschuss auf Ziele in Israel und in der ganzen Golfregion. Seit Anfang April gilt in dem Konflikt eine von US-Präsident Donald Trump zuletzt einseitig verlängerte Waffenruhe. Spannungen in der Region hatten diese jedoch mehrfach ins Wanken gebracht. Neben dem Iran führten auch mit Teheran verbündete Milizen im Irak Angriffe durch.


Trump droht mit Zerstörung: «Für den Iran tickt die Uhr»

WASHINGTON: Trump hat dem Iran im Laufe des Kriegs mehrfach martialisch gedroht. Ein Kriegsende ist nach wie vor nicht in Sicht. Der US-Präsident warnt den Iran nun, schnell zu handeln.

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran inmitten der festgefahrenen diplomatischen Bemühungen mit Zerstörung. «Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. «DIE ZEIT DRÄNGT!»

Seit Anfang April gilt in dem Krieg eine von Trump zuletzt einseitig verlängerte Waffenruhe. Spannungen in der Region hatten diese jedoch mehrfach ins Wanken gebracht. Zudem sorgte der mangelnde Fortschritt bei den diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Kriegs in Washington zunehmend für Frust. Die Waffenruhe hänge nur noch am seidenen Faden, sagte Trump am vergangenen Montag. Auch nach Trumps Reise nach Peking in dieser Woche war zunächst unklar, ob sein Besuch Chinas - einem wichtigen Verbündeten Irans - ein Kriegsende in irgendeiner Form näher gebracht hat.


G7-Finanzminister beraten zu Iran-Krieg und Welthandel

PARIS: Wie reagiert die «Gruppe der Sieben» auf die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs und die Blockade an der Straße von Hormus? In Paris stehen internationale Handelsfragen im Fokus.

Die Finanzminister der führenden westlichen Industriestaaten (G7) beraten in Paris ab Montag (07.30 Uhr) über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus. Aus Deutschland reist Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zu dem Treffen an.

Dabei geht es bis Dienstag auch um Ungleichgewichte im Welthandel, die Versorgung mit kritischen Rohstoffen, die Finanzierung von Entwicklungsländern sowie das Vorgehen gegen die Finanzierung von Terrorismus und Organisierter Kriminalität. Weiteres Thema ist die Unterstützung der Ukraine.

Die «Gruppe der Sieben» (G7) ist eine informelle Allianz führender Industrienationen. Die Mitglieder sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. Auch die Zentralbanken der Mitgliedstaaten sind bei dem Treffen vertreten. Frankreich hat im laufenden Jahr den G7-Vorsitz.


Drohnenangriff auf Atomkraftwerk in den Emiraten

ABU DHABI: Irans Angriffe trafen in den Emiraten unter anderem Öl-Infrastruktur, jetzt geht auch am Kernkraftwerk in der westlichen Wüste eine Drohne nieder. Der Verdacht richtet sich erneut auf Teheran.

Bei einem Drohnenangriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist an einem Atomkraftwerk ein Feuer ausgebrochen. Ein Stromgenerator der Anlage in der Wüstenregion westlich von Abu Dhabi sei in Brand geraten, teilte das Medienbüro der Hauptstadt mit. Der Brand habe die Sicherheit der Anlage aber nicht gefährdet und der Betrieb laufe normal, hieß es. Auch Verletzte habe es nicht gegeben.

Der Verdacht richtete sich schnell gegen den Iran, der die Emirate seit Kriegsbeginn im Nahen und Mittleren Osten besonders stark angegriffen hat. Das Land meldete seit Ende Februar nahezu 3.000 iranische Angriffe mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern.

Das Atomkraftwerk Baraka ist die wichtigste Stromquelle der Emirate und soll mit seinen vier Reaktoren etwa ein Viertel des landesweiten Strombedarfs decken. Den Betreibern zufolge ist es das erste Atomkraftwerk in der arabischen Welt. Unter anderem treiben aber Saudi-Arabien und Ägypten eigene Pläne zur Entwicklung und Nutzung von Atomkraft voran.

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, zeigte sich schwer besorgt über den Vorfall. «Militärische Handlungen, die die Atomsicherheit gefährden, sind nicht hinnehmbar», teilte er mit. Die Emirate hätten die IAEA aber informiert, dass die Strahlenwerte normal seien.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.