Nahostkrise: Geschehen am Montag

Nahostkrise: Geschehen am Montag

Trump nennt «nächste Woche» für mögliche Iran-Einigung

WASHINGTON: Es ist unklar, ob es zu einem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran kommen wird. Eine Entscheidung Trumps steht aus. Nun gibt er einen zeitlichen Ausblick.

US-Präsident Donald Trump hat die «nächste Woche» als Zeitraum für eine mögliche Einigung mit dem Iran auf ein Rahmenabkommen genannt, das die Öffnung der Straße von Hormus umfasst. Das berichtete der US-Sender ABC News unter Berufung auf ein Telefon-Interview mit Trump. Dieser habe ergänzt, dass er noch Punkte klären müsse und dem Abkommen noch nicht zugestimmt habe. Auch aus dem Iran gibt es bislang keine öffentliche Zusage für eine Einigung.

Trump hat in der Vergangenheit immer wieder optimistische Zeitpläne bekanntgegeben, die dann schnell von der Realität eingeholt wurden.

Die USA und der Iran ringen intensiv um ein Rahmenabkommen unter anderem zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe. Trotz dieser Feuerpause kam es jedoch zuletzt vereinzelt immer wieder zu gegenseitigem Beschuss. Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Krieg gegen den Iran begonnen.


Wadephul bei Guterres: Krisen und Kriege Thema

NEW YORK: Vor dem Hintergrund der aktuellen internationalen Krisen trifft der deutsche Außenminister in New York den UN-Generalsekretär. Es geht um deren Bewältigung. Und Reformen bei der Weltorganisation.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich mit UN-Generalsekretär António Guterres über die aktuellen Krisen und Konflikte sowie der Rolle der UN bei deren Bewältigung ausgetauscht. In deutschen Delegationskreisen wurde in New York anschließend betont, angesichts der Vielzahl von Krisen und geopolitischer Verwerfungen müssten die UN schlagkräftiger werden. Deutschland unterstütze die wichtige UN80-Reforminitiative von Guterres.

Dieser will der Weltorganisation eine großangelegte Strukturreform verordnen, um Prozesse kostengünstiger und effizienter zu machen.

Nahost, Iran und Ukraine Thema

Aus den Kreisen hieß es mit Blick auf die Lage im Nahen Osten, Wadephul und Guterres hätten die Sorge angesichts der angespannten humanitären Lage im Gazastreifen und über die Ausweitung der Kampfhandlungen im Libanon geteilt. Beide seien sich einig gewesen, dass eine erneute militärische Eskalation in Iran vermieden werden und die für die weltweite Energieversorgung wichtige und vom Iran blockierte Straße von Hormus wieder frei passierbar sein müsse.


Trump: Gespräche mit Iran gehen weiter

WASHINGTON: Es ist unklar, ob es zu einem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran kommen wird. Eine Entscheidung Trumps steht aus. Er spricht jetzt von weiteren Gesprächen, aber auch von Langeweile.

Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran für ein mögliches Rahmenabkommen im Iran-Krieg gehen nach Aussage von US-Präsident Donald Trump weiter. In «schnellem Tempo» würden die Gespräche fortgeführt, schrieb der Republikaner am Nachmittag (Ortszeit) auf der Plattform Truth Social. Davor hatte der Sender CNBC Trump mit den Worten zitiert, dass sich die Gegenseite zu viel Zeit gelassen habe und dass die Verhandlungen anfingen, «sehr langweilig» zu werden.

Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen unter anderem zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe. Trotz dieser Feuerpause kam es jedoch immer wieder zu gegenseitigem Beschuss. Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Krieg gegen den Iran begonnen.


Tote und Schäden nach Angriff nahe einem Krankenhaus

BEIRUT: Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah nimmt kein Ende. Im Libanon werden immer wieder heftige Angriffe gemeldet. Ein jüngster Angriff beschädigt ein Krankenhaus stark.

Bei einem israelischen Luftangriff nahe einem Krankenhaus in der Küstenstadt Tyrus sind nach libanesischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, dass nach einer ersten Zählung 23 Personen verletzt worden seien. Der Strom auf der Intensivstation sei infolge des Angriffs ausgefallen.

Auf Bildern in sozialen Medien war zu sehen, wie die Räume des Krankenhauses zum Teil komplett verwüstet wurden. Lokale Medien berichteten, es seien massive Schäden entstanden. Die Kühlräume der Halle, in denen sich Leichen der im Konflikt Getöteten befanden, seien zertrümmert. Das gegenüber dem Krankenhaus gelegene Gebäude wurde Berichten zufolge von drei Raketen getroffen und dadurch nahezu komplett zerstört. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht.

Nach jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums wurden im Libanon seit Ausbruch der aktuellen Eskalation Anfang März 3.433 Menschen getötet und mehr als 10.000 weitere verletzt.


Iran fordert Menschen in Nordisrael zur Flucht auf

TEHERAN: Nach Israels Evakuierungsaufforderungen für Vororte von Beirut ruft nun der Iran Menschen in Israel zur Flucht auf. Eine Waffenruhe im Libanon gilt für Teheran als Teil der Verhandlungen mit den USA.

Der Iran warnt Israel vor Angriffen auf Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut. Das iranische Militärhauptquartier Chatam al-Anbija forderte die Bewohner von Israels Norden im Staatssender Irib zur Flucht auf, «um keinen Schaden zu nehmen», falls Israel tatsächlich Beirut angreifen sollte.

Zuvor hatte ein Sprecher der iranischen Streitkräfte im Staatssender gesagt, für den Iran sei der israelische Krieg im Libanon gegen die proiranische Hisbollah-Miliz nicht länger hinnehmbar. Er sprach eine Warnung für Israel und «seine westlichen Unterstützer» aus.

Das israelische Militär hatte die Bewohner der südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Flucht aufgerufen. Eine Waffenruhe im Libanon gilt als Teil der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Zuletzt hatte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf X bekräftigt, dass aus iranischer Sicht die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran den Libanon einschließe.


Behörde: Explosion auf Frachtschiff nahe Irak

BAGDAD/LONDON: Ein Vorfall nahe der irakischen Küste wirft Fragen nach Ursache und Hintergrund auf. Die Sicherheitslage in der Golfregion und im Iran bleibt angespannt.

Ein Frachtschiff ist im Persischen Golf südöstlich des irakischen Hafens Umm Kasr von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Wie die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO mitteilte, wurde das Schiff während der Durchfahrt durch den Golf von einem bislang nicht identifizierten Projektil getroffen. Dadurch kam es zu einer größeren Explosion an Bord.

Hinweise auf Umweltschäden lägen bisher nicht vor. Die zuständigen Behörden hätten Ermittlungen zur Ursache und den Hintergründen des Vorfalls aufgenommen. Die irakischen Behörden äußerten sich zunächst nicht. Genauere Angaben zum Ursprung des Projektils lagen zunächst nicht vor.


Libanon und Israel setzen Gespräche in Washington fort

BEIRUT: Die Sorge vor einer massiven Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah ist groß. Nun werden Gespräche zwischen dem Libanon und Israel fortgesetzt. Kommt es diesmal zu einer Lösung?

Inmitten der sich zuspitzenden Lage zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah im Libanon kommen israelische und libanesische Regierungsvertreter am Dienstag und Mittwoch zu weiteren direkten politischen Gesprächen zusammen. Es ist die vierte Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon. Sie sollen früheren Angaben zufolge wie die vorigen Gespräche auch in der US-Hauptstadt Washington abgehalten werden.

Die Lage zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte auch neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah in den Wohngebieten der Vororte der Hauptstadt Beirut an. Auch im Süden des Landes greift das israelische Militär weiter massiv an und rückt dort mit seinen Truppen auch immer weiter ins Landesinnere fort. Auch die mit dem Iran verbündete Hisbollah verstärkte ihrerseits die Angriffe auf Nordisrael.

Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei in dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah. Sie fordert bei den Gesprächen zunächst vor allem ein Ende der Kampfhandlungen und einen dauerhaften Waffenstillstand. Israel will eine Entwaffnung der Hisbollah durchsetzen. Eine Normalisierung der Beziehungen hat die libanesische Regierung unter den aktuellen Bedingungen mehrfach ausgeschlossen. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen ab. Sie hat die Gespräche mehrfach als Kapitulation bezeichnet.

Im Rahmen der Gespräche war Mitte April erstmals eine Waffenruhe erklärt worden. Sie wurde daraufhin mehrmals verlängert. Faktisch ging der Krieg jedoch weiter. Die Kampfhandlungen wurden seitdem nicht eingestellt.


Israels Militär ruft Bewohner von Beiruts Vororten zur Flucht auf

BEIRUT: Die Sorge vor erneuten israelischen Angriffen in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist groß. Jetzt spricht Israels Militär eine deutliche Warnung an die Hisbollah aus und droht den Bewohnern.

Das israelische Militär hat die Bewohner der südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Flucht aufgerufen. Ein Armeesprecher erklärte auf der Plattform X in arabischer Sprache, die Menschen sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen.

Sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte und Ortschaften fortsetzen, werde die israelische Armee mit Angriffen auf Ziele in den südlichen Vororten Beiruts reagieren. Es ist der erste Aufruf dieser Art für das Gebiet seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Mitte April.

Zuvor hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bereits neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah in denen als Dahija bekannten Vororten angekündigt. Seit dem Vormittag flohen viele Anwohner aus dem Gebiet. Die Vororte gelten als wichtiges Einflussgebiet der Hisbollah. Sie sind aber auch ein dicht besiedeltes Wohngebiet. Viele Gebäude wurden in dem Gebiet in dem aktuellen Krieg bereits zerstört.

Die Lage zwischen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah und Israel hat sich in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt. Trotz Waffenruhe herrscht faktisch Krieg. Die Angriffe auf die Hauptstadt und ihre Vororte hatten im Rahmen der Waffenruhe jedoch nachgelassen.


UN-Sicherheitsrat tagt zu Eskalation des Kriegs im Libanon

NEW YORK: Trotz offiziell geltender Waffenruhe greifen Israel und die Hisbollah einander weiter an. Der Krieg im Libanon eskaliert - und beschäftigt jetzt auch den UN-Sicherheitsrat in New York.

Der UN-Sicherheitsrat befasst sich noch heute bei einer Sondersitzung mit der Eskalation des Kriegs im Libanon. Das Treffen sei auf Antrag Frankreichs für 21.00 Uhr MESZ (15.00 Uhr Ortszeit) angesetzt, hieß es aus Diplomatenkreisen in New York.

Der Krieg im Libanon war mit dem Vormarsch israelischer Bodentruppen und möglichen neuen Angriffen im Raum von Beirut zuvor eskaliert - obwohl eigentlich Mitte April eine Waffenruhe verkündet wurde.


Libanons Präsident: «Verhandlungen sind sicherer als Krieg»

BEIRUT: Im Libanon breitet sich immer mehr Panik aus vor einer weiteren Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Regierung will an Verhandlungen festhalten.

Libanons Präsident Joseph Aoun will trotz der sich weiter zuspitzenden Lage zwischen Israel und der Hisbollah an Gesprächen mit der israelischen Regierung festhalten. «Verhandlungen sind sicherer als Krieg», sagte er vor einem Ausschuss der libanesischen Privatwirtschaft. Er betonte, Gespräche würden keine unmittelbaren Ergebnisse liefern, sondern benötigten Zeit.

Vorwürfe, Verhandlungen kämen einer Kapitulation gleich, wies Aoun zurück. Gespräche seien vielmehr ein Mittel, Kriege mit möglichst geringem Schaden zu beenden. Trotz möglicher Verzögerungen und Hindernisse halte die Regierung an ihrem Kurs fest. Krieg bringe keiner der beteiligten Seiten ein positives Ergebnis.

Israel warf er vor, die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens nicht ausreichend unterstützt zu haben. Nach den Vereinbarungen hätte Israel fünf weiterhin besetzte Positionen im Südlibanon räumen müssen. Stattdessen habe das Land seine Militäroperationen und den Beschuss von Ortschaften unter Berufung auf Selbstverteidigung fortgesetzt, sagte Aoun.

Israel und die libanesische Regierung hatten Mitte April erstmals eine Waffenruhe vereinbart. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen ab und setzt diese immer wieder einer Kapitulation gleich. Der Krieg ging trotz Waffenruhe weiter. In den letzten Tagen hat sich die Lage noch einmal deutlich zugespitzt. Morgen treffen sich erneut Vertreter der libanesischen und israelischen Regierung zu weiteren Gesprächen in der US-Hauptstadt Washington.


Reise von Ministerin Radovan in den Libanon abgebrochen

BERLIN: Die Lage im Libanon spitzt sich weiter zu. Ein geplanter Besuch aus Deutschland muss kurzfristig abgesagt werden.

Eine Reise von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) in den Libanon ist aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgebrochen worden. «Aufgrund laufender Bewertung der Entwicklungen der sich akut zuspitzenden Lage in Beirut wurde diese Entscheidung aus militärischen Gründen getroffen», lautete die offizielle Absage aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Reise in die libanesische Hauptstadt Beirut sei während des Anflugs gestoppt worden, hieß es.

Entwicklungsministerin Radovan wollte sich auf ihrem zweitägigen Besuch im Libanon ein Bild von den Auswirkungen des Krieges zwischen der Hisbollah und Israel machen. Es war geplant, dass sie mit dem norwegischen Minister Åsmund Grøver Aukrust reist.

Angedacht waren unter anderem Gespräche mit Libanons Präsident Joseph Aoun, Sozialministerin Haneen Sayed, die auch verantwortlich für die Krisenkoordination des Landes ist, und Bildungsministerin Rima Karami. Im Mittelpunkt sollte unter anderem die Lage der Binnenvertriebenen im Libanon stehen.

Die Lage zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah im Libanon hatte sich zuletzt dramatisch zugespitzt. Trotz einer offiziellen Waffenruhe geht der Krieg weiter. Zuletzt wiesen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister Israel Katz die Armee an, «terroristische Ziele der Hisbollah» in Beiruts Vororten anzugreifen, wie es in einer Mitteilung von Netanjahus Büro hieß.


Kuwait meldet feindliche Angriffe mit Raketen und Drohnen

KUWAIT-STADT: Die Golfstaaten stehen im amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran zwischen den Fronten. Trotz der geltenden Waffenruhe kommt in Kuwait einmal mehr die Luftabwehr zum Einsatz.

Im Golfstaat Kuwait ist am Morgen wegen feindlicher Luftangriffe mit Raketen und Drohnen Alarm ausgelöst worden. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilte der Generalstab der Armee auf der Plattform X mit. Explosionsgeräusche hingen damit zusammen, dass Geschosse abgefangen würden. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge zu leisten.

Zur Herkunft der Drohnen und Raketen und den Zielen der Angriffe schwieg die Armee. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar feuerten die Streitkräfte der Islamischen Republik jedoch schon mehrmals solche Geschosse auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf. Dort unterhält das US-Militär zahlreiche Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind. Trotz der Waffenruhe hatten auch die Golfstaaten zuletzt vereinzelt Beschuss gemeldet.


Iran meldet Vergeltungsangriff auf US-Ziel

TEHERAN: In den vergangenen Tagen kam es wieder zu gegenseitigem Beschuss im Iran-Krieg. Die Revolutionsgarden melden nun einen Vergeltungsschlag. Eine wichtige Information nennen sie nicht.

Die iranischen Revolutionsgarden haben einen Vergeltungsschlag nach einem US-Luftangriff gemeldet. Nach der US-Attacke in der Provinz Hormusgan im Landessüden sei der Stützpunkt durch Irans Streitkräfte attackiert worden, von dem der Angriff ausging, hieß es in einer Erklärung der Elitestreitmacht. Der Ort wurde dabei nicht erwähnt.

Zuvor hatte der Golfstaat Kuwait am Morgen wegen feindlicher Luftangriffe Alarm ausgelöst. Zur Herkunft der Drohnen und Raketen und den Zielen der Angriffe schwieg die Armee. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge zu leisten. Wie auch in anderen Golfstaaten unterhält das US-Militär dort Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind.

Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe und für weiteren Verhandlungen. Das US-Militär hatte am Wochenende eigenen Angaben zufolge Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran bombardiert, nachdem Teheran zuvor eine amerikanische Drohne abgeschossen haben soll. Trotz der Waffenruhe kam es jüngst wieder zu gegenseitigem Beschuss.


Wieder Hinrichtungen nach Protesten im Iran

TEHERAN/OSLO: Irans Justiz wendet seit Monaten die Todesstrafe rigoros an. Im Zusammenhang mit den Massenprotesten von Januar werden viele Männer gehängt.

Im Iran sind wieder zwei Männer im Zusammenhang mit den Aufständen im Januar hingerichtet worden. Mehrdad Mohammadi-Nia und Aschkan Maleki wurde unter anderem zur Last gelegt, während der Massenproteste eine Moschee in Brand gesetzt zu haben, wie das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan berichtete. Das Urteil sei am Montagmorgen vollstreckt worden, hieß es weiter.

Die Demonstrationen waren Ende Dezember wegen der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.

Im Zusammenhang mit den Protesten ließ Irans Justiz mindestens 17 Menschen hinrichten, wie die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) berichtete. «Die Hinrichtung von Demonstranten und Gefangenen, denen sicherheitsrelevante Straftaten vorgeworfen werden, ist ein Mittel der Unterdrückung und der Einschüchterung der Öffentlichkeit», schrieb die Organisation auf X.

Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet - der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Kontext des Iran-Kriegs wurden Todesurteile gegen mutmaßliche Spione und politische Gefangene vollstreckt.


US-Militär greift nach Drohnenabschuss iranische Ziele an

WASHINGTON: Nach dem Abschuss einer US-Drohne durch Teheran reagiert das US-Militär mit Angriffen auf iranische Stellungen.

Das US-Militär hat am Wochenende Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran bombardiert, nachdem Teheran zuvor eine amerikanische Drohne abgeschossen hatte. Das zuständige Regionalkommando (Centcom) sprach auf der Plattform X von «Selbstverteidigungsschlägen» und warf Teheran «aggressives Handeln» vor. Die US-Drohne vom Typ MQ-1 sei über internationalen Gewässern abgeschossen worden, hieß es weiter.

Im Detail teilte Centcom mit, US-Kampfflugzeuge hätten bei «gezielten Angriffen» in Goruk sowie auf der in der Straße von Hormus gelegenen Insel Qeschm iranische Luftabwehrsysteme zerstört, ebenso eine Bodenkontrollstation und zwei Kamikaze-Drohnen. Diese hätten eine unmittelbare Bedrohung für Schiffe in den regionalen Gewässern dargestellt. US-Soldaten seien bei den Einsätzen nicht zu Schaden gekommen.


Entwicklungsministerin fordert Waffenstillstand im Libanon

BERLIN/BEIRUT: Kurz vor dem Landeanflug auf Beirut musste der Flieger von Reem Alabali Radovan umdrehen - wegen der Eskalation im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah. Was die Ministerin nun fordert.

Nach dem Abbruch ihrer Reise in den Libanon hat Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan Israel und die proiranische Hisbollah-Miliz zur Deeskalation aufgerufen. «Ich verurteile die Angriffe der israelischen Regierung, diese dramatische Eskalation», sagte die SPD-Politikerin dem ZDF-«Heute Journal Update». Ebenso müsse auch die Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels einstellen. «Jetzt müssen im Vordergrund vor allem die politischen Lösungen stehen und natürlich die militärische Deeskalation», forderte Alabali Radovan. «Es muss jetzt alles getan werden für einen Waffenstillstand.»

Die Reise in die libanesische Hauptstadt Beirut war am Montag nach Angaben ihres Ministeriums «aus militärischen Gründen» kurzfristig gestoppt worden. Die Sicherheitslage habe sich kurz vor dem Landeanflug so weit zugespitzt, «dass das Verteidigungsministerium beschlossen hat, dass wir nicht in Beirut landen können, dass wir abdrehen müssen und in Zypern zwischenlanden müssen», schilderte die Ministerin.

Alabali Radovan wollte sich bei ihrem Besuch in dem Mittelmeerland gemeinsam mit dem norwegischen Minister Åsmund Grøver Aukrust ein Bild von den Auswirkungen des Krieges zwischen der Hisbollah und Israel machen. Sie verteidigte ihre Reisepläne: Ihr sei es wichtig gewesen, den Menschen im Libanon und der libanesischen Regierung Solidarität und Unterstützung vor Ort zu signalisieren. Die Sicherheitsbehörden hätten die Reise freigegeben. Nach ihrer Darstellung kam es zu dem Abbruch infolge der Ankündigung der israelischen Regierung, dass es Angriffe auf südliche Vororte Beiruts geben werde.

Die Lage zwischen Israel und der vom Iran unterstützen Hisbollah hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israel und die libanesische Regierung - die keine Konfliktpartei ist - hatten Mitte April zwar eine Waffenruhe geschlossen. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen mit Israel jedoch ab. Der Krieg geht seitdem weiter. Am Montagabend deutscher Zeit machte US-Präsident Donald Trump aber Hoffnungen auf eine Deeskalation.

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