US-Militär: Angriffe auf Ziele im Iran und Minenleger-Boote
TAMPA: Eigentlich gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Trotzdem kommt es erneut zu US-Angriffen - in begrenztem Ausmaß. Das Militär spricht von Selbstverteidigung zur Abwehr einer iranischen Bedrohung.
Das US-Militär hat trotz der Waffenruhe im Süden des Irans Raketenstellungen angegriffen sowie im Bereich der Straße von Hormus Boote attackiert, die Minen in der Meerenge verlegen wollten. Die «Angriffe zur Selbstverteidigung» dienten dem Schutz der Truppen vor Bedrohungen durch das iranische Militär, erklärte ein Sprecher des zuständigen Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom). Das US-Militär übe sich im Rahmen der aktuellen Waffenruhe in Zurückhaltung, verteidige aber seine eigenen Verbände.
Iranische Medien berichteten, es habe nach einem US-Angriff im Bereich der Insel Larak in der Straße von Hormus mehrere Tote gegeben. Das US-Militär machte zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern und nannte keine weiteren Details zu den Angriffen auf die iranischen Ziele.
Obwohl die Waffenruhe im Iran-Krieg weitestgehend hält, hat es rund um die Straße von Hormus schon mehrere gegenseitige Angriffe gegeben. Anfang Mai etwa attackierte der Iran US-Militärschiffe in der Meerenge mit Raketen und Schnellbooten, die USA griffen Ziele auf dem iranischen Festland an.
Trump: Angereichertes Uran des Irans wird zerstört werden
WASHINGTON: Donald Trump deutet ein mögliches Rahmenabkommen für ein Ende des Iran-Krieges an. Dessen Details sind unklar. Jetzt spricht der US-Präsident über das im Iran bereits angereicherte Uran.
Das im Iran bereits angereicherte Uran soll nach den Worten von US-Präsident Donald Trump in den USA oder an einem anderen Ort zerstört werden. Entweder es werde «sofort» an die USA übergeben, um in die Vereinigten Staaten gebracht und dort zerstört zu werden, oder in Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Iran vor Ort oder andernorts zerstört, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Der Prozess solle von Atomenergie-Experten überwacht werden, meinte Trump - und verwies auf die «Atomenergie-Kommission». Unklar war zunächst, ob er damit eine US-Behörde oder möglicherweise die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO mit Sitz in Wien meint.
Offen blieb auch, ob Trump einen aktuellen Stand aus Verhandlungen rund um ein mögliches Rahmenabkommen für ein Ende des Iran-Kriegs spiegelte - also ob es bislang nur eine Forderung ist, die die US-Regierung in den Gesprächen erhebt oder ob das ein bereits vereinbarter Bestandteil des Deals sein könnte. Der Umgang mit etwa 400 Kilogramm an hochangereichertem Uran Teherans ist ein zentraler Streitpunkt in den Verhandlungen. Am Wochenende hatte Trump angekündigt, dass ein Rahmenabkommen «weitgehend» ausgehandelt worden sei.
Israel und die USA waren am 28. Februar gemeinsam gegen den Iran in den Krieg gezogen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte am Sonntag mit, bei einem Telefongespräch mit Trump am Vorabend seien sich beide einig gewesen, «dass jedes endgültige Abkommen mit dem Iran die nukleare Gefahr beseitigen muss». Dies bedeute, dass die iranischen Anlagen zur Urananreicherung abgebaut und die Bestände an hochangereichertem Uran aus dem Land entfernt werden müssten.
Netanjahu in Klinik eingeliefert - Büro: zahnmedizinische Behandlung
TEL AVIV: Mit seiner Gesundheit hatte Netanjahu in der Vergangenheit öfter Probleme. Am späten Abend wird er erneut in eine Klinik eingeliefert. Sein Büro beruhigt.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist Berichten zufolge am späten Abend in ein Krankenhaus in Jerusalem eingeliefert worden. Er lasse sich dort einer zahnärztlichen Behandlung unterziehen, berichteten israelische Medien unter Berufung auf sein Büro. Die genaue Art der Behandlung wurde nicht bekanntgegeben.
Vor rund einem Monat hatte der 76-Jährige erstmals eine Behandlung wegen eines bösartigen Prostatatumors bekanntgegeben und danach mitgeteilt, er sei gesund. Zugleich erklärte er, er habe die Veröffentlichung seines Gesundheitsberichts verzögert, um zu verhindern, dass Irans Führung Propaganda verbreite.
Während des Iran-Kriegs hatte es Gerüchte in den sozialen Medien gegeben, dass Netanjahu längst tot sei. Im In- und Ausland gibt es auch immer wieder Spekulationen über seinen Gesundheitszustand.
Der israelische Ministerpräsident wurde in der Vergangenheit öfter wegen gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus behandelt. 2024 wurde er auch wegen einer Hernie operiert. Im Sommer 2023 war ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt worden. Im vergangenen Jahr hatte er eine Darmentzündung, die er allerdings zu Hause auskurieren konnte.
Weitere Hinrichtung in Zusammenhang mit Protesten
TEHERAN: Die Welle von Hinrichtungen im Iran ebbt nicht ab. Nach den Massenprotesten im Januar ist ein weiterer Mann hingerichtet worden. Er soll auf Sicherheitskräfte geschossen haben.
In Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar ist im Iran erneut ein Mann hingerichtet worden. Der Mann soll Schüsse auf Sicherheitskräfte abgegeben und in der Region der Stadt Isfahan ein Regierungsgebäude angegriffen haben, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.
Der Mann sei am Morgen gehängt worden, nachdem der Oberste Gerichtshof das Urteil bestätigt hatte. Die Nachrichtenagentur verbreitete Videomaterial eines Vorfalls, der eine Plünderung zeigen soll.
Die Exekution kommt während einer Hinrichtungswelle im Iran. Derzeit werden nach den Massenprotesten von Anfang des Jahres, die die Führung des Landes brutal niederschlagen ließ, und in Zusammenhang mit Spionagevorwürfen viele Todesurteile vollstreckt.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtet von mindestens 2.159 Hinrichtungen im Iran im vergangenen Jahr - einem neuen Höchstwert seit 1981. In der Islamischen Republik werde die Todesstrafe zur politischen Unterdrückung und Einschüchterung der Bevölkerung angewandt, schrieb die Organisation in einem Bericht von vergangener Woche.