US-Militär: Weiterer Angriff des Irans abgewehrt
TAMPA: Trotz geltender Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran geht der gegenseitige Beschuss weiter. Erneut feuert der Iran dem US-Militär zufolge auf Ziele in Kuwait.
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht einen weiteren iranischen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte im Golfstaat Kuwait abgewehrt. Eine «Welle iranischer Drohnen» habe ihr Ziel verfehlt, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit. Die US-Luftverteidigung habe mehrere Drohnen erfolgreich abgeschossen. Niemand sei verletzt worden, es gebe keine Schäden, hieß es weiter. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Zuvor hatte das US-Militär bereits einen größeren Angriff des Irans auf Ziele in Kuwait und dem Inselstaat Bahrain nach eigenen Angaben erfolgreich abgewehrt. Die beiden Staaten am Persischen Golf beherbergen wichtige US-Militärstützpunkte.
Kuwait meldet feindliche Angriffe mit Raketen und Drohnen
KUWAIT-STADT: Im amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran wird Kuwait erneut zum Ziel von Angriffen. Trotz Waffenruhe ist die Luftabwehr im Einsatz. Auch in Bahrain heulen die Sirenen.
Der Golfstaat Kuwait wird erneut von Raketen und Drohnen angegriffen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilten die Streitkräfte des Landes in der Nacht auf der Plattform X mit. Explosionsgeräusche hingen damit zusammen, dass Geschosse abgefangen würden. Zur Herkunft der Drohnen und Raketen und den Zielen der Angriffe gab es zunächst keine Angaben. Auch in Bahrain gab es in der Nacht Raketenalarm, wie das Innenministerium bekannt gab. Die Bevölkerung solle sich ruhig verhalten und an sicheren Orten aufhalten.
Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar feuerten die Streitkräfte der Islamischen Republik jedoch immer wieder solche Geschosse auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf. Dort unterhält das US-Militär zahlreiche Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind. Trotz der eigentlich seit Anfang April geltenden Waffenruhe kam es zuletzt vereinzelt erneut zu solchen iranischen Angriffen. Teheran sprach dabei von Vergeltung für Angriffe des US-Militärs.
Kurz zuvor hatte das US-Militär bekanntgegeben, im Persischen Golf einen unbeladenen Öltanker mit einer Rakete angegriffen und damit außer Gefecht gesetzt zu haben. Das Schiff habe am Dienstag versucht, einen iranischen Hafen anzulaufen und sei daher vor der für Teherans Ölexport wichtigen Insel Kharg getroffen worden, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf X mit. Die USA hatten am 13. April mit einer Blockade des gesamten Schiffsverkehrs begonnen, der in iranische Häfen ein- und ausläuft.
Trump: Die Gespräche mit dem Iran laufen ununterbrochen weiter
WASHINGTON: Iranische Agenturen melden einen Stopp der Gespräche mit den USA über ein Ende des Kriegs. US-Präsident Trump bezeichnet solche Berichte als Fake News.
US-Präsident Donald Trump bekräftigt ungeachtet gegenteiliger Aussagen aus dem Iran, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zum Iran-Krieg andauern. «Fake-News-Berichte, wonach die Islamische Republik Iran und die USA vor einigen Tagen die Gespräche eingestellt hätten, sind falsch und irreführend», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. «Die Gespräche zwischen uns laufen ununterbrochen weiter, auch vor vier Tagen, vor drei Tagen, vor zwei Tagen, vor einem Tag und heute.»
«Wohin sie führen, weiß man nie», schrieb Trump weiter. Aber er habe dem Iran gesagt: «Es ist an der Zeit, dass ihr auf die eine oder andere Weise einen Deal abschließt. Ihr macht das schon seit 47 Jahren, und das darf nicht länger so weitergehen», schrieb Trump und spielte auf die Revolution von 1979 an, bei der die Monarchie durch die Islamische Republik ersetzt wurde.
Vor Trumps Post hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtet, seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt. Bereits am Montag hatte die iranische Agentur Tasnim ähnlich berichtet und das Ende der indirekten Verhandlungen mit dem andauernden Krieg Israels gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon begründet.
Am Montag hatte Trump ein Ende der Kämpfe im Libanon angekündigt. An diesem Mittwoch sollen politische Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in der US-Hauptstadt Washington fortgesetzt werden.
Netanjahu: Werden Irans Führung beim Verschwinden helfen
TEL AVIV: Ein Machtwechsel in Teheran war schon länger kein Thema mehr. Jüngste Äußerungen Netanjahus lassen aber darauf schließen, dass er an diesem Ziel festhält.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hält an dem Ziel fest, die iranische Regierung stürzen zu wollen. Die Führung in Teheran sei «dazu bestimmt, aus der Welt zu verschwinden», sagte er bei einer Zeremonie zum Amtsantritt des neuen Leiters des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, Roman Gofman. «Und wir werden ihr dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen». Einzelheiten dazu, wie genau dies gelingen soll, ließ er offen.
Zu Beginn des Kriegs hatte US-Präsident Donald Trump die iranische Bevölkerung ermutigt, ihre Führung zu stürzen. Später äußerte er sich zu dem Thema nicht mehr. Auch Netanjahu forderte die Menschen im Iran mehrfach dazu auf, sich gegen ihre Regierung aufzulehnen. Beobachter in Israel mutmaßten, Israel sei der Sturz der Führung in Teheran wichtiger als den USA. Seit einiger Zeit, vor allem seit Beginn der Waffenruhe am 8. April, erwähnte Netanjahu einen Machtwechsel im Iran dann auch nicht mehr.
Iran-Experten sind skeptisch, ob die iranische Führung während des Kriegs gestürzt werden kann. Als Gründe führen sie an, dass die iranische Opposition nicht geeint sei. Es sei auch nicht zu erkennen, dass die Elite oder die Revolutionsgarden gespalten seien.
Keine Gespräche mehr mit USA
TEHERAN: Für den Iran gilt Frieden im Libanon als Teil der Verhandlungen mit den USA. Jetzt berichten iranische Medien, dass wegen der Kämpfe dort Teheran nicht mehr mit Washington verhandelt.
Nach Wochen stagnierender Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA berichten iranische Medien von einem Ende der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht.
Das Ende der indirekten Verhandlungen mit den USA komme im Zuge des andauernden Kriegs Israels im Libanon, hatte am Montag die iranische Agentur Tasnim berichtet. Solange der Krieg dort weitergehe, gebe es keine Gespräche, hieß es weiter. Israel führt im Libanon Krieg gegen die Hisbollah-Miliz, die vom Iran unterstützt wird.
Noch am Montagabend hatte der iranische Verhandlungsführer und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf auf X geschrieben, sollte «die israelische Aggression gegen den Libanon» andauern, werde man «nicht nur den Verhandlungsweg stoppen, sondern auch in eine direkte Konfrontation mit dem Feind treten». US-Präsident Donald Trump hatte auf Truth Social betont, die Gespräche mit Teheran würden in «schnellem Tempo» fortgeführt.
Zudem hatte Trump ein Ende der Kämpfe im Libanon angekündigt. Am Mittwoch sollen politische Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in der US-Hauptstadt Washington fortgesetzt werden.
Iran bereitet Beisetzung von Chamenei vor
TEHERAN: Drei Monate nach Chameneis Tötung äußert sich erstmals ein Politiker im Iran zum geplanten Begräbnis und den Trauerfeiern in mehreren Städten.
Mehr als drei Monate nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei gibt es erstmals Äußerungen zu seinem geplanten Begräbnis. Die Beerdigung sei für den Beginn des islamischen Trauermonats Muharram geplant, sagte der stellvertretende Teheraner Bürgermeister Amin Tawakolisadeh, wie iranische Medien berichteten. Ein Datum wäre somit ab Mitte Juni möglich.
Die Trauerfeiern sollen offiziell in der iranischen Hauptstadt Teheran, der Pilgerstadt Ghom sowie Chameneis Heimatort Maschhad abgehalten werden. In dem zentralen religiösen Zentrum Maschhads, dem Imam-Resa-Mausoleum, soll der frühere Religionsführer beigesetzt werden. In Teheran bereiten sich die Behörden auf Versammlungen von bis zu 20 Millionen Menschen vor.
Chamenei war am 28. Februar, dem ersten Tag des Kriegs, bei einem israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden. Lange blieb unklar, wann der oberste Führer, der den Iran jahrzehntelang mit harter Hand regiert hatte, beigesetzt werden soll. Auch aus Sicherheitsgründen waren zunächst keine großen Trauerfeierlichkeiten geplant, bei denen hochrangige Vertreter aus Politik und Militär erwartet werden.
Drei Vergewaltiger im Iran hingerichtet
TEHERAN: Todesurteile wegen Spionage, Drogendelikten und Verstößen gegen die nationale Sicherheit: Irans Justiz wendet die Todesstrafe rigoros an. Nun wurden auch mehrere verurteilte Vergewaltiger gehängt.
Inmitten einer Hinrichtungswelle hat die iranische Justiz drei Vergewaltiger hängen lassen. Zwei Todesurteile seien am Morgen in der kurdischen Stadt Ghorweh vollstreckt worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ein weiterer Mann wurde demnach in der nördlichen Stadt Rascht gehängt.
Der Fall in Rascht ereignete sich dem Bericht zufolge im Sommer 2025. Damals habe der nun exekutierte Mann einen Zehnjährigen entführt, vergewaltigt und ermordet, hieß es bei Misan. Der Täter sei noch am selben Tag gefasst worden, als die Eltern des Jungen eine Vermisstenanzeige stellten.
Die Vergewaltigung in Ghorweh geschah im August 2024. Die beiden Täter sollen damals einen 14-Jährigen entführt und vergewaltigt haben. Zum Schicksal des Jungen gab es keine Details. Die Angeklagten hätten die Urteile angefochten. Der oberste Gerichtshof bestätigte jedoch die Todesstrafen.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet - der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Kontext des Iran-Kriegs wurden Todesurteile gegen mutmaßliche Spione und politische Gefangene vollstreckt.