Nahostkrise: Geschehen am Mittwoch

Nahostkrise: Geschehen am Mittwoch

USA bestätigen Angriff auf Ziel im Iran

WASHINGTON: Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird erneut auf die Probe gestellt. Doch auch nach den neuen Angriffen sehen die USA sie weiter in Kraft.

Das US-Militär hat nahe der Straße von Hormus eine iranische Stellung angegriffen, von der aus Drohnen gesteuert wurden. Zudem seien vier Drohnen abgeschossen worden, die eine Bedrohung für die USA darstellten, erklärte ein US-Beamter. Die angegriffene Stellung in der Stadt Bandar Abbas sei gerade dabei gewesen, eine fünfte Drohne abzufeuern. «Diese Maßnahmen waren zurückhaltend, rein defensiv und darauf ausgerichtet, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten», hieß es weiter.

Die Angaben des US-Militärs zu dem Vorfall ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Iranische Medien hatten zuvor von Explosionsgeräuschen in der Nähe von Bandar Abbas berichtet.


Explosionen bei Stadt Bandar Abbas am Persischen Golf

TEHERAN: Erst kürzlich hatte es im Süden des Landes Feuergefechte zwischen den Streitkräften der USA und des Irans gegeben. Nun werden erneut nächtliche Explosionen gemeldet.

Aus dem Süden des Irans werden erneut Explosionen gemeldet. Östlich der Stadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus seien drei Explosionen zu hören gewesen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars in der Nacht auf der Plattform Telegram. Der Grund dafür war zunächst unklar, genauso wie der genaue Ort der Zwischenfälle, hieß es. Die Luftverteidigung sei aktiviert worden.

Bandar Abbas ist die Hauptstadt der Provinz Hormusgan und gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren des Irans im Golfraum und an der Straße von Hormus.

Erst kürzlich hatten iranische Medien in der Region nach nächtlichen Feuergefechten mit dem US-Militär Explosionen gemeldet. Die USA hatten unter anderem Ziele auf dem iranischen Festland angegriffen, der Iran attackierte US-Militärschiffe mit Raketen und Schnellbooten. Unklar blieb, welche Kriegspartei zuerst das Feuer eröffnet hatte.


Israel meldet Angriff auf Hamas-Kommandeure in Gaza

GAZA/TEL AVIV: Bei einem israelischen Luftangriff in Gaza werden nach örtlichen Angaben mindestens fünf Menschen getötet. Israels Armee teilte mit, es seien zwei zentrale Hamas-Mitglieder angegriffen worden.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben im nördlichen Gazastreifen zwei ranghohe Mitglieder der islamistischen Terrororganisation Hamas angegriffen. Nach israelischen Medienberichten handelte es sich um Kommandeure der Palästinenserorganisation. Aus palästinensischen Kreisen gab es noch keine Bestätigung für ihren Tod.

Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde teilte jedoch mit, mindestens fünf Menschen seien bei einem israelischen Luftangriff auf ein Haus in der Stadt Gaza getötet worden. Nach Angaben von Sanitätern gab es zudem 15 Verletzte.

Erst am Vorabend hatte die israelische Armee in Gaza nach Militärangaben den neuen militärischen Führer der Hamas im Gazastreifen bei einem Angriff getötet. Die Hamas bestätigte den Tod von Mohammed Odeh sowie von Mitgliedern seiner Familie. Offiziell gilt seit Oktober vergangenen Jahres eine Waffenruhe, doch es kommt immer wieder zu israelischen Angriffen und Konfrontationen.


Erneut libanesischer Soldat bei israelischem Angriff getötet

BEIRUT: Die libanesische Armee ist am aktuellen Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah nicht beteiligt. Dennoch geraten ihre Soldaten immer wieder in die Schusslinie.

Bei einem israelischen Angriff im Libanon ist nach Armeeangaben erneut ein Soldat getötet worden. Er sei bei einem Angriff nahe der Stadt Nabatija im Südlibanon getötet worden, teilte die libanesische Armee mit. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht.

Erst am Dienstag war bei einem Angriff ein Soldat getötet worden. Er sei bei einem israelischen Angriff in der Bekaa-Ebene ums Leben gekommen, teilte die Armee mit. Sein Leichnam konnte am Nachmittag geborgen werden. Das israelische Militär teilte mit, die Angelegenheit zu prüfen.

Im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist die libanesische Armee keine Konfliktpartei. Auch die libanesische Regierung zählt nicht als Kriegspartei. Sie hatte sich Mitte April mit der israelischen Regierung auf eine Waffenruhe geeinigt. Die gegenseitigen Angriffe werden jedoch sowohl von der Hisbollah als auch von Israel weiter fortgesetzt. Zuletzt hat sich die Lage erneut deutlich zugespitzt. Insbesondere im Libanon kommt es erneut zu heftigen Angriffen Israels.


Trump: Sprechen nicht über Lockerung von Iran-Sanktionen

WASHINGTON: Es ist noch unklar, ob es zu einem Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA für ein mögliches Kriegsende kommen wird. Trump äußert sich, was die USA in den Verhandlungen gerade nicht anbieten.

Die USA bieten nach den Worten von US-Präsident Donald Trump dem Iran in den Verhandlungen über ein Ende des Kriegs derzeit keine Lockerung von Sanktionen an. «Nein, wir sprechen nicht über irgendeine Lockerung von Sanktionen», sagte der Republikaner in der Kabinettsitzung im Weißen Haus. Auch über Gelder, die der Iran für sich beanspruche, habe man im Moment weiter die Kontrolle. Trump war von einer Reporterin gefragt worden, ob die USA erwägen, Sanktionen gegen den Iran zu lockern, damit das Land wieder sein Rohöl verkaufen darf.


Israel erklärt Südlibanon zur «Kampfzone»

BEIRUT: Die Lage im Libanon spitzt sich immer weiter zu. Die israelische Armee weitet ihre Evakuierungsaufforderungen aus. Das führt im Süden des Landes zu Panik.

Die israelische Armee hat große Teile des Südlibanons zur «Kampfzone» erklärt und die Bevölkerung zur Flucht aufgerufen. Alle Bewohner südlich des Sahrani-Flusses sollten sich in Richtung Norden in Sicherheit bringen, teilte ein Militärsprecher in arabischer Sprache auf der Plattform X mit. Der Sahrani-Fluss verläuft etwa 40 Kilometer nördlich der libanesisch-israelischen Grenze.

In einer Videobotschaft erklärte der Sprecher, die Menschen sollten sich von Infrastruktur der proiranischen Hisbollah-Miliz fernhalten. Die israelische Armee bereite sich darauf vor, «mit äußerster Härte» gegen die Miliz vorzugehen.

Zuvor hatte das israelische Militär bereits unter anderem die Bewohner der Städte Tyrus und Nabatija zur Evakuierung aufgefordert. Unter der Bevölkerung brach erneut Panik aus. Auf Straßen in Richtung der Hauptstadt Beirut entstanden Augenzeugen zufolge lange Staus.

Trotz einer zwischen der libanesischen und israelischen Seite vereinbarten Waffenruhe gehen die Kampfhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah weiter. Die Lage hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt. Israels Militär gab dabei zuletzt an, seine Einsätze im Südlibanon auszuweiten. Israel ist weiterhin mit Truppen im Libanon aktiv und liefert sich dort auch Bodenkämpfe mit der Hisbollah.


Trump noch nicht zufrieden mit Iran-Verhandlungen

WASHINGTON: Es ist immer noch unklar, ob es zu einem Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA für ein mögliches Kriegsende kommen wird. Trump hatte vor Tagen Hoffnungen geweckt, jetzt äußert er sich erneut.

Aus der Sicht von US-Präsident Donald Trump ist der Verhandlungsstand zu einem möglichen Ende des Iran-Kriegs noch nicht zufriedenstellend. In einer Sitzung seines Kabinetts im Weißen Haus sagte der Republikaner, der Iran sei sehr entschlossen: «Sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen.» Die US-Regierung sei damit aber nicht «zufrieden», werde es aber später sein. Trump erneuerte die Drohung, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiter kämpfen werde - er sprach davon, dann «die Sache zu Ende» zu bringen.


Außenminister beraten über Lage in Ukraine und Iran-Krieg

LIMASSOL: Kann die EU eine größere Rolle bei den diplomatischen Bemühungen um ein Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine spielen? Diese Frage sorgt seit langem für Diskussionen. Nun gibt es Beratungen.

Die Außenministerinnen und Außenminister der EU-Staaten wollen an diesem Donnerstag bei einem informellen Treffen in Zypern über die Lage in der Ukraine sowie im Nahen und Mittleren Osten beraten. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Frage, ob und wie sich die EU stärker in diplomatische Bemühungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine einbringen kann. Bislang werden Gespräche mit Moskau vor allem von US-Präsident Donald Trump und seinen Unterhändlern geführt.

Mit Blick auf den Nahen Osten soll es insbesondere um den Iran-Krieg und die Blockade der für Gas- und Öltransporte wichtigen Straße von Hormus gehen. Zu den Beratungen sind auch Vertreter aus Indien und Saudi-Arabien eingeladen. Zudem steht ein Austausch über die geplante EU-Sicherheitsstrategie auf der Tagesordnung.

Das Treffen wird von der derzeitigen zyprischen EU-Ratspräsidentschaft organisiert und von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas geleitet. Deutschland wird von Europastaatsminister Gunther Krichbaum vertreten, der für den erkrankten Außenminister Johann Wadephul teilnimmt. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha war am Mittwochabend zu einem Abendessen mit seinen EU-Kollegen eingeladen.


Antisemitische Attacke - Polizei nimmt Syrer fest

NIKOSIA: Nach einem Angriff auf Israelis in Zypern ermittelt die Polizei wegen antisemitischer Gewalt. Der Botschafter Israels zeigt sich «tief schockiert».

Drei Israelis sind nach Medienberichten in der zyprischen Hauptstadt Nikosia mit einem scharfen Gegenstand angegriffen worden. Einer der Männer sei am Ohr verletzt und medizinisch versorgt worden, berichteten lokale Medien am Mittwoch.

Der israelische Botschafter in Zypern, Oren Anolik, bestätigte den Vorfall auf der Plattform X. Er zeigte sich «tief schockiert» über die Attacke auf israelische Staatsbürger. Diese seien «ausschließlich wegen ihrer offensichtlich jüdischen Identität» angegriffen worden. «Solche antisemitische Gewalt hat keinen Platz in Zypern», schrieb der Botschafter weiter.

Der Angriff ereignete sich demnach im Stadtzentrum. Die Polizei leitete eine Fahndung ein und nahm später zwei Verdächtige fest. Bei ihnen handelt es sich nach Angaben der Behörden um Männer syrischer Herkunft. Sie wurden zur weiteren Befragung zur Kriminalpolizei in Nikosia gebracht.


Israel bestätigt Tod des neuen Hamas-Führers in Gaza

TEL AVIV: Der neue Hamas-Militärchef ist laut der israelischen Armee bei einem Angriff ums Leben gekommen. Zuvor hatte Israel eigenen Angaben zufolge auch dessen Vorgänger getötet.

Nicht einmal zwei Wochen nach der Tötung seines Vorgängers hat Israel eigenen Angaben zufolge auch den neuen militärischen Führer der Hamas im Gazastreifen bei einem Angriff getötet. Mohammed Odeh sei nach monatelanger Überwachung am Dienstag in der Stadt Gaza ausgeschaltet worden, teilten Israels Armee und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet am Morgen mit. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hatten zuvor einen Angriff auf Odeh mitgeteilt.

«Odeh gehörte zu den letzten hochrangigen Kommandeuren des militärischen Arms der Hamas, die an der Planung und Ausführung des Massakers vom 7. Oktober beteiligt waren», teilten Armee und Schin Bet weiter mit. Der militärische Arm der Hamas bestätigte am Abend den «Märtyrertod» Mohammed Odehs sowie seiner Familie. Auch aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hieß es, Odeh sowie vier Angehörige seien bei israelischen Luftangriffen in der Stadt Gaza ums Leben gekommen. Insgesamt habe es dabei sechs Tote gegeben.

Israel hatte vor rund anderthalb Wochen bereits den Tod von Odehs Vorgänger, Iss al-Din al-Haddad, bei einem israelischen Luftangriff bestätigt. Der israelische Verteidigungsminister bezeichnete ihn damals ebenfalls als einen der Drahtzieher des Hamas-Massakers. Israelischen Angaben zufolge soll Odeh kurz nach Al-Haddads Tötung die Führung des militärischen Flügels der Hamas im Gazastreifen übernommen haben. Die Hamas bestätigte das allerdings nicht offiziell.

Im Krieg zwischen Israel und der Hamas gilt offiziell seit Oktober 2025 eine Waffenruhe, beide Seiten werfen sich Verstöße gegen das Abkommen vor.


«Financial Times»: Teheran verfügt nun über neue Druckmittel

LONDON: Die Londoner «Financial Times» kommentiert am Mittwoch die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran:

«Ein Abkommen würde kein dauerhaftes Ende des Krieges garantieren. Aber es würde die Risiken eines vollständigen Wiederaufflammens des Konflikts verringern. Eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus würde die schlimmste Energiekrise seit Jahrzehnten entschärfen und die Risiken einer globalen Rezession reduzieren.

Ob ein guter Deal erreicht wird, hängt von den Optionen ab. So wie die Dinge liegen, gibt es nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran, der niemals hätte stattfinden sollen, keine besseren Optionen. Die Alternativen wären diese: Der Status quo könnte aufrechterhalten werden - also eine brüchige Waffenruhe mit einer nahezu geschlossenen Meerenge. Die Angriffe auf den Iran könnten wieder aufgenommen werden, was wahrscheinlich den Sumpf vertiefen und weitere iranische Vergeltungsmaßnahmen gegen die Golfstaaten zur Folge haben würde. Oder US-Präsident Donald Trump könnte einen «Sieg» verkünden und sich aus der von ihm ausgelösten Krise zurückziehen. (.)

Der US-Präsident und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatten weder eine kohärente Strategie noch schätzten sie ihren Gegner richtig ein. Trump schien überrascht zu sein, dass der Iran gegen die Golfverbündeten der USA zurückschlug und in der Lage war, die Straße von Hormus in Geiselhaft zu halten. Damit verfügt Teheran nun über neue Druckmittel, was seine Haltung am Verhandlungstisch zu verhärten droht.»

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