Nahostkrise: Geschehen am Montag

Nahostkrise: Geschehen am Montag

Trump: Geplanter Angriff auf Iran gestoppt

WASHINGTON: Der US-Präsident erhöhte zuletzt den Druck auf den Iran, um ein Abkommen zu erzielen. Jetzt spricht er von einem angeblich für Dienstag geplanten Angriff, der nicht stattfinden soll.

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben einen angeblich für Dienstag geplanten Angriff auf den Iran abgesagt. Er habe das Militär der Vereinigten Staaten angewiesen, die Attacke nicht durchzuführen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Gleichzeitig soll das Militär demnach «jederzeit» bereit sein, einen umfassenden großangelegten Angriff zu beginnen, falls keine akzeptable Vereinbarung mit dem Iran erzielt werde.

Trump schrieb weiter, er sei von Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gebeten worden, den geplanten Militärschlag vorerst auszusetzen, da es derzeit ernsthafte Verhandlungen gebe. Er habe aus Respekt vor dieser Bitte entsprechend gehandelt.

Trump hatte zuvor nochmals den Druck auf Iran erhöht und mit einer Wiederaufnahme des Kriegs gedroht. «Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben», hatte er ebenfalls auf Truth Social geschrieben.

Am 28. Februar begannen die USA und Israel den Krieg mit Angriffen gegen den Iran. Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und die Staaten am Persischen Golf, die es als US-Verbündete betrachtet. Seit Anfang April gilt eine von Trump zuletzt einseitig verlängerte Waffenruhe.


Bisher mehr als 3.000 Tote und knapp 10.000 Verletzte

BEIRUT: Seit Anfang März bekämpfen sich Israel und die Hisbollah im Libanon erneut. Trotz Waffenruhe kommt es täglich weiter zu Angriffen und Opfern.

Im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah sind im Libanon nach Behördenangaben bisher mehr als 3.000 Menschen getötet worden. Das Gesundheitsministerium in Beirut meldete, dass seit Ausbruch der jüngsten Eskalation Anfang März 3.020 Menschen getötet und 9.273 weitere Personen verletzt wurden. Das Ministerium unterscheidet bei seiner Zählung nicht zwischen Zivilisten und Mitgliedern der proiranischen Hisbollah-Miliz.

Im Zuge des Iran-Kriegs kam es auch zwischen Israel und Hisbollah im Libanon erneut zum offenen Krieg. Mitte April wurde erstmals eine Waffenruhe geschlossen. Die gegenseitigen Angriffe wurden jedoch von beiden Seiten fortgesetzt. Auch eine am Freitag verkündete Verlängerung der Waffenruhe konnte die Angriffe bisher nicht einstellen.

Auch heute kam es erneut zu gegenseitigen Angriffen. Das israelische Militär tötete dabei nach eigenen Angaben einen Kommandeur der militanten palästinensischen Organisation Islamischer Dschihad in der Bekaa-Eben im Osten des Libanons. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete darüber hinaus, mehrere israelische Angriffe auch im Südlibanon. Dort sind auch weiterhin israelische Truppen stationiert. Die Hisbollah reklamierte mehrere Angriffe auf israelische Stellungen im Südlibanon für sich.

Libanons Präsident Joseph Aoun bekräftige NNA zufolge unterdessen, sich weiterhin für ein Ende des Krieges einzusetzen. Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei. Es sei seine Pflicht, «das Unmögliche» zu tun, um den Krieg zu beenden, erklärte Aoun.


Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

JERUSALEM: Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel.

Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog hat den ersten Botschafter Somalilands in Jerusalem empfangen. Mohamed Hagi überreichte im Amtssitz des Präsidenten sein Beglaubigungsschreiben. Herzog sprach nach Angaben seines Büros demnach von einer «einzigartigen Gelegenheit» zum Dialog mit muslimischen Ländern in der Region.

«Sie stehen vor vielen Herausforderungen, und wir sind hier, um in allen wichtigen Lebensbereichen zu unterstützen und zu helfen - von Ernährungssicherheit über Energie bis hin zu Wissenschaft -, um gemeinsam Wohlstand zu genießen», sagte Herzog den Angaben zufolge. Hagi sprach von einer strategischen Beziehung beider Länder, die in vielen Bereichen den Weg nach vorn ebnen werde.

Israel hatte im vergangenen Monat einen ersten Botschafter für das abtrünnige Gebiet am Horn von Afrika ernannt. Als weltweit erstes Land hatte Israel im Dezember die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Somaliland ist seit mehr als drei Jahrzehnten praktisch unabhängig. Mehrere regionale Mächte verurteilten Israels Schritt. Somalia lehnt die Anerkennung seiner abtrünnigen Region durch Israel entschieden ab.


Stiftung: Nobelpreisträgerin Mohammadi aus Krankenhaus entlassen

TEHERAN: Die iranische Friedensnobelpreisträgerin war vom Gefängnis in ein Krankenhaus in Teheran gebracht worden. Jetzt wurde sie nach Angaben ihrer Stiftung nach Hause geschickt.

Die zuvor inhaftierte iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Nach Angaben ihrer Stiftung sei Mohammadi am Sonntag entlassen und nach Hause geschickt worden. In den kommenden Wochen solle sie weitere medizinische Verfahren durchlaufen. Zum weiteren Verlauf ihrer Haftstrafe war zunächst nichts bekannt.

Die Nobelpreisträgerin war vor einer Woche aus der Stadt Sandschan, wo sie inhaftiert war, in ein Krankenhaus in Teheran verlegt worden. Dort sei ein Fortschreiten ihrer Gefäßerkrankung festgestellt worden, hieß es in der vergangenen Woche.

Nach Angaben ihres Ärzteteams steht ihr Gesundheitszustand in Zusammenhang mit anhaltendem und schwerem psychischem Stress. Mohammadi dürfe daher unter keinen Umständen zurück ins Gefängnis kommen.

Narges Mohammadi war 2023 für ihren Einsatz gegen die Unterdrückung von Frauen und gegen die Todesstrafe im Iran mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Anfang Februar wurde sie nach Angaben ihres Anwalts erneut zu mehreren Jahren Haft wegen «Verschwörung» und «propagandistischer Aktivitäten» verurteilt; zudem gilt ein zweijähriges Ausreiseverbot.


Weitere Verhandlungsvorschläge mit USA ausgetauscht

TEHERAN: Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA zur Lösung ihres Konflikts hängen fest. Vorschläge werden nach iranischen Angaben aber weiter ausgetauscht.

Inmitten festgefahrener Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA hat Teheran nach eigenen Angaben wieder neue Vorschläge nach Washington geschickt. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte vor Reportern, der Iran habe am Sonntag über den Vermittler Pakistan seine Standpunkte übermittelt. Über deren Inhalte ist noch nichts bekannt.

Zuvor hätten die USA Antworten auf Irans vorangegangenen Vorschlag übermittelt, sagte Baghai weiter. US-Präsident Donald Trump hatte diesen öffentlich als «dämlichen Vorschlag» abgetan.

Am Sonntag hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars über den jüngsten US-Vorschlag berichtet. Daran wurde deutlich, dass beide Kriegsparteien bislang nicht wesentlich von ihren Forderungen abrücken. So sollen die USA zuletzt wieder klargemacht haben, die Kampfhandlungen nur langfristig einzustellen, wenn es bestimmte Verhandlungsergebnisse gibt. Für den Iran ist die Einstellung der Kampfhandlungen - insbesondere auch Israels Offensive im Libanon - eine Vorbedingung für weitere Verhandlungen.

Weit auseinander liegen die Parteien zudem vornehmlich bei Fragen rund um Irans Atomprogramm. Laut Fars enthalte der letzte US-Vorschlag die Forderung, der Iran müsse 400 Kilogramm hochangereichertes Uran an die USA übergeben. Das Land könne jedoch eine Nuklearanlage weiterbetreiben. Der Iran will derzeit nicht über das Atomprogramm verhandeln. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben des Berichts von Fars nicht.


Ryanair rechnet wegen Iran-Krieg mit deutlich höheren Kosten

DUBLIN: Milliardengewinn, aber düstere Prognose: Warum Ryanair-Chef O'Leary trotz Rekordzahlen keine Entwarnung gibt.

Europas größter Billigflieger Ryanair rechnet wegen des Iran-Kriegs mit deutlich steigenden Kosten im laufenden Geschäftsjahr. Kerosin, Personal und Flugzeugwartung dürften teurer zu Buche schlagen, teilte die irische Fluggesellschaft in Dublin mit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende März flog Ryanair zwar einen überraschend hohen Milliardengewinn ein. Eine Prognose für das neue Geschäftsjahr wollte Konzernchef Michael O'Leary jedoch nicht nennen - obwohl die Gesellschaft ihre Treibstoffkosten schon zu 80 Prozent abgesichert hat.

Es sei noch viel zu früh, um eine aussagekräftige Gewinnprognose abzugeben, erklärte O'Leary. Wie das Geschäftsjahr ausgehe, hänge stark von externen Entwicklungen ab, darunter die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, Risiken für die Kerosinversorgung und lang andauernde hohe Treibstoffpreise für den nicht abgesicherten Bedarf. O'Leary hofft, mit den nächsten Quartalszahlen im Juli eine klarere Einschätzung abgeben zu können.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Ryanair den Umsatz dank mehr Passagieren und höherer Ticketpreise um elf Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Der Überschuss stieg sogar um gut ein Drittel auf fast 2,2 Milliarden Euro. Wenn man eine verbuchte Strafzahlung in Italien herausrechnet, lag der Gewinn von 2,26 Milliarden immer noch höher als von Analysten im Schnitt erwartet. Ryanair wehrt sich weiterhin gegen die von Italiens Wettbewerbsbehörde verhängte Geldstrafe und hat nur ein Drittel der geforderten Summe als Sondereffekt verbucht.

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