«El Mundo»: Trump verfehlt bisher alle Ziele des Iran-Kriegs
MADRID: Die spanische Zeitung «El Mundo» kommentiert die für US-Präsident Donald Trump negative Bilanz des Iran-Krieges:
«Der Iran-Krieg, den das Weiße Haus als schnelle und wirksame Intervention zur Befreiung der Region vom schrecklichen Regime der Ajatollahs verkauft hatte, dauert nun schon 100 Tage, ohne dass die USA ihre Ziele erreicht hätten und sich für Donald Trump ein klarer Ausweg abzeichnet; es wird ihm nahezu unmöglich sein, selbst seine treuesten Anhänger davon zu überzeugen, er habe einen Sieg errungen. Wenn sich nichts ändert, wird es zu der außergewöhnlichen Situation kommen, dass die mächtigste Nation der Welt einen Krieg beenden könnte, ohne sich vor Ort durchgesetzt und ohne eines ihrer Ziele erreicht zu haben.
Die USA und Israel begannen die Bombardements (...) am 28. Februar mit dem ausdrücklichen Ziel, jede Möglichkeit auszuschließen, dass der Iran sein Atomprogramm weiterentwickelt, und zum Sturz des Regimes beizutragen. (...) Israel sieht nun mit Sorge, dass das mögliche Abkommen zwischen den USA und dem Iran keinen ausdrücklichen Verzicht auf das Atomprogramm enthält. Paradoxerweise könnte dies zu einer Situation führen, die der vor dem Abkommen von 2015 unter Barack Obama gleicht.
Nach mehr als drei Monaten Krieg, der sich in einem unbeständigen Waffenstillstand befindet, hat der Kongress gerade zum ersten Mal Trumps Befugnisse zur Fortsetzung des Konflikts eingeschränkt, was eine allgemeine Ermüdung widerspiegelt. Unterdessen überwiegt die geopolitische Unsicherheit bei weitem die Gewissheiten, und die Weltwirtschaft ist weiterhin bedroht.»