Ölpreise sinken leicht
NEW YORK/LONDON: Nach einer Einigung auf einen Weg zur Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon geben die Ölpreise am Donnerstagmorgen leicht nach. Doch die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt.
Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel leicht gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August gab auf 96,95 US-Dollar nach. Die Nordseesorte kostete damit 0,85 Prozent weniger als am Vortag.
Israel und der Libanon haben sich nach Angaben des US-Außenministeriums auf einen Weg zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Lage im Iran-Krieg bleibt unterdessen undurchsichtig.
Die Eskalation im Nahen Osten hatte den globalen Ölmarkt zu Jahresbeginn erschüttert. Der Brent-Preis stieg innerhalb weniger Tage von rund 70 Dollar auf über 120 Dollar pro Barrel. Die weitgehende Blockade des Seewegs in der Straße von Hormus gilt als größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes.
Israels Polizeiminister kritisiert Libanon-Waffenruhe
TEL AVIV: Israels Polizeiminister Ben-Gvir hält die neue Waffenruhe mit dem Libanon für einen großen Fehler. Der rechtsextreme Politiker warnt davor, dass die Hisbollah dadurch de facto gestärkt werde.
Der israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat die Vereinbarung zwischen Israel und dem Libanon auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung einer Waffenruhe als «schweren Fehler» kritisiert. Es handele sich um «Wunschträume von Beratern, die den Ministerpräsidenten zu falschen Entscheidungen verleiten», schrieb er in einem Post auf der Plattform X.
Tatsächlich werde die libanesische Hisbollah-Miliz durch die Vereinbarung nur stärker werden. «Statt sie zu besiegen, findet sich Israel zunehmend mit ihrer Existenz ab», schrieb Ben-Gvir weiter. Der libanesische Staat sei ein «Partner der Hisbollah» und nicht in der Lage, die mit Israel verfeindete Miliz aus dem Grenzgebiet zu verdrängen.
Israel und der Libanon hatten sich in der Nacht erneut auf einen Weg zur Umsetzung der Waffenruhe geeinigt, die bisher faktisch unwirksam gewesen war. Dies sei abhängig von einer kompletten Einstellung der Angriffe der proiranischen Hisbollah-Miliz gegen Israel, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach Gesprächen zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertreten in Washington.
Libanon meldet Angriffe trotz Waffenruhe
BEIRUT: Im Libanon soll eine Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah umgesetzt werden. Doch es kommt weiter zu Angriffen. Vertriebene werden zu Geduld aufgerufen.
Trotz eines neuen Anlaufs, die bisher kaum wirksame Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah umzusetzen, kommt es im Libanon weiter zu israelischen Angriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Morgen von mindestens zwei Drohnenangriffen auf verschiedene Fahrzeuge im Süden des Landes. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht.
Israel und der Libanon hatten sich in der Nacht erneut auf einen Weg zur Umsetzung der Waffenruhe geeinigt. Dies sei abhängig von einer kompletten Einstellung der Angriffe der proiranischen Hisbollah-Miliz gegen Israel, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach Gesprächen zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertreten in Washington.
Wegen des seit Anfang März andauernden Kriegs wurden im Libanon Hunderttausende Menschen vertrieben. Der libanesische Zivilschutz rief die Menschen am Morgen zur Geduld auf. Sie sollten nicht voreilig in ihre Heimatorte zurückkehren. Eine Rückkehr in die Dörfer im Süden des Landes solle erst nach entsprechenden offiziellen Ankündigungen erfolgen. Zudem bestehe weiterhin Gefahr durch Kriegsrückstände sowie nicht explodierte Munition.