Nahostkrise: Geschehen am Donnerstag

Nahostkrise: Geschehen am Donnerstag

Zypern zahlt Rückkehrprämien an syrische Familien

NIKOSIA: Ein Elternteil darf bis 2028 arbeiten, der Rest der Familie erhält Prämien für die Rückkehr nach Syrien. Wie Zypern Familien und Wirtschaft zugleich unterstützen will.

Zypern will syrische Flüchtlinge mit einer Prämie zur freiwilligen Rückkehr in ihr Heimatland bewegen. Das neue Programm der Regierung richtet sich an die rund 20.000 in der EU-Inselrepublik lebenden Syrer mit Asyl- oder subsidiärem Schutzstatus und ist besonders auf Familien zugeschnitten. Wie der für Migration zuständige stellvertretende Innenminister Nikolas Ioannidis im Fernsehsender Alpha sagte, erhält ab sofort jeder zurückkehrende Erwachsene 2.000 Euro, für jedes Kind werden 1.500 Euro gezahlt. Alleinstehende syrische Flüchtlinge erhalten 1.500 Euro.

Anreiz auch mit begrenzter Bleiberegel

Zugleich sieht das Programm vor, dass pro Familie ein erwachsenes Familienmitglied bis August 2028 mit einer speziellen Aufenthaltserlaubnis in Zypern bleiben und uneingeschränkt arbeiten darf. Diese Regelung solle den ausreisenden Familienmitgliedern den Neustart in Syrien erleichtern und zugleich helfen, Arbeitskräftemängel in verschiedenen Wirtschaftsbereichen der Insel abzufedern, sagte Ioannidis. In Zypern gibt es vor allem in der Tourismusbranche großen Personalmangel.

Die Lage in Syrien hat sich nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 deutlich verändert. Dadurch haben sich die Voraussetzungen geändert, auf deren Grundlage vielen Syrern ursprünglich internationaler Schutz in der EU gewährt wurde.


Drei Verletzte nach US-Angriffen in Provinz Teheran

TEHERAN: In der Nacht kommt es wieder zu US-Angriffen im Iran - diesmal auch tief im Landesinnern. Nun gibt es Berichte über Verletzte in der Hauptstadtregion.

Bei den US-Angriffen im Iran in der Nacht sind einem lokalen Medienbericht zufolge drei Menschen in der Provinz Teheran verletzt worden. Diese seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, berichtete das Portal «Mehr» unter Berufung auf die Notdienstzentrale weiter.

In der Nacht hatten sich nahe der iranischen Hauptstadt Teheran mehrere Explosionen ereignet. Das US-Militär sprach in der Nacht von Angriffen auf militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Anlagen der Flugabwehr im Iran.


Saudi-Arabien beendet Importverbot aus dem Libanon

BEIRUT: Der Libanon will die Kontrolle über sein eigenes Land zurückgewinnen und die Macht der Hisbollah zurückdrängen. Saudi-Arabien lobt die Fortschritte und geht einen Schritt auf die Regierung zu.

Nach fünf Jahren hat Saudi-Arabien ein Verbot für Importe aus dem Libanon aufgehoben. Riad begründete den Schritt mit ermutigenden Maßnahmen der libanesischen Regierung zur Stärkung staatlicher Institutionen, wie die saudische Nachrichtenagentur SPA am Mittwochabend berichtete.

Das Importverbot kappte einen der wichtigsten Exportmärkte des Libanons und setzte vor allem die libanesische Landwirtschaft unter Druck. «Das ist ein echter Wendepunkt», sagte Ibrahim Tarschischi, Vorsitzender des Bauernverbands in der Bekaa-Ebene, der Deutschen Presse-Agentur. Nun gehe es darum, die praktischen Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Exporte zu schaffen und offene Fragen wie Transitvisa für Lastwagenfahrer zu klären. Auch Libanons Präsident Joseph Aoun begrüßte die Entscheidung als Ausdruck saudischer Unterstützung für den Libanon.

Saudi-Arabien hatte 2021 zunächst die Einfuhr von Obst und Gemüse aus dem Libanon gestoppt und schließlich das Verbot auf alle Güter ausgeweitet. Die Behörden des Königreichs begründeten den Schritt damals mit vermehrten Versuchen, Drogen - mutmaßlich von der Hisbollah - über Agrarlieferungen ins Land zu schmuggeln.

Im Zuge des Krieges zwischen Israel und der vom Iran unterstützen Hisbollah will die Regierung in Beirut den iranischen Einfluss im Land unterbinden. Beobachter sehen in der Entscheidung Saudi-Arabiens ein Signal, dass Riad wieder Vertrauen in die aktuelle libanesische Führung setzt.


Kind bei iranischem Angriff verletzt

MANAMA: Erneut kommt es im Zuge des Iran-Kriegs zu Attacken in der Golfregion. In Bahrain geraten mehrere Fahrzeuge in Brand, Wohnhäuser werden beschädigt.

Bei iranischen Angriffen auf den Golfstaat Bahrain ist nach Behördenangaben ein elfjähriges Mädchen leicht verletzt worden. Das Innenministerium sprach von einem «verbrecherischen iranischen» Angriff.

In der Stadt Hammad sowie in der Hauptstadt Manama seien darüber hinaus mehrere Fahrzeuge in Brand geraten und Wohnhäuser beschädigt worden. Ursache seien herabfallende Trümmerteile gewesen, die nach der Abwehr und Zerstörung iranischer Drohnen niedergegangen seien.

Die USA und der Iran hatten sich in der Nacht in der Golfregion erneut heftig gegenseitig beschossen. In dem Zuge gerieten auch Kuwait und Bahrain erneut unter Beschuss.

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