Nahostkrise: Geschehen am Dienstag

Nahostkrise: Geschehen am Dienstag

Iran meldet zwei getötete Soldaten nach israelischen Angriffen

TEHERAN: Nach der jüngsten Eskalation machte der Iran zunächst keine Angaben zu Todesopfern. Nun meldet eine Nachrichtenagentur Tote.

Nach den israelischen Angriffen hat der Iran zwei Tote gemeldet. Die beiden Soldaten der Flugabwehr seien am Montag durch israelischen Beschuss getötet worden, hieß es in einer von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung. Zu ihrem Einsatzort gab es zunächst keine Angaben.

Zuvor hatten Irans Rettungsdienste 15 Verletzte gemeldet. 14 der Verletzten stammten demnach aus der Provinz Chusestan im Landessüden. Einer der Verletzten stammte aus der Hauptstadt Teheran.

Am Sonntag hatten Irans Streitkräfte erstmals nach zwei Monaten wieder Raketen auf Israel gefeuert. Israels Luftwaffe flog als Reaktion Angriffe auf den Iran. Am Montag erklärten beide Staaten die Attacken vorerst für beendet.


Neun Menschen bei israelischem Angriff im Libanon getötet

BEIRUT: Im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist keine Deeskalation in Sicht. Erneut steht die Küstenstadt Tyrus unter Beschuss. Immer wieder kommt es zu Toten.

Ungeachtet einer Waffenruhe-Vereinbarung greift das israelische Militär weiter im Südlibanon an. Bei einem Angriff am Stadtrand der Küstenstadt Tyrus wurden nach Angaben aus Kreisen des libanesischen Zivilschutzes neun Menschen getötet und 27 weitere verletzt. Kurz nach dem Angriff erteilte die israelische Armee einen Fluchtaufruf für die gesamte Stadt. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, rund um die Stadt käme es zu israelischem Beschuss. Das israelische Militär äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

Das israelische Militär rief ausdrücklich auch die Bewohner und Verbliebenen in den christlichen Teilen der Stadt zur Flucht auf. Viele Menschen hatten dort in den vergangenen Tagen Zuflucht gesucht, nachdem die restlichen Teile der Stadt bereits immer wieder unter Beschuss standen. Christen im Libanon stehen der Hisbollah zum Teil ablehnend gegenüber. Das israelische Militär wirft der Hisbollah vor, sich in den Vierteln vor Angriffen zu verstecken.

Israel und der Libanon hatten sich vergangene Woche auf einen neuen Plan zur Umsetzung einer bisher unwirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Vereinbarung sieht das Einstellen der gegenseitigen Angriffe vor, den Rückzug der Hisbollah bis hinter den Litani-Fluss, also etwa 30 Kilometer hinter die israelische Grenze, und eine Entwaffnung der Hisbollah vor.

Die vom Iran unterstützte Organisation hat den Bedingungen nicht zugestimmt. Auch Israel will den Beschuss gegen die Schiitenmiliz im Südlibanon nach eigenen Angaben fortsetzen. Es wertet allein die Präsenz von Hisbollah-Kämpfern im Gebiet südlich des Litani-Flusses als De-facto-Verstoß gegen die Waffenruhe. Das israelische Militär ist weiterhin mit Truppen im Libanon präsent und rückte zuletzt auch immer weiter vor.

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