Nahostkrise: Geschehen am Dienstag

Nahostkrise: Geschehen am Dienstag

Somaliland errichtet Botschaft in Jerusalem

TEL AVIV: Somaliland will nach der Anerkennung durch Israel seine Botschaft in Jerusalem errichten. Das kündigte nun der neue Botschafter an. Von anderen Staaten wird Somaliland nicht anerkannt.

Die Botschaft Somalilands soll in Jerusalem stehen. Das kündigte der Botschafter der international nur von Israel anerkannten Region, Mohamed Hagi, auf der Plattform X an. Somaliland hatte 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia erklärt, wurde aber bis zum Dezember vergangenen Jahres von keinem Land anerkannt. Damals hatte Israel die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Mehrere regionale Mächte verurteilten Israels Schritt. Somalia lehnt die Anerkennung seiner abtrünnigen Region durch Israel entschieden ab.

Israels Außenminister Gideon Saar sprach auf X von einer wichtigen Entscheidung, die ein «bedeutender weiterer Schritt» bei der Stärkung der Beziehungen beider Länder sei. Somaliland sei damit das achte Land, das seine diplomatische Vertretung in Jerusalem haben werde.

Der völkerrechtliche Status von Jerusalem ist umstritten. Israel bezeichnet ganz Jerusalem als die «ewige Hauptstadt» des Landes, während die Palästinenser Anspruch auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines zukünftigen palästinensischen Staates erheben.


Iran zeigt sich bereit für militärische Eskalation

TEHERAN: Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump zeigt sich die iranische Regierung kampfbereit. Der Vizeaußenminister findet deutliche Worte.

Irans Regierung hat sich nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump bereit für eine erneute militärische Eskalation gezeigt. «Iran ist geeint und entschlossen bereit, jeder militärischen Aggression entgegenzutreten», schrieb Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf X. «Für uns hat Kapitulation keine Bedeutung. Entweder siegen wir oder werden zu Märtyrern», fügte er hinzu.

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuletzt wieder mit Angriffen gedroht, nachdem die Verhandlungen über ein dauerhaftes Kriegsende ins Stocken gekommen waren. Nach eigenen Worten hatte er einen angeblich für heute geplanten US-Angriff gestoppt. Mehrere Golfstaaten hätten ihn darum gebeten, es liefen «ernsthafte Verhandlungen» mit Teheran, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social.


Autobombe in Damaskus explodiert - ein Soldat getötet

DAMASKUS: Die Lage in Syrien bleibt auch nach Ende des Bürgerkriegs volatil. In der Hauptstadt Damaskus kommt es zu einem tödlichen Vorfall.

Bei der Explosion einer Autobombe in der syrischen Hauptstadt Damaskus ist ein Soldat getötet worden. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. 18 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete die Staatsagentur weiter unter Berufung auf einen Vertreter des Gesundheitsministeriums.

Wie die Medien- und Kommunikationsdirektion des Verteidigungsministeriums Sana mitteilte, explodierte die Autobombe in der Nähe eines Gebäudes des Ministeriums. Zuvor habe eine Einheit der Armee einen dort platzierten Sprengsatz entdeckt. Danach kam es während des Versuchs der Entschärfung zur Explosion einer Autobombe im selben Gebiet.

Anwohner berichteten, mehrere Fahrzeuge seien in Brand geraten oder beschädigt worden. Nach der Explosion seien Schüsse zu hören gewesen.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte riegelten Sicherheitskräfte das Gebiet weiträumig ab. Mehrere junge Männer seien festgenommen worden, die versucht hätten, Fotos zu machen. Krankenwagen seien umgehend zum Explosionsort geeilt. Ermittlungen zur Klärung der Hintergründe seien eingeleitet worden.


Katar warnt vor weiterer Eskalation im Iran-Krieg

DOHA: Die Lage im Iran bleibt weiter instabil. Während US-Präsident Donald Trump weiter mit Angriffen droht, pocht die Region auf Deeskalation und Stabilisation.

Katar hat vor einer erneuten Eskalation im Iran-Krieg gewarnt. Die Staaten der Region wollen «nicht erneut in einen Krieg hineingezogen werden», sagte der katarische Außenamtssprecher Madschid al-Ansari bei seinem wöchentlichen Presse-Briefing.

Katar unterstütze gemeinsam mit anderen Ländern die Vermittlungsbemühungen Pakistans sowie die bestehende Waffenruhe und setze auf diplomatische Lösungen. Bei einer weiteren Eskalation seien die Bevölkerungen die Hauptleidtragenden.

Die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus ist «unser Recht», so der Sprecher. Die für den Welt- und Ölhandel wichtige Meerenge ist durch den Iran-Krieg weitestgehend zum Erliegen gekommen. Katar dränge weiter darauf, die Meerenge «offen zu halten und den Status quo dort nicht durch Maßnahmen zu verändern, die gegen internationales Recht verstoßen», sagte al-Ansari weiter.


Irak kämpft mit massivem Sand- und Staubsturm

BAGDAD: Über Tausende Kilometer können Staub- und Sandpartikel wehen und den Himmel und die Luft verfärben. Im Irak ist es zurzeit besonders schlimm. Viele Menschen leiden unter heftigen Sandstürmen.

Im Irak sind infolge eines schweren Sand- und Staubsturms nach Behördenangaben innerhalb von zwei Tagen 837 Menschen mit Erstickungserscheinungen registriert worden. Wie das irakische Gesundheitsministerium mitteilte, sind mehrere Provinzen des Landes betroffen. Die Gesundheitsbehörden in Bagdad und weiteren Regionen befänden sich weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft, um medizinische Versorgung und Behandlungen für die Bevölkerung sicherzustellen.

Auf Bildern in sozialen Medien war zu sehen, wie unter anderem die Hauptstadt Bagdad in orangefarbenen Dunst gehüllt wurde. Sandstürme sind im Irak keine Seltenheit. Vor allem im Sommer kommt es im Wüstengebiet zu starken Nordwestwinden, die über die Auen der Flüsse Tigris und Euphrat wehen.

Zugleich kämpft das Land vermehrt mit Trockenheit. Schuld ist neben dem Klimawandel auch eine verfehlte Wasserpolitik. Die Staubpartikel verschlechtern die Luftqualität deutlich.


Teheran wirft Bundeskanzler Merz «Heuchelei» vor

TEHERAN: Am Sonntag melden die Vereinigten Arabischen Emirate einen Drohnenangriff auf eine Atomanlage. Bundeskanzler Merz verurteilt diesen als Attacke Irans. Die Islamische Republik hält jetzt dagegen.

Der Iran hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als Reaktion auf dessen Kritik an einem Angriff auf Atomanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) «Heuchelei» vorgeworfen. In einem auf deutsch verfassten Post auf der Plattform X kritisierte der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai, dass amerikanisch-israelische Angriffe auf iranische Atomanlagen nicht auf Verurteilung stießen, ein vor kurzem erfolgter Drohnenangriff auf die VAE dagegen schon.

Baghai kritisierte auch, dass Merz dem Iran die Schuld für den Angriff zugewiesen hatte. Er nannte die Attacken eine «mutmaßliche False-Flag-Operation». Damit werden Täuschungsmanöver bezeichnet, bei denen Angriffe einer anderen Partei angelastet werden sollen. Selbst die VAE hätten dem Iran bisher die Urheberschaft nicht offiziell angelastet, schrieb Baghai.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Montag auf X «iranische Luftschläge gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Partner» verurteilt. Es dürfe zu keiner weiteren Gewalteskalation kommen.

Am Sonntag hatten die Emirate mehrere Angriffe gemeldet. Einer traf demnach einen Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka. Woher die Drohnen stammten, werde noch untersucht, hieß es.


Mehr als 100 Mitarbeiter im Gesundheitssektor getötet

BEIRUT: Im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah wird im Libanon immer wieder medizinisches Personal getroffen. Die Behörden machen nun Angaben zur Zahl der Getöten.

Im Libanon sind nach Behördenangaben seit Beginn der jüngsten Eskalation Anfang März mehr als 100 Mitarbeiter aus dem Gesundheitssektor durch israelische Angriffe getötet worden. Bei einem Treffen mit dem Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte der libanesische Gesundheitsminister Rakan Nassereddine, dass bisher 116 Beschäftigte im Gesundheitswesen ums Leben gekommen und 263 verletzt worden seien. Hinzu kämen Schäden an Krankenwagen, Gesundheitszentren und Krankenhäusern.

Im Zuge des Iran-Kriegs war es auch zu einer erneuten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon gekommen. Eigentlich gilt derzeit eine Waffenruhe. Die gegenseitigen Angriffe werden jedoch fortgesetzt.

Das israelische Militär greift im Libanon immer wieder auch Krankenwagen und medizinische Teams an. Es wirft der vom Iran unterstützen Hisbollah - mit der es im Konflikt steht - vor, diese als Tarnung zu missbrauchen, um Waffen und Kämpfer zu transportieren. Die libanesische Regierung, die selbst keine Konfliktpartei im aktuellen Krieg ist, weist das zurück. Viele der Angriffe treffen Gesundheitsdienste, die mit der Hisbollah verbunden sind. Aber auch Sanitäter des Roten Kreuzes oder des staatlichen Zivilschutzes wurden bereits getötet.

Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch oder Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen haben die israelischen Angriffe auf Gesundheitspersonal bereits mehrfach verurteilt und unabhängige Untersuchungen gefordert.


«Sme»: Iran kann und darf sich nicht durchsetzen

BRATISLAVA: Die slowakische Tageszeitung «Sme» schreibt am Dienstag zum Krieg der USA und Israels gegen den Iran und dessen Folgen:

«Sich mit der Vorstellung abzufinden, dass der einzige Garant und Wächter der freien Seefahrt und des freien Handels, also die USA, es nicht schafft, die Blockade der Straße von Hormus zu durchbrechen, lässt einen am eigenen Verstand zweifeln. (...)

Die Vereinigten Staaten tragen die volle Verantwortung für den Kollaps des Welthandels, nachdem in der Straße von Hormus unzählige Schiffe und Seeleute festsaßen. Aber die Vorstellung, dass der ganze Rest der Welt wegen amerikanischer Schuld und der tragikomischen Gestalt Trumps den neuen Manieren des «siegreichen» Irans untätig zusehen werde, ist nicht auf Dauer haltbar. Das wird ja wohl nicht ernst gemeint sein?

Auch wenn dieser drittklassigen Macht nicht schon ihre politische, militärische und geistliche Elite vernichtet worden wäre, müsste es doch ausgeschlossen sein, dass sie längerfristig die Meerenge geschlossen hält, während weltweit die Ölpreise steigen, die Inflation wächst, sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt und gar eine Stagflation oder Ähnliches droht.»


Bewaffneter schießt auf Passanten - Neun Tote

KAIRO: Nach Schüssen auf Menschen in Assiut laufen in Ägypten die Ermittlungen. Der mutmaßliche Täter ist tot.

Ein bewaffneter Mann hat in Ägypten auf Passanten geschossen und acht getötet, ehe er selbst erschossen wurde. Bei dem Vorfall in Abnub in der Provinz Assiut, etwa 300 Kilometer südlich von Kairo, wurden nach Angaben des Innenministeriums fünf weitere Menschen verletzt.

Den Angaben zufolge eröffnete der Täter am Montagabend wahllos das Feuer auf Passanten. Sicherheitskräfte hätten ihn anschließend auf einem landwirtschaftlichen Gelände aufgespürt. Bei einem Schusswechsel mit der Polizei sei der Mann getötet worden.

Nach ersten Ermittlungen litt der Täter dem Ministerium zufolge seit längerer Zeit unter psychischen Problemen und wurde in einem psychiatrischen Krankenhaus in Kairo behandelt. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf.

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