Kurz gefragt

Der gebürtige Magdeburger Dankwart „Dick“ Schröter wuchs in Düsseldorf auf. Der 64-jährige betrat am 2. April 1968 erstmals thailändischen Boden und betreibt seit 1979 das Restaurant „Alt Heidelberg“ an der Beach Road in Südpattaya.
Der gebürtige Magdeburger Dankwart „Dick“ Schröter wuchs in Düsseldorf auf. Der 64-jährige betrat am 2. April 1968 erstmals thailändischen Boden und betreibt seit 1979 das Restaurant „Alt Heidelberg“ an der Beach Road in Südpattaya.

Sie haben seit Jahrzehnten ein Residenzvisum, sprechen leidlich Thai, leben seit 30 Jahren in Pattaya und haben viel von der Welt gesehen. Fühlen Sie sich als Deutscher oder als Weltenbürger

Als Weltenbürger. Ich halte mich aber jedes Jahr mehrere Wochen in Deutschland auf.

Mit 20 Jahren haben Sie sich zur Bundesmarine gemeldet. Von diesem Zeitpunkt an hat es Sie immer wieder in die Ferne gezogen. Welche Länder haben sie kennengelernt bzw. bereist

Auf dem Schiff ging es in die Karibik und nach Südamerika, so nach Panama, Brasilien und Argentinien. Später habe ich als Patissier in Puerto Rico und auf den Virgin Islands gearbeitet. Im Jahr 1968 wurde ich Chef-Patissier im Erawan-Hotel in Bangkok. Nach dem Besuch einer Hotelfachschule in Luzern habe ich in einem Hotel in Singapur gearbeitet. Dann wurde ich Restaurant-Manager im Dusit Thani Hotel in Bangkok, weitere Stationen hiessen dort Mandarin und Hyatt. Später machte ich mich selbständig und eröffnete mit meinen Freunden Dieter Flöth und Günter Glaub das Haus München an der Sukhumvit Road / Soi 5.

Wenn es Thailand bzw. Pattaya nicht gäbe, in welchem anderen Land wären Sie gerne heimisch geworden

In Südfrankreich, an der Côte d’Azur. Als junger Mann habe ich von Frankreich geschwärmt, an der Schweizer Hotelfachschule lernte ich Französisch.

Seit 1974 arbeiten Sie in Pattaya. Wie haben Sie das Seebad in Erinnerung

Pattaya habe ich erstmals im Jahre 1968 kennengelernt. Die Strasse von Bangkok an die Ostküste war schlecht und einspurig, in Pattaya gab’s nur die Strandstrasse, weder geteert noch betoniert. Später, als ich zum zweiten Mal in Bangkoker Hotels arbeitete, fuhr ich an meinen freien Tagen in meinem Cabrio TR3 wiederholt zum Wong-Amat-Strand. Das war während des Vietnam-Krieges, als auf dem Flugplatz U-Tapao die grossen B-52-Bomber in Richtung Vietnam starteten. Damals gab’s bereits auf der heutigen Walking Street, zum Strand hin, reichlich Bars und das Nipa Lodge, eines der ersten Hotels.

Wer sonnte sich damals an den Stränden Nur GIs und Bangkoker, oder gab’s schon europäische Touristen

Europäer waren die Ausnahme. Die sah man eher in Bangkok. In Pattaya übernachteten vor allem die Familien amerikanischer Soldaten. Die GIs wurden aus Vietnam zu einem kurzen Urlaub nach Pattayaausgeflogen und trafen hier auf Eltern, Geschwister oder Freunde.

Vergleichen Sie das Pattaya Mitte der 70er Jahre mit dem heutigen Touristenzentrum. Was war früher besser, was gefällt Ihnen heute

Für Gastronomen ist die Konkurrenz grösser geworden. Gab es früher vielleicht sechs von Deutschsprachigen geführte Restaurants, so sind es heute eher 60. Und mancher Wirt meint, er müsste seine Speisen zu Preisen wie vor 20 Jahren anbieten. Früher hatte ich reichlich Stammgäste, jetzt besteht das Geschäft weitgehend aus Laufkundschaft. Die Stammgäste sterben weg, junge Touristen wechseln von einem Restaurant zum anderen. Früher kannte ich meine Gäste beim Namen, und wir haben erlebnisreiche Ausflüge gemacht. Zumeist nach Bangkok in meinem Ben-Ni-Ho-To-P. Das war ein zusammengesch weisstes Auto, die einzelnen Teile stammten von einem Benz, Nissan, Honda, Toyota und Opel.

Stammurlauber berichten von den „goldenen Zeiten“. Hat es solche in Pattaya jemals gegeben

Ja. Früher sass den Touristen das Geld lockerer in der Tasche.

Wenn Sie heute nach Thailand kämen, was würden Sie anders machen

Ich glaube nicht viel. Man sollte die unterschiedlichen Zeiten nicht miteinander vergleichen. Die vor 20 Jahren gefassten Gedanken waren der damaligen Situation angepasst.

Ihr „Alt Heidelberg“ ist eines der bekanntesten Restaurants der Stadt. Wie halten Sie es mit Ihrem Personal Bilden Sie es aus Wer kocht deutsch

Das Personal wird von meiner Frau und mir angewiesen und ausgebildet. Meine Frau Pen hat die Küche fest im Griff. Sie hat das Kochen von mir gelernt und macht es heute besser als ich es könnte.

Das „Alt Heidelberg“ ist schmal, Sitze und Tische sind schnell belegt. Hatten Sie in den letzten Jahrzehnten nie den Wunsch, an einem anderen Standort einen grösseren gastronomischen Betrieb zu eröffnen

Wir haben das Obergeschoss ausgebaut und für Gäste geöffnet. Ich denke, das Restaurant ist gross genug. Am 16. November feiern wir das silberne Jubiläum, dann besteht es 25 Jahre. Ich hattefrüher immer den Wunsch, wieder nach Bangkok zurück zu kehren und dort einen gastronomischen Betrieb zu eröffnen. Inzwischen bin ich für einen Wechsel zu alt.

Abstand von Beruf und Stress eines Wirtes suchen Sie beim Golfspiel. Wie oft spielen Sie Welches Handicap haben Sie erreicht

Nach Möglichkeit spiele ich jeden Tag im Siam Country Club. An guten Tagen schaffe ich die 18 Löcher mit 92 bis 102 Schlägen.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Pattaya

Ich fahre gern mit dem Auto rum, einfach so durch die Landschaft. Zum Phoenix Golfplatz oder nach Sri Racha. Und ich liebe es, meinen Kaffee in einem der Einkaufszentren Pattayas zu trinken.

Gibt es ein Thema, auf das Sie von Touristen ungern angesprochen werden möchten

Ich gebe grundsätzlich keine Ratschläge, wenn mich Gäste nach dem besten Schneider, dem besten Juwelier oder kleinen und grossen Mädchen fragen.

Sie werden im Oktober 65 Jahre alt. Denken Sie bereits nach über die Jahre nach „Alt Heidelberg“

Nein, es geht weiter wie bisher. Ich möchte das Restaurant nicht aufgeben.

Was wünschen Sie sich und Ihrer Familie für die Zukunft

Gesundheit ist wohl das Wichtigste.

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