Kurz gefragt: Christian Vogel

Neuer Direktor an der RIS Swiss Section – Deutschsprachige Schule

Christian Vogel aus Bülach (CH) ist der neue Rektor der RIS Swiss Section – Deutschsprachige Schule Bangkok.
Christian Vogel aus Bülach (CH) ist der neue Rektor der RIS Swiss Section – Deutschsprachige Schule Bangkok.

Sehr geehrter Herr Vogel, bitte stellen Sie sich kurz vor.

Geboren wurde ich am 19. Februar 1962 als Sohn eines Luzerners und einer Friulanerin (Italien) im beschaulichen Entfelden im aargauischen Suhrental, wo ich auch meine ersten Schuljahre verbrachte. Nach dem Erlangen der eidgenössischen Maturität (Typ B) an der Alten Kantonsschule Aarau verdiente ich neben dem Studium an der Universität Zürich meine ersten Sporen als Lektor und Redaktor beim Verlag Aargauer Zeitung, bevor ich mich dazu entschloss, eine Lehrerausbildung zum Primar- und Reallehrer an der Höheren Pädagogischen Lehranstalt in Zofingen zu absolvieren. Während des anschließenden Studiums zum Sekundarlehrer an der Universität in Lausanne lernte ich meine Frau Erika kennen, mit der ich mittlerweile seit 25 Jahren glücklich verheiratet bin. Aus dieser Ehe sind auch unsere beiden Kinder Irina (24) und Adriano (22) entsprungen.

Ein Überblick zu Ihren bisherigen Stationen:

Nach zwei spannenden Jahren als Sekundarlehrer im Fricktal zog es mich an die Berufswahlschule Bülach, wo ich 18 Jahre als Klassenlehrer sowie als Abteilungsleiter tätig war. Nach der abgeschlossenen Schulleiterausbildung amtete ich schließlich in den letzten sieben Jahren als Schulleiter zuerst an der Sekundarschule Nägelimoos in Kloten und zuletzt an der Schule Hirslanden Sek im Schulkreis Zürichberg in Zürich, wo ich bis zu meinem Wechsel angestellt war. Daneben war ich außerdem während fünf Jahren Finanzvorstand der Sekundarschulbehörde Bülach.

Was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit im Ausland?

Fremde Kulturen haben mich schon immer fasziniert. Als junger Mann habe ich vor mehr als dreißig Jahren Südostasien, unter anderem Thailand, bereist und so musste ich nicht lange zögern, das Angebot anzunehmen.

Gibt es Unterschiede im thailändischen und Schweizer Schulalltag?

Nach einem Monat im Teil-Lockdown mit Fernunterricht ist es schwer, darüber eine schlüssige Aussage zu machen, doch diese Situation hatten wir vor einem Jahr ja auch in der Schweiz. Nichtsdestotrotz gestaltet sich die Arbeit an einer Privatschule, wie es die RIS Swiss Section – Deutschsprachige Schule Bangkok ist, anders als an einer öffentlich-rechtlichen, wie das in Zürich der Fall war. So gilt es beispielsweise marketing-technische Aspekte zu beachten. Außerdem ist natürlich die Mentalität der Menschen in Thailand eine andere.

Wie wurden Sie in Thailand aufgenommen?

Aufgrund einer zehntägigen Quarantäne und da zurzeit die meisten Veranstaltungen verschoben werden mussten, habe ich noch nicht so viele Menschen persönlich kennen lernen können. Von jenen, mit denen ich bereits Bekanntschaft schließen durfte, wurde ich aber sehr großzügig aufgenommen. Eine große Unterstützung, zumindest zu Beginn, ist die Community im Perfect Place, einem Wohnviertel, das an die Schule anschließt und in welchem viele Lehrpersonen sowie auch Eltern von Schülerinnen und Schülern wohnen.

Hat der jüngste Covid-19-Ausbruch den Schulalltag beeinträchtigt?

Der Unterricht an unserer Schule konnte in diesem Semester an jedem geplanten Schultag durchgeführt werden, seit dem 19. April mittels „Online Learning“. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Monate funktioniert das mittlerweile hervorragend, wie auch die Umfragewerte von Eltern und Kindern belegen. Zudem konnten wir die Maturaprüfungen an der Schweizer Botschaft, der wir zu großem Dank verpflichtet sind, durchführen – dies im Gegensatz zu den meisten anderen Privatschulen, wo die IB-Prüfungen nicht stattfinden konnten.

Kann Lernen im Internet das Lernen im Klassenraum ersetzen?

Der Online-Unterricht und die dabei verbundenen digitalen Medien können eine gute Ergänzung zum Unterricht in den Klassenräumen sein, sind aber nicht in der Lage, diesen zu ersetzen, denn die sozialen Kontakte sowie die Beziehungsarbeit kommen dabei eindeutig zu kurz. Wir hoffen, dass der Unterricht bald wieder vor Ort stattfinden kann. Allerdings ist zu befürchten, dass dies nicht vor Ferienbeginn geschehen wird.

Welche Ziele haben Sie sich als neuer Schulleiter gesetzt?

Das sind einige: Zuerst geht es darum, die Schule durch die schwierige Corona-Zeit zu führen. Dann gilt es zu analysieren, was es zu bewahren und was es zu verändern gilt. So stehen derzeit beispielsweise die digitale Transformation oder die Einführung des in der Schweiz bereits etablierten Lehrplans 21 an. So viel kann ich allerdings jetzt schon sagen: Die Schule ist gut aufgestellt und befindet sich auf dem richtigen Weg. Sie hat bereits dort die Hebel angesetzt, wo es nötig ist. So wird unter anderem die räumliche Situation durch einen Neubau verbessert werden. Mit der Schaffung eines German Hub soll außerdem ein Angebot kreiert werden, um den Schwerpunkt der Sprachförderung noch zu akzentuieren. Und nicht zuletzt soll die Öffentlichkeitsarbeit der Schule optimiert werden. Das Allerwichtigste ist aber, ein Ambiente zu schaffen, in welchem sich die Schülerinnen und Schüler, die Eltern sowie das gesamte Team wohl fühlen. Ist das nämlich der Fall, kann die Fluktuation gering(er) und durch die dadurch entstehende Kontinuität auch die bereits jetzt hohe Qualität gehalten werden.

Beenden Sie nachfolgenden Satz: „Ein guter Schulleiter…“

…führt die Schule umsichtig unter Berücksichtigung aller Stakeholder, kommuniziert klar und transparent, erkennt das Potenzial seiner Mitarbeitenden und weiß dieses auch auszuschöpfen.

Ich bedanke mich bei Ihnen, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben!


6/1 Ramkhamhaeng 184 Road
Minburi, Bangkok 10510
www.ris-swiss-section.org

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