Immigration vertreibt Frau mit Alzheimer aus dem Land

Foto: Thaivisa
Foto: Thaivisa

CHIANG MAI: Die Immigration hat mit ihrer strikten Auslegung der neuen Gesetze und Verordnungen einer 77 Jahre alten Frau mit Alzheimer ein Jahresvisum verweigert.

Die Amerikanerin war von ihrer Familie in einem Pflegeheim im Chiang Mai untergebracht worden. Obwohl die Angehörigen nach Angaben der Tochter monatlich 85.000 Baht an das Heim überweisen, hatte die Immigration beim Antrag auf ein Jahresvisum den Nachweis von 800.000 Baht verlangt. Die Behörde wollte die monatlich 85.000 Baht nicht als Einkommen der Frau anerkennen, es sei das Geld der Tochter. Wie „Thai Visa“ weiter berichtet, hätte die Familie die 800.000 Baht nicht ständig aufbringen können.

Am Dienstag ist die Frau, die seit 15 Jahren an Alzheimer leidet, mit ihrer Familie auf die Philippinen geflogen. Dort hat sie ein neues Heim gefunden. Ihre Mutter bekomme problemlos ein Dreijahresvisum ohne lästige finanzielle Probleme, sagte die 57-jährige Tochter, die mit ihrem 55 Jahre alten Ehmann von den USA nach Thailand ausgewandert war. Sie persönlich liebe Thailand und wolle nicht auf die Philippinen, aber die Familie habe keine Wahl. Sie hätten einfach nicht genug Geld, um für ihre Mutter 800.000 Baht auf der Bank zu deponieren und dort zu lassen. Die Familie hatte für Dienstag um 8 Uhr morgens einen Flug nach Manila gebucht.

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Volker Chanthathai 31.05.19 10:23
Was soll das?
Im Artikel wird doch der Grund fuer die Ablehnung des one year extension auf Basis retired genannt: "Wie „Thai Visa“ weiter berichtet, hätte die Familie die 800.000 Baht nicht ständig aufbringen können." Offensichtlich wurde das Deposit auf dem taeglich verfuegbaren Konto vom Visachergen geliehen. Genau das ist es, was die Behoerden mit den neuen Regeln unterbinden wollen. Ursaechlich dafuer sind nicht die boesen Thailaender sondern die US Auslandsvertretungen, die ihren Buergern keine Einkommensbescheinigung mehr erstellen.
bert brecht 30.05.19 23:11
"Immigration vertreibt..."?
die Überschrift "Immigration vertreibt Frau mit Alzheimer aus dem Land" könnte tendenziöser, aufstachelnder garnicht sein! Der Sachverhalt ist simpel: ein Besucher Thailands (eine Frau) erfüllt die Anforderung für Verlängerung ihres Aufenthaltstitels nicht; sie muß das Land verlassen. Was hat Alzheimer (oder Hepatitis oder Helicobacter oder oder) mit der Nichtverlängerung zu tun? Nichts, hier geht es nur um die redaktionelle Tränendrüse -- ein schriftstellerisch billiger Griff ins Klo...
Michael Meier 30.05.19 10:49
Vertieben ?
Ein bischen Menschlichkeit hätte den Behörden nicht geschadet . Wo die 85000 ฿/M herkommen ist im Prinzip Wurscht , aber Gesetz ist Gesetz egal wie unlogisch . Thailand eben :-))
Thomas Schiffer 30.05.19 00:01
Wo sind da die Aufschreie? Wo ist die Kirche, die Patrioten? Das Gesetz wird halt für alle gemacht. Thailand hat richtig gehandelt. Denn macht man eine Ausnahme , macht man nur noch Ausnahmen. Trotzdem hätte man doch die 800.000 Baht aufbringen können. Ist ja kein verlorenes Geld. Wenn schon nicht unter Thailändischen Auswanderern, dann hätte man ein Aufruf in facebook machen können, oder wer ins USA TV gegangen. Möglichkeiten hätte es genug gegeben. Aber Philippinen ist auch schön und billiger.
Della Valle Stefan 29.05.19 23:52
traurig, traurig
Wenn das wirklich stimmt was der FARANG hier schreibt dann ist das nicht nur traurig sondern UNMENSCHLICH. Das wirft nicht nur ein schlechtes Licht auf die Immigration sondern auf ganz Thailand. Auch auf die Bevölkerung falls sie nicht aufbegehrt. Solche Vorgänge darf es in keinem Land geben.