Erstmals mit Rollstuhl durch die Flughäfen

Große Lust auf eine fettige Gans – endlich wieder gut in Thailand angekommen

Meine vorgezogene Weihnachtsgans ist sehr schön braun gebrannt. Fotos: hf
Meine vorgezogene Weihnachtsgans ist sehr schön braun gebrannt. Fotos: hf

Eine Woche nach meiner Ankunft in Thailand koche ich eine schöne, sprich fette Gans. Darauf habe ich mich die dreieinhalb Wochen in der Reha schon lange gefreut, wo das Essen zwar ausgezeichnet, aber eben auch besonders fettarm oder „gesund“ war. Nun fühle ich mich genügend gut erholt für eine unserer mit viel Liebe und Bananenblättern aufgezogenen Gänse. Wer jetzt noch dringend eine Weihnachtsgans benötigt, wir haben noch welche.

Tiefgefrorene haben wir auch noch erhältlich.
Tiefgefrorene haben wir auch noch erhältlich.

Nach meiner Herzoperation, in der die leckende Aortenklappe minimalinvasiv ersetzt wurde, ist mein Blutdruck beneidenswert tief, manchmal auch fast zu tief: Ich verspüre mitunter leichten Schwindel, wenn ich länger stehe und muss mich unversehens setzen. Momentan werden am Flughafen Zürich die Gepäckscanner durch eine neue Generation ersetzt, die es erlauben werden, Flüssigkeiten bis zwei Liter im Handgepäck zu belassen. Doch bis alle erneuert sind, ist mit erheblichen Wartezeiten, sprich Schlangestehen, zu rechnen. Das traue ich mir nicht ganz zu, ich habe deshalb erstmals am Flughafen Kloten (und auch in Bangkok) einen Rollstuhl angefordert.

Kloten so, so, Bangkok Spitzenklasse

Beim Einchecken wissen sie Bescheid und weisen mir den Weg zu einem Sammelplatz für Leute, die zwar noch durchaus gehen können, aber einfach keine unendlich scheinenden Strecken. Ich warte, mit anderen, auf das Sammeltaxi, eine Art Golfwagen, natürlich ein Elektrofahrzeug. Für Begleitpersonen hat es keinen Platz auf dem Gefährt, die dürfen immerhin mitlaufen und müssen an der Handgepäckkontrolle nicht anstehen, sondern werden privilegiert kontrolliert wie wir „Invaliden“ auch.

Weil alles auch so viel länger dauert als erwartet, bleibt keine Zeit für die Business Lounge, aber wenigstens werden wir auf verschlungenen Pfaden bis ans Gate gefahren und können dort auch privilegiert ins Flugzeug einsteigen.

In Bangkok ist der Service naturgemäß viel besser. Da steht gleich beim Ausstieg aus dem Flugzeug ein sehr respektvoller junger Mann mit individuellem Rollstuhl bereit. Mit dem landesüblichen Ehrentitel „Papa“ werde ich freundlich begrüßt. Dann werde ich direkt zum Schalter der Immigration gefahren. Sicherheitshalber setze ich einen „leidenden“ Gesichtsausdruck auf, aber es war wohl weit wichtiger, dass ich die digitale „Arrival Card“ ausgefüllt hatte: Wahnsinnig rasch wird der invalide, bejahrte Farang abgefertigt.

Mein 25-jähriger Fahrer kann es kaum fassen, dass der alte Mann schon 34 Jahre in Thailand lebt. Behände packt er den 28 Kilo schweren Koffer auf einen Gepäckwagen und steuert mit zwei Gefährten unbehelligt an der Zollkontrolle vorbei. Keine Frage: Er hat ein schönes Trinkgeld bekommen, und mit Rollstuhl reise ich wohl auch zukünftig.

Keine Eisblumen weit und breit herum

Eisblumen sind in Thailand total unbekannt.
Eisblumen sind in Thailand total unbekannt.

Ich habe während meiner rund sechs Monate in der Schweiz – außer an ein paar wenigen Hitzetagen im Hochsommer – eigentlich fast immer gefroren. Am schlimmsten war es natürlich im November, als auch noch Eisblumen an der nahen Bushaltestelle Hertens­teinstrasse auftauchten…

Das ist nun alles vorbei, Eisblumen sind hierzulande vollkommen unbekannt, ein Segen.

Weihnachtsbäume gibt es nur aus Plastik, Weihnachtssterne gibt es auf dem Pflanzenmarkt in Nordpattaya hingegen schon. Davon habe ich – wie jedes Jahr – fünf Stück gekauft. Die decken mein Bedürfnis nach Weihnachten fast völlig ab.

Außerdem habe ich heute bereits eine Weihnachtsgans gekocht, sie hat mir ganz hervorragend geschmeckt.

Falls Sie noch eine Weihnachtsgans suchen, bei uns gibt es noch ein paar.


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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