Callolo - Hahnenkämpfe

Callolo und seine Herzallerliebste (Teil 3)

Diese eindrucksvolle Szene zeigt Callolo und seine Herzallerliebste Nai in einem freudigen und herzlichen Moment ihres gemeinsamen Lebens, inspiriert von Ce-eff Krügers Erzählungen. Illustration: Generiert von OpenAI's DALL·E
Diese eindrucksvolle Szene zeigt Callolo und seine Herzallerliebste Nai in einem freudigen und herzlichen Moment ihres gemeinsamen Lebens, inspiriert von Ce-eff Krügers Erzählungen. Illustration: Generiert von OpenAI's DALL·E

Bislang kannte ich Hahnenkämpfe nur unter Männern. Meine Herzallerliebste hat dafür gesorgt, dass mein Wissen darüber auf nicht gerade zarte Weise erweitert wurde.

Wir waren auf dem Weg nach Nakhon Sawan, wo Saeng, die Freundin von Nai seit einigen Jahren lebt.

Plötzlich bat sie mich, von der Hauptstraße nach rechts abzubiegen.

"Was hast du vor, mein Schatz?" fragte ich sie.

"Im nächsten Dorf findet ein besonderes Fest statt, Callolo. Ich habe gerade das Hinweisschild gesehen. Ich denke, ein solches Fest hast du noch nie erlebt. Es wird dir bestimmt gefallen."

Schon von weitem hörten wir laute Musik und Geschrei. Das Dorf war wie ausgestorben, aber abseits in einem Wäldchen tobte das "Fest", wie meine Herzallerliebste diese Veranstaltung zu nennen beliebte. Wir parkten unseren Wagen und gingen den restlichen Weg zu Fuß.

Um eine kleine Arena herum hatten sich die Dorfbewohner und zahlreiche Gäste versammelt. Sie schrien und johlten, als bekämen sie Geld dafür. Ja, einige bekamen Geld, sogar viel Geld, als einer der Kampfhähne bewegungslos liegen blieb.

"Schrecklich," sagte ich zu Nai, "ich kann diese Tierquälerei nicht ansehen."

"Callolo, Hahnenkämpfe sind uraltes thailändisches Kulturgut. Als Kind habe ich Hunderte solcher Kämpfe miterlebt. Mein Vater hat damals bei den obligatorischen Wetten manchmal viel Geld gewonnen."

"Ja, wahrscheinlich noch mehr verloren."

Nai schwieg und zog mich noch näher an die Kampfstätte heran.

Gerade wurden zwei Hähne von ihren Besitzern gereizt und dann aufeinander losgelassen. Sofort stürzten sie sich in den Kampf mit Schnäbeln, Klauen und Sporen, an denen scharfe Klingen angebracht waren. Schon nach einer Minute bluteten beide Tiere, aber dadurch wurden sie nur noch aggressiver.

"Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass solche brutalen Spiele in Thailand erlaubt sind," sagte ich zu meiner Herzallerliebsten.

"Doch, doch," erwiderte sie, "Hahnenkämpfe schon, nur die Wetten sind illegal, aber dagegen ist die Polizei machtlos."

Plötzlich ein Aufschrei: Der etwas größere prächtige Hahn wankte, kippte auf die Seite, zuckte noch ein paar Sekunden und war tot. Der Besitzer des siegreichen Tieres nahm seinen nur leicht verletzten Hahn jubelnd in die Arme und setzte ihn unter einen großen geflochtenen Korb. Während eine ohrenbetäubende Musik einsetzte, wurden die Gewinne ausgezahlt.

"Komm, wir gehen," bat ich Nai, "mir wird ganz schlecht von diesen Mordsspielen."

"Warte einen Augenblick, Callolo, vielleicht kann ich das tote Tier billig kaufen. Khun Saeng wird sich darüber sicher freuen."

Tatsächlich, nach einigen Minuten kam sie mit einer Plastiktüte zurück, in der sich der enthauptete und bereits gerupfte Hahn befand. Ich sah sie fragend an.

"Spottbillig," lachte sie, "nur zweihundert Baht."

Wir legten die Tüte in den Kofferraum und fuhren los. Sekunden später kamen uns einige Polizeiautos mit Blaulicht entgegen. Nai legte einen Zahn zu.

"Das kann böse enden," meinte sie.

Für uns endete es köstlich, denn Khun Saeng bereitete aus dem Kadaver einen saftigen Braten vor. Dazu gab es einen vorzüglichen Wein, und dabei vergaß ich das bestialische Gemetzel, das meine Herzallerliebste als uraltes thailändisches Kulturgut bezeichnet hatte.

Auf dem Heimweg am nächsten Morgen erinnerte ich Nai in böswilliger Absicht an unseren Hund Arthid, den wir, zusammen mit unserem Sohn, für zwei Tage bei Freunden in Pflege gegeben hatten.

"Was hältst du davon, mein Schatz," fragte ich scheinheilig, "wenn wir für den Abend Freunde einladen und ihnen Arthid als Festbraten servieren? Hundefleisch ist doch auch eine uralte kulturelle Lieblingsspeise der Thais."

Den ganzen Tag lang hat meine Herzallerliebste kein Wort mehr mit mir gesprochen.

Zum Autor: Ein Leben für Kunst und Literatur

Carl-Friedrich Krüger, bekannt als Ce-eff, wurde in der norddeutschen Kleinstadt Bad Oldesloe geboren. Wegen besserer Bildungschancen zog er bereits in jungen Jahren nach Hamburg, wo er seine Ausbildung durch zahlreiche Jobs finanzierte. Nach seinem Ersatzdienst begann er zu schreiben: Gedichte, Satiren, Kurzgeschichten, Romane und Drehbücher. Das ZDF engagierte ihn als Redakteur, und er gründete das Kabarett „Die Poli(t)zisten“, aus dem das bundesweit bekannte Mainzer Forum-Theater UNTERHAUS hervorging. Dort leitete er viele Jahre Programme und trat mit eigenen Stücken auf. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz. Heute lebt er als freier Autor in Deutschland und Thailand und ist Kolumnist der deutschsprachigen Zeitschrift DER FARANG.

Callolo und Nai: Geschichten einer Farang-Thai-Liebe

Mit viel Humor und Charme beschreibt Ce-eff Krüger die Höhen und Tiefen des Zusammenlebens von Thais und Farangs. Im Fokus stehen Nai und Callolo, deren Eheleben von Toleranz und Herausforderungen geprägt ist – und dennoch immer wieder ein Happy End findet.

Im ersten Buch erzählt der Autor durch eine „rosarote Brille“ von liebevollen Momenten und überraschenden Entwicklungen. Das zweite Buch beleuchtet ehrlich und humorvoll die Schwierigkeiten in einer reiferen Beziehung. Der dritte Teil „Alte Liebe rostet nicht“, exklusiv im Newsportal DER FARANG, zeigt, wie ein unerwartetes Ereignis das Leben von Carolus und Nai verändert. Alle zwei Wochen erscheint dort eine neue Kurzgeschichte.

In Thailand verfügbare Taschenbücher von Ce-eff Krüger:

Die Taschenbücher sind im Büchershop erhältlich und werden in Thailand versendet.

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Maximilian Fastenmeier 29.09.25 13:45
Hahnenkampf
das sind ja herzallerliebste Geschichten und ich mag sie sehr aber mal ganz ehrlich, ich denke Callolo war noch niemals bei einem Hahnenkampf denn sonst hätte er nicht geschrieben, dass einer der Hähne nach 20 Minuten am Boden lag - so ein Hahnenkampf ist bereits nach maximal 3 Minuten zu Ende.

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