Besonders herrliche Sommertage in Zürich

Gestrandet in der Heimatstadt unter sehr angenehmen Rahmenbedingungen

Unglaublich schön ist der rote Ricinus communis in den Kisten entlang des Zürichsees, ein echter Knaller. Fotos: hf
Unglaublich schön ist der rote Ricinus communis in den Kisten entlang des Zürichsees, ein echter Knaller. Fotos: hf

Der Flug in die Schweiz unter Covid-19-Bedingungen war seltsam. Und momentan ist völlig unklar, wann ich nach Thailand zurückkehren kann. Doch ich genieße meinen Aufenthalt im sommerlichen Zürich in vollen Zügen.

Tolle Limetten in Zürich aufgespürt.
Tolle Limetten in Zürich aufgespürt.

Der Swiss-Flug von Bangkok nach Zürich war knallvoll. Als ich ihn gebucht hatte, herrschte noch gähnende Leere. Und noch am Morgen vor der Abreise, als ich einen Sitzplatz reservierte, sah der Flieger halbleer aus. Offenbar haben schlussendlich noch viele kurz Entschlossene reserviert, an Bord herrschte Maskenzwang, und als ich noch um einen Weißwein als Schlummerbecher bat, gab mir die Flugbegleiterin gleich zwei Fläschchen mit: Kontakte minimieren in Covid-19-Zeiten, sehr nett.

Distanzregeln einhalten, Masken hoch

Bislang war das Wetter in Zürich fast durchgängig strahlend schön und ich genieße meine täglichen Spaziergänge am See, in der Altstadt oder entlang der Limmat. Gestern im Bad Utoquai: Wasser 25, Luft 27 Grad. Viele alte Pflanzenbekannte habe ich auf meinen Gängen schon gesehen. Da ist zum Beispiel der schöne, aber gefährliche Ricinus communis zu nennen. Er dient in vielen Töpfen entlang des Sees als Sommerflor, weil er so attraktiv ist. Aus seinen Samen wird das abführende Rizinus-Öl hergestellt, das auch als Motorenöl Verwendung findet. Aber aufgepasst: Rizin ist ein Gift, vier Kerne genügen bereits, um einen Menschen umzubringen.

Die Frucht heißt auch „Baumtomate“.
Die Frucht heißt auch „Baumtomate“.

Sehr bekömmlich hingegen sind die Haselnüsse, die entlang der Limmat wild wachsen. Oder das üppig wuchernde italienische Basilikum, das überall in Töpfen für wenig Geld angeboten wird. Toll auch die Auswahl an Tomaten auf den Märkten. Oder der saisonalen Beeren, Salate etc., ein Fest der Sinne. Während im öffentlichen Verkehr Maskenzwang herrscht, gilt das auf den Märkten nicht. Dort werden aber die Abstandsregeln sehr gut eingehalten.

Tamarillo und Naranjilla gefunden

Auf einem der Märkte habe ich zwei alte Bekannte aus Kolumbien wiederentdeckt, Solanum quitoense (Naranjilla) und Solanum betaceum (Tamarillo). Die hatte ich früher schon im Garten in Pattaya gezogen, allerdings mit mäßigem Erfolg. Ich will diese zwei Früchte aus der Familie der Nachtschatten Gewächse nach meiner Rückkehr nach Thailand allerdings nochmals versuchen und habe die Samen der aus Kolumbien stammenden Früchte inzwischen getrocknet. Saatgut einzuführen ist ja bekanntlich erlaubt und unproblematisch.

Auch nochmals versuchen will ich die winterharten Passionspflanzen, die in Zürich ab und zu zu sehen sind. Das letzte Mal allerdings war es ihnen in Thailand zu heiß.

Drei Gänschen sind bereits geschlüpft.
Drei Gänschen sind bereits geschlüpft.

Es gibt in den Gartenzentren auch viele Pflanzen, die ich gerne mit nach Pattaya nehmen würde. Ich habe beispielsweise panaschierte Limetten für wenig Geld (200 Baht) gefunden, die ich unter normalen Umständen in den Koffer täte. Aber in Covid-19-Zeiten, wo Einreisende sicherlich ganz genau kontrolliert werden und wohl auch 14 Tage in Quarantäne müssen, traue ich mich nicht so recht. Vielleicht gehen ein paar Feigenstecklinge, aber das hat alles noch Zeit…

In Pattaya sind übrigens einige Gänschen geschlüpft, das Leben in den Gärten geht also auch ohne mich munter weiter. Sowohl der Garten in Nong Khai als auch Pattaya können – nach telefonischer Anmeldung – beide besucht werden. Und wir versenden auf Bestellung auch weiterhin unsere wertvollen Pflanzen.


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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Marcel Edouard Petter 30.08.20 17:41
Danke Norbert
Thai Eggplant heissen sie auf englisch und eggplant ist eben die Aubergine. Macüa nenne ich die auch. Da gibt aber verschiedene, die ganz kleinen, kaum grösser als eine Erbse und dann die im Bild gehören in jedes grüne Curry. Macüa pro wird die genannt. Die Macüa teet ist zwar keine Aubergine, aber sie ist mit denen verwandt, sind beides Nachtschattengewächse.
Wilfried Stevens 30.08.20 17:40
Besinnliche Zeit in der Schweiz
Lieber Hans, wie gewohnt ein schöner Beitrag von Dir, diesmal aus der Schweiz. Habe dort eine besinnliche und harmonische Zeit.

Empfehle jedem die wundervoll gestaltende und sehr informelle Webseite von Hans.
Michael Meier 30.08.20 17:38
Stimmt Norbert
aubergine = ma khüa oder ma khüa jau
Hansruedi Bütler 30.08.20 17:33
Eventuell Ma Keua Praw
Denke, dass das Bild verwechselt wurde.
Norbert Schettler 30.08.20 15:37
Stimmt, Herr Petter
Die Dinger nennt man in Thailand "Macüa", gibt es in verschiedenen Farben und Größen.
Ob das mit Auberginen übersetzt sind weiß ich nicht, "Mucüa Teet" ist ja die Tomate.
Hat aber nichts mit Limetten zu tun, wie schrieb Herr Wurst noch vor kurzem, (Amazon und Regenwald) "Dat kann ja mal passieren".