SURAT THANI: Auf der Ferieninsel Koh Samui weiten die Behörden ihre Ermittlungen zu mutmaßlich gefälschten Baugenehmigungen deutlich aus. Nach Angaben der Kommunalverwaltung von Koh Samui stehen inzwischen mindestens zehn Bauprojekte im Fokus, während sowohl kommunale Mitarbeiter als auch externe Beteiligte in den Blick der Ermittler geraten sind.
Auslöser der Untersuchungen war die Entdeckung gefälschter Unterschriften auf einer Baugenehmigung (Or.1), die angeblich von der Bauabteilung der Kommunalverwaltung von Koh Samui ausgestellt worden war. Medienberichten zufolge bestehen Zweifel an der Integrität der Genehmigungsverfahren sowie an der Sicherheit mehrerer hochpreisiger Villenprojekte.
Erste Fälle bereits im Oktober entdeckt
Bürgermeister Ramnet Jaikwang ordnete umgehend eine umfassende Untersuchung sowie rechtliche Schritte an. Der juristische Leiter der Kommunalverwaltung von Koh Samui, Pallop Meepian, erklärte, dass erste Unregelmäßigkeiten bereits im Oktober vergangenen Jahres festgestellt worden seien. Betroffen gewesen seien ein privates Bauvorhaben sowie eine gewerbliche Umbaumaßnahme.
In beiden Fällen hätten die Antragsteller Dokumente vorgelegt, die äußerlich offiziellen Genehmigungen entsprachen. Eine Überprüfung habe jedoch ergeben, dass diese nicht im System der Kommunalverwaltung von Koh Samui registriert waren und mehrere Unterschriften – darunter auch die des Bürgermeisters – gefälscht worden seien. Eine interne Untersuchungskommission stellte daraufhin Hinweise auf Fehlverhalten fest. Ein Verwaltungsmitarbeiter der Bauabteilung, der mit den Dokumenten in Verbindung gebracht wird, bestreitet die Vorwürfe, wurde jedoch bis zum Abschluss disziplinar- und strafrechtlicher Ermittlungen vom Dienst suspendiert.
Verdacht auf Netzwerk in Verwaltung
Die Ermittlungen werden nun ausgeweitet, um mögliche Verbindungen zu ranghöheren Beamten der technischen Abteilung zu klären. Nach Einschätzung der Behörden ist es unwahrscheinlich, dass ein einzelner Mitarbeiter die Vorgänge allein organisiert haben könnte, was den Verdacht auf ein größeres Netzwerk nährt.
Im Fokus stehen zudem mögliche externe Vermittler, die als sogenannte „Broker“ Bauherren – insbesondere Betreiber von Villenprojekten – mit internen Kontakten zusammengebracht haben könnten, um Genehmigungen zu beschleunigen oder zu umgehen.
Anzeige wegen Urkundenfälschung angekündigt
Der im Zentrum der Ermittlungen stehende Beamte soll erst im Juni 2022 in den Staatsdienst eingetreten sein. Die Kommunalverwaltung von Koh Samui kündigte an, am 27. März 2026 Anzeige bei der Polizei von Koh Samui zu erstatten. Vorgeworfen werden Urkundenfälschung sowie Amtsmissbrauch.
Parallel dazu wird eine umfassende Überprüfung aller erteilten Baugenehmigungen durchgeführt, um das tatsächliche Ausmaß des mutmaßlichen Betrugs zu ermitteln. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass mehr als zehn Genehmigungen gefälscht sein könnten.
Kritik am Schnellverfahren wächst
Der Fall lenkt zudem die Aufmerksamkeit auf Regelungslücken im Schnellgenehmigungsverfahren nach Abschnitt 39 Bis des Baukontrollgesetzes von 1979. Dieses erlaubt es Bauherren, unter bestimmten Voraussetzungen bereits vor der formalen Genehmigung mit Bauarbeiten zu beginnen, sofern vollständige und von zugelassenen Fachleuten bestätigte Unterlagen vorliegen.
Die Behörden betonten, dass das Verfahren maßgeblich von der Richtigkeit der eingereichten Unterlagen abhängt. Sollten Verstöße festgestellt werden, drohen nachträgliche Auflagen bis hin zum Rückbau von Gebäuden. Auch Architekten und Ingenieure, die falsche Angaben bestätigen, müssen mit disziplinarischen und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.
Die Ermittlungen dauern an. Weitere rechtliche Schritte gegen mögliche Beteiligte werden geprüft.
schließlich muß die familie ja auch von was leben.