Angst nach Mord an Taxifahrer auf Koh Samui

Angehörige suchen Zeugenschutz, alle Verdächtigen inzwischen gefasst

Der letzte gesuchte Verdächtige stellte sich den Behörden und wurde zur weiteren Strafverfolgung an die Polizeiwache Bo Phut auf Koh Samui überstellt. Bild: Surat Thani Provincial Police
Der letzte gesuchte Verdächtige stellte sich den Behörden und wurde zur weiteren Strafverfolgung an die Polizeiwache Bo Phut auf Koh Samui überstellt. Bild: Surat Thani Provincial Police

KOH SAMUI: Im Fall des tödlichen Angriffs auf den Taxifahrer Sikharin Phromcharoen auf Koh Samui hat die Polizei nach eigenen Angaben alle zwölf mutmaßlich Beteiligten festgenommen. Der Fall sorgt seit Tagen für Aufsehen und wirft Fragen zur öffentlichen Sicherheit, zum Schutz von Zeugen sowie zum Ansehen der Tourismusinsel auf.

Nach Angaben der Provinzpolizei Surat Thani wurde der 30-jährige Taxifahrer am 24. Mai 2026 im Unterbezirk Bo Phut auf Koh Samui angegriffen und tödlich verletzt. Ermittler der Polizeiwache Bo Phut sammelten Beweise und beantragten Haftbefehle gegen zwölf Verdächtige. Elf von ihnen waren bereits festgenommen worden. Der letzte gesuchte Verdächtige, ein Mann namens Thawatchai, stellte sich später auf der Polizeiwache Sichon den Behörden. Anschließend wurde er zur weiteren Strafverfolgung nach Bo Phut überstellt.

Schwere Vorwürfe gegen Verdächtige

Den Beschuldigten werden gemeinschaftlich begangener vorsätzlicher Mord, unerlaubter Besitz von Schusswaffen und Munition, das unerlaubte Mitführen von Schusswaffen in der Öffentlichkeit sowie der gemeinschaftliche Gebrauch von Schusswaffen in einem öffentlichen Bereich vorgeworfen.

Der Kommandeur der Provinzpolizei Surat Thani, Maj Gen Suwat Suksri, ordnete an, die weiteren Ermittlungen besonders sorgfältig zu führen. Dabei solle insbesondere auf belastbare kriminaltechnische Beweise geachtet werden, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz zu stärken.

Streit um Fahrgäste als Tatmotiv

Nach bisherigen Erkenntnissen steht die Tat im Zusammenhang mit einem früheren Streit um Fahrgastaufnahmen auf Koh Samui. Die Ehefrau des Opfers erklärte, dass ihr Mann zuvor Auseinandersetzungen mit Fahrern traditioneller Taxis gehabt habe, nachdem er über eine Fahrdienst-App Passagiere in einem von anderen Fahrern beanspruchten Gebiet aufgenommen hatte. Nach einer Vermittlung sei die Familie jedoch davon ausgegangen, dass der Konflikt beigelegt worden sei.

Wichtige Beweise erhielt die Familie nach eigenen Angaben von einem ausländischen Touristen, der Videoaufnahmen des Vorfalls gemacht und diese der Polizei zur Verfügung gestellt hatte.

Familie sucht Schutz in Bangkok

Der Fall weitete sich inzwischen auf Fragen des Zeugenschutzes aus. Sikharins Ehefrau Onchuma sowie weitere Angehörige reisten mit Unterstützung der Bürgerrechtsgruppe Saimai Survive nach Bangkok, um Hilfe beim Amt für Rechte- und Freiheitenschutz des Justizministeriums zu beantragen. Nach Angaben der Familie verließen insgesamt elf Angehörige Surat Thani aus Angst vor Einschüchterungen. Zudem sei eine reguläre Trauerfeier bislang nicht möglich gewesen, da sich der Leichnam des Opfers noch in der Gerichtsmedizin befinde.

Onchuma erklärte, dass die Familie Gerechtigkeit und fordere nicht wolle, dass der Tod ihres Mannes folgenlos bleibe. Zudem habe sie verdächtige Anrufe erhalten, bei denen nach dem Aufenthaltsort der Familie gefragt worden sei. Besonders besorgt sei sie um die Sicherheit ihres erst wenige Wochen alten Kindes.

Zeugenschutz wird vorbereitet

Das Justizministerium sagte rechtliche Unterstützung sowie die Prüfung von Schutzmaßnahmen für Opfer und Zeugen zu. Die Polizei kündigte an, gemeinsam mit den zuständigen Behörden Maßnahmen zum Zeugenschutz nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen umzusetzen.

Der Polizeisprecher der Königlich Thailändischen Polizei, Pol Lt Gen Trairong Phiwpan, betonte, dass die Behörden gegen einflussreiche Gruppen oder sogenannte Mafia-Netzwerke konsequent vorgehen würden. Unabhängig von der Stellung der Täter werde jede Straftat entschlossen verfolgt. Ziel sei es, das Vertrauen der Bevölkerung und der Touristen wiederherzustellen.

Polizei verstärkt ihre Präsenz

Zugleich ordnete Maj Gen Suwat verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in den touristischen Gebieten von Surat Thani an. Polizeikräfte sollen ihre Präsenz in den Gemeinden ausbauen, Beschwerden der Bevölkerung frühzeitig aufnehmen und Konflikte möglichst bereits im Entstehen entschärfen, um Auswirkungen auf die öffentliche Ordnung und das touristische Image der Insel zu verhindern.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.