Erneut Nominee-Razzien auf Samui und Phangan

DSI durchsucht fünf Objekte wegen mutmaßlicher Nominee-Firmen

Vertreter des Justizministeriums und der Sonderermittlungsbehörde DSI informieren sich vor Ort über ein Immobilienprojekt auf Koh Samui, das im Mittelpunkt der Ermittlungen steht. Bild: Department of Special Investigation (DSI)
Vertreter des Justizministeriums und der Sonderermittlungsbehörde DSI informieren sich vor Ort über ein Immobilienprojekt auf Koh Samui, das im Mittelpunkt der Ermittlungen steht. Bild: Department of Special Investigation (DSI)

SURAT THANI: Die thailändische Sonderermittlungsbehörde DSI hat gemeinsam mit mehreren staatlichen Behörden fünf Objekte auf den Inseln Koh Samui und Koh Phangan in der Provinz Surat Thani durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen wegen des Verdachts, dass ausländische Investoren mithilfe thailändischer Strohmänner („Nominees“) Grundstücke besitzen und Unternehmen in Bereichen betreiben, die nach dem Foreign Business Act für Ausländer eingeschränkt sind.

Nach Angaben von DSI-Generaldirektor Pol Maj Yutthana Praedam wurde die Razzia aufgrund von Hinweisen des Department of Business Development eingeleitet. Die Behörde hatte 34 Unternehmen identifiziert, bei denen der Verdacht besteht, dass thailändische Anteilseigner lediglich vorgeschoben wurden, um die tatsächliche ausländische Kontrolle zu verschleiern.

DSI nimmt Luxusprojekt unter die Lupe

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand unter anderem ein Luxusvillenprojekt im Tambon Bo Phut auf Koh Samui. Dort stellten die Ermittler Unterlagen zu Beteiligungsverhältnissen, Grundstückseigentum, Immobiliengeschäften, Bauverträgen sowie Finanzdokumenten sicher. Das Unternehmen steht mit 15 Grundstücken von insgesamt knapp 98 Rai in Verbindung, deren geschätzter Wert bei rund 1,57 Milliarden Baht liegt.

Ermittler sichern und prüfen Unterlagen sowie digitale Daten im Rahmen der Untersuchungen zu mutmaßlichen Nominee-Unternehmensstrukturen. Bild: Department of Special Investigation (DSI)
Ermittler sichern und prüfen Unterlagen sowie digitale Daten im Rahmen der Untersuchungen zu mutmaßlichen Nominee-Unternehmensstrukturen. Bild: Department of Special Investigation (DSI)

Nach Angaben der DSI wurde das Projekt als Investition chinesischer Geldgeber beworben. Zudem sollen chinesische Staatsangehörige maßgeblich an der Unternehmensführung und geschäftlichen Entscheidungen beteiligt gewesen sein. Das Projekt soll außerdem mit mindestens fünf weiteren Unternehmen aus den Bereichen Immobilienentwicklung, Bau, Marketing und Vertrieb verknüpft sein.

Kanzlei mit 150 Firmen verknüpft

Ein weiteres Durchsuchungsziel war eine Anwaltskanzlei auf Koh Samui. Nach Angaben der Ermittler besteht eine Verbindung zu mehr als 150 Unternehmen. Sichergestellt wurden unter anderem Grundstücksdokumente, Unterlagen zu Anteilseignern, Kaufverträge sowie Dienstleistungsvereinbarungen. Mehr als 100 der mit der Kanzlei verbundenen Unternehmen sollen Vermögenswerte im Wert von rund 795 Millionen Baht besitzen. Zudem nutzten mindestens 103 Gesellschaften dieselbe Anschrift als eingetragenen Firmensitz.

Die Ermittler führten im Zuge der Razzien Gespräche mit Beteiligten und nahmen die Baustelle eines Immobilienprojekts in Augenschein. Bild: Department of Special Investigation (DSI)
Die Ermittler führten im Zuge der Razzien Gespräche mit Beteiligten und nahmen die Baustelle eines Immobilienprojekts in Augenschein. Bild: Department of Special Investigation (DSI)

Weitere Ermittlungen richten sich gegen Unternehmen mit Verbindungen zu israelischen Staatsangehörigen, die Hotels, Beherbergungsbetriebe, Wellnesszentren und Ferienvermietungen betreiben sollen. Die Behörden prüfen dabei die Eigentümerstrukturen, die Herkunft der Investitionen sowie die Einhaltung der erforderlichen Genehmigungen.

DSI weitet Nominee-Ermittlungen aus

Justizminister Pol Lt Gen Rutthapon Naowarat kündigte an, die Ermittlungen auf Koh Samui und Koh Phangan auszuweiten. Dabei sollen insbesondere weitere Verdachtsfälle untersucht werden, in denen ausländische Investoren mutmaßlich thailändische Nominees zur Umgehung gesetzlicher Bestimmungen eingesetzt haben.

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