KOH PHANGAN: Die thailändischen Behörden haben am Mittwoch (13. Mai 2026) auf Koh Phangan mehrere Luxusvillen, ein Anwaltsbüro sowie verschiedene Geschäfte durchsucht. Hintergrund ist ein verschärftes Vorgehen gegen mutmaßliche sogenannte Nominee-Konstruktionen, mit denen ausländische Investoren über thailändische Strohmänner Grundstücke und Unternehmen kontrollieren sollen.
Die Razzien fanden kurz vor einem Inspektionsbesuch von Premierminister Anutin Charnvirakul in den Provinzen Surat Thani und Phuket statt.
Behörden durchsuchen fünf Objekte
An der großangelegten Aktion waren mehrere Behörden beteiligt. Durchsucht wurden mindestens fünf Standorte auf der Insel. Im Fokus stand unter anderem ein Anwaltsbüro, das nach Angaben der Ermittler als Koordinationsstelle gedient haben soll, um ausländischen Staatsangehörigen den Erwerb oder die Kontrolle von Immobilien zu ermöglichen. Ebenfalls überprüft wurden Luxusvillen und gewerblich genutzte Gebäude.
Die Ermittler prüfen insbesondere, ob rechtliche und unternehmerische Konstruktionen genutzt wurden, um ausländischen Investoren über thailändische Anteilseigner faktisch die Kontrolle über Immobilien und Unternehmen zu verschaffen. Solche Nominee-Modelle verstoßen gegen thailändische Gesetze, wenn thailändische Staatsangehörige lediglich als formelle Eigentümer oder Anteilseigner auftreten, während die tatsächliche Kontrolle bei Ausländern liegt.
Luxusvillen im Fokus der Ermittler
Zu den durchsuchten Objekten gehörte auch eine Luxusvillenanlage im Dorf Moo 7 auf Koh Phangan in der Provinz Surat Thani. Die Anlage mit rund sechs Villen gehört einem Unternehmen und wird nun daraufhin untersucht, ob die Eigentumsrechte rechtmäßig erworben wurden.
Die Einsätze wurden unter anderem von Pol Gen Samran Nualma, stellvertretender nationaler Polizeichef, sowie Pol Lt Gen Noppasilp Poolsawat vom Büro des nationalen Polizeichefs überwacht.
DSI überprüft Tausende Unternehmen
Parallel dazu intensivieren das Department of Special Investigation (DSI) sowie das Department of Business Development (DBD) ihre Überprüfungen von Unternehmen auf Koh Phangan und Koh Samui. Nach Angaben der Behörden werden derzeit mehr als 11.400 Unternehmen in der Provinz Surat Thani überprüft. Das DSI habe dabei 34 Firmen auf Koh Samui und Koh Phangan für vertiefte Ermittlungen ausgewählt. Jede dieser Firmen soll Vermögenswerte von mehr als 100 Millionen Baht besitzen.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen insbesondere Immobiliengeschäfte, Hotels ohne gültige Betriebsgenehmigung sowie tourismusbezogene Unternehmen, die nach dem Foreign Business Act eigentlich thailändischen Staatsangehörigen vorbehalten sind.
Finanzprüfung bei Anteilseignern
Zudem verschärfen die Behörden die finanzielle Überprüfung thailändischer Anteilseigner in Unternehmen mit ausländischer Beteiligung. Dabei wird geprüft, ob die angegebenen Einkommen der thailändischen Anteilseigner in einem plausiblen Verhältnis zu ihren Investitionen in Millionenhöhe stehen. Ziel ist es festzustellen, ob die Anteilseigner tatsächlich über die finanziellen Mittel verfügen oder lediglich ihre Namen für ausländische Betreiber zur Verfügung stellen.
Die aktuellen Maßnahmen folgen auf weitere Einsätze gegen mutmaßlich illegal betriebene Hotels auf Koh Phangan. Bereits am 10. Mai 2026 hatten Polizei und gemeinsame Einsatzkräfte mehrere Personen festgenommen, denen der Betrieb nicht genehmigter Hotels vorgeworfen wird. Auch dort bestand der Verdacht auf die Nutzung thailändischer Nominees zur Umgehung gesetzlicher Beschränkungen.
Kontrollen gegen illegale Arbeit
Darüber hinaus kontrollieren die Behörden mögliche Verstöße gegen Arbeitsgesetze, darunter Fälle von Ausländern ohne gültige Arbeitserlaubnis oder Tätigkeiten, die ausschließlich thailändischen Staatsbürgern vorbehalten sind.
Koh Phangan steht derzeit besonders im Fokus der Behörden, da der Anteil ausländischer Investitionen auf der Insel vergleichsweise hoch ist. Nach Angaben des DBD weisen rund 67 Prozent der registrierten Unternehmen auf der Insel eine ausländische Beteiligung auf. Von insgesamt 4.761 registrierten Firmen entfallen die größten Investorengruppen auf Israelis mit 22 Prozent, gefolgt von Franzosen mit 13 Prozent und Briten mit 11 Prozent.
Regierung kündigt harte Kontrollen an
Die thailändische Regierung erklärte, Ziel der verstärkten Kontrollen sei der Schutz lokaler Unternehmen, die Verhinderung illegaler Kontrolle über Grundstücke und beschränkte Geschäftsfelder sowie die Sicherstellung, dass ausländische Investitionen im Einklang mit thailändischem Recht erfolgen. Zugleich betonten die Behörden, dass legale ausländische Investitionen weiterhin willkommen seien. Gegen Nominee-Konstruktionen, nicht genehmigte Unternehmen und illegale Beschäftigung solle jedoch künftig konsequenter vorgegangen werden.
Verstehe die Polische Brisanz etwas zu tun vor allem wenn man Auffällig ist und dabei noch das Einheimische Geschäft stört. Ganz besonders wenn der Kuchen kleiner wird weil die Touristen ausbleiben.
Also den Ball flach halten die meisten werden davon kaum was mit bekommen. Spätestens wenn es Ausländische Investoren Abschreckt und das kann ganz schnell gehen ist dieses Schauspiel zu Ende.
Und ich stimme mit "Jomtien Franky" überein. Wer Legal eine Firma Gründet um es vor Enteignung zu Schützen weil es diese möglichkeit gibt in Thailand macht nichts Unrechtes. Vielmehr muss der Staat dann selber die Gesetze so anpassen das dies nicht mehr möglich ist. Nur das wird es nicht wagen weil es dann ebenso die Investoren Abschreckt.