Nominee-Netzwerke: 21 Ausländer verhaftet

Polizei untersucht illegale Firmenkonstrukte auf Koh Phangan

Ermittler und Polizeikräfte der Provinz Surat Thani präsentieren Ergebnisse der landesweiten Operation gegen mutmaßliche Nominee-Geschäfte auf Koh Phangan. Bild: Surat Thani Immigration
Ermittler und Polizeikräfte der Provinz Surat Thani präsentieren Ergebnisse der landesweiten Operation gegen mutmaßliche Nominee-Geschäfte auf Koh Phangan. Bild: Surat Thani Immigration

KOH PHANGAN: Die Polizei will sich gegen eine Freilassung auf Kaution von 21 festgenommenen Ausländern aussprechen, die im Zusammenhang mit mutmaßlichen Nominee-Geschäften auf Koh Phangan stehen. Die Ermittler wollen am Montag (25. Mai 2026) beim Provinzgericht Samui eine Verlängerung der Untersuchungshaft beantragen.

Die Festnahmen erfolgten im Rahmen einer landesweiten Schwerpunktaktion gegen ausländische Staatsangehörige, die über thailändische Strohmänner illegal Unternehmen betrieben haben sollen. Bereits in einer ersten Phase der Ermittlungen am 13. Mai 2026 hatten Beamte fünf Anwalts- und Buchhaltungsfirmen durchsucht und umfangreiche Unterlagen sichergestellt.

Polizei beschlagnahmt 38 Landtitel

In der zweiten Phase der Operation am 23. Mai wurden schließlich 21 ausländische Verdächtige festgenommen. Zudem beschlagnahmten die Behörden 38 Landtitel mit einem geschätzten Gesamtwert von rund 200 Millionen Baht zur weiteren Prüfung.

Die Ermittlungen auf der Polizeiwache Koh Phangan dauerten am Sonntag (24. Mai 2026) an. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, falsche Angaben gegenüber Behörden gemacht und über Firmenkonstruktionen illegal Land im Namen ausländischer Investoren erworben zu haben. Grundlage der Vorwürfe sind Bestimmungen des thailändischen Strafgesetzbuches sowie des Landgesetzes im Zusammenhang mit verbotenen Nominee-Beteiligungen.

Verdächtige aus mehreren Ländern

Unter den Verdächtigen befinden sich laut Polizei vier Israelis, vier Franzosen, drei Russen und zwei Ukrainer. Weitere Festgenommene stammen aus Afrika, der Slowakei, den Niederlanden, Australien, der Türkei, Deutschland und den Philippinen. Eine Nationalität wurde nicht veröffentlicht.

Pol Maj Gen Suwat Suksri, Polizeichef der Provinz Surat Thani und Leiter der Ermittlungen, erklärte, dass den Verdächtigen bereits eine Freilassung auf Polizeikaution verweigert worden sei. Nach Abschluss der Vernehmungen solle am Montag eine erste zwölf Tage umfassende Untersuchungshaft beantragt werden. Auch einer Freilassung auf gerichtliche Kaution werde die Polizei widersprechen.

Analyseprogramm unterstützt Ermittler

Nach thailändischem Recht kann die Untersuchungshaft vor Übergabe an die Staatsanwaltschaft auf bis zu 48 Tage verlängert werden. Die Ermittler zeigten sich jedoch zuversichtlich, die Untersuchungen schneller abschließen zu können. Unterstützt würden die Beamten dabei durch das Analyseprogramm „SPNI X“, das ursprünglich zur Bekämpfung von Drogen- und Geldwäschenetzwerken entwickelt wurde. Mit dem System würden Finanztransaktionen ausgewertet, Geldflüsse nachverfolgt und Beweismittel zu mutmaßlichen Nominee-Strukturen gesammelt.

Nach Angaben der Ermittler wurden bislang 32 Firmen identifiziert, bei denen der Verdacht auf verbotene Nominee-Konstruktionen besteht. Gegen ausländische Direktoren dieser Unternehmen seien insgesamt 45 Haftbefehle erlassen worden. Bisher nahm die Polizei 21 Verdächtige auf Grundlage von 22 Haftbefehlen fest.

38 Rai Land unter Beschlagnahmung

Die Behörden beschlagnahmten zudem 38 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 38 Rai. Der geschätzte Wert liegt bei etwa 200 Millionen Baht. Nach Angaben der Ermittler befanden sich mehr als 60 Prozent der Flächen noch unbebaut oder in Vorbereitung für Bauprojekte.

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich laut Ermittlern auf die Firma FB Propertys Co auf Koh Phangan, die von israelischen Staatsangehörigen betrieben worden sein soll. Das Unternehmen führte unter dem Namen „The Yoga House Koh Phangan“ ein Yoga- und Gastronomiegeschäft.

Firma besitzt acht Grundstücke

Die Firma mit einem registrierten Kapital von fünf Millionen Baht soll acht Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 7,5 Rai und einem geschätzten Wert von etwa 60 Millionen Baht besitzen. Gebäude sind in dieser Schätzung nicht enthalten.

Finanzermittlungen hätten ergeben, dass der eingetragene thailändische Anteilseigner nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügt habe, um die Investitionen selbst zu tätigen. Nach Einschätzung der Polizei gilt dies als deutlicher Hinweis auf illegale Nominee-Geschäfte.

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Manfred Guempel 26.05.26 12:54
Nominee Netzwerke
Da werden wohl viele Leute kalte Füße bekommen.
Viele haben deswegen doch Firmen gegründete ,um doch an Haus und Grund zu kommen. Die Anwälte von diesen Leuten ,wiesen doch extra darauf hin, sie als Geschäftsführer einzusetzen ,die nötigen Thais
brauchen nur zu unterschreiben ,bekommen paar Baht,fertig wäre es.
Was einigermaßen Rechtens ist Mietrecht!
Jetzt werden Große untersucht, mal abwarten, wie das mit den kleineren weitergeht.
Eins habe ich in meinem Leben gelernt,illegal ist illegal, gibt es keine Verjährung!
Charly Otto 25.05.26 15:35
@Obermeier
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Finanzermittlungen hätten ergeben, dass der eingetragene thailändische Anteilseigner nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügt habe, um die Investitionen selbst zu tätigen. Nach Einschätzung der Polizei gilt dies als deutlicher Hinweis auf illegale Nominee-Geschäfte.
Zitat Ende
Christian 25.05.26 15:34
Vor allem, wozu diese Nominee Struktur?

Bei der Art Geschäften hätten sich doch legale Wege gefunden.
Hartmut Wirth 25.05.26 14:10
@Jörg Obermeier
Zitat: "Bereits in einer ersten Phase der Ermittlungen am 13. Mai 2026 hatten Beamte fünf Anwalts- und Buchhaltungsfirmen durchsucht und umfangreiche Unterlagen sichergestellt."

Also wie verhaftet man eine Anwaltskanzlei oder Buchhaltungsfirma?

Dort wurden Verhaftungen durchgeführt. Auch war von einer Festsetzung von Nomines die Rede....

Schon vergessen?

Jörg Obermeier 25.05.26 13:29
Es sei nur am Rande mal darauf hingewiesen, dass illegale Nominee-Gesellschaften nicht ohne thailändische Strohmänner gegründet hätten werden können. Dass auch nur einer von diesen beschuldigt oder gar verhaftet worden wäre steht zumindest nicht in diesem Bericht. Schon etwas seltsam, oder?

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