Tourismussteuer wird weiter verschoben

Politische Unsicherheit blockiert Einführung trotz fertiger Struktur

Die Einführung der Tourismusabgabe in Thailand verzögert sich erneut, obwohl System und Struktur längst bereitstehen. Foto: galitskaya/Adobe Stock
Die Einführung der Tourismusabgabe in Thailand verzögert sich erneut, obwohl System und Struktur längst bereitstehen. Foto: galitskaya/Adobe Stock

BANGKOK: Die Einführung einer Tourismusabgabe für ausländische Besucher in Thailand bleibt weiterhin ungewiss. Obwohl das Kabinett bereits im Februar 2023 dem Vorschlag des National Tourism Policy Committee zugestimmt hatte, wurde die Abgabe bis heute nicht umgesetzt. Gründe dafür sind vor allem politische Verzögerungen – nicht etwa fehlende technische oder organisatorische Vorbereitungen.

Der neue Tourismus- und Sportminister hatte bei Amtsantritt im vergangenen Monat Interesse signalisiert, die Gebühr einzuführen. Dennoch gilt es als unwahrscheinlich, dass die Tourismusabgabe innerhalb des von der Regierung angekündigten Viermonatszeitraums umgesetzt wird.

Details zur Abgabe und ihrer Verwendung

Die Tourismusabgabe geht auf den National Tourism Policy Act von 2019 zurück. Sie sieht eine Gebühr von 300 Baht für Flugreisende und 150 Baht für Einreisen über Land oder See vor, die ausschließlich von ausländischen Übernachtungsgästen erhoben werden soll. Ziel des Fonds ist es, touristische Infrastruktur zu fördern sowie eine Versicherung für Besucher bereitzustellen. Bereits vor der Pandemie hatten öffentliche Krankenhäuser jährlich zwischen 300 und 400 Millionen Baht für unbezahlte Behandlungskosten ausländischer Patienten aufgewendet.

Politischer Stillstand bremst Umsetzung

Mehrere Regierungswechsel seit 2023 führten zu wiederholten Verzögerungen. Während das Kabinett der vorherigen Regierung den Start der Abgabe für den 1. Juni 2023 beschlossen hatte, verhinderten unter anderem Probleme bei der technischen Umsetzung – wie der Unmöglichkeit, die Gebühr in Flugtickets zu integrieren – sowie das Ende der Amtszeit von Premierminister Prayut Chan-o-cha die Einführung. Auch die darauffolgenden Regierungen unter Srettha Thavisin und Paetongtarn Shinawatra vertagten das Projekt, um die Einreisebedingungen für Touristen zu erleichtern oder auf schwankende Besucherzahlen zu reagieren.

Geteilte Meinung über Nutzen der Abgabe

Innerhalb der Tourismusbranche sind die Meinungen zur Abgabe geteilt: Während der Tourism Council of Thailand (TCT) die Gebühr begrüßt und jährliche Einnahmen von über 11 Milliarden Baht bei Vorpandemie-Niveau prognostiziert, warnt der thailändische Hotelverband (THA) vor einer möglichen Abschreckung von Reisenden in einer Phase der noch nicht vollständigen Erholung.

Versicherungspflicht sorgt für Kritik

Das geplante System, unterstützt durch Krungthai Bank, sieht eine Online-Vorabzahlung vor und beinhaltet eine verpflichtende Versicherung für 30 Tage, die unter anderem bis zu 1 Million Baht im Todesfall abdeckt. Viele Touristen kritisieren dies als überflüssig, da sie bereits private Reiseversicherungen besitzen. Zudem äußern Branchenvertreter Zweifel an der Transparenz und der Einbindung des Privatsektors in die Verwaltung des touristischen Entwicklungsfonds, der auf jährliche Einnahmen von rund 10 Milliarden Baht geschätzt wird.

Bislang deutet wenig darauf hin, dass die aktuelle Regierung die Einführung der Tourismusabgabe innerhalb der verbleibenden Amtszeit vorantreiben wird.

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Stefan Weilhartner 11.11.25 01:40
Touristen abwehren...
... kann man anscheinend noch viel besser, wenn man über Alkoholverbote diskutiert, die so kompliziert sind, dass man auf jeden Fall schon mal 10.000 THB Strafe einplanen kann.
Norbert Mayer 09.11.25 23:40
Wie schon gestern - keine Zeile wert
Wie schon gestern bei der Erhöhung der Steuer bei der Ein-/Ausreise um je 10 Baht ist auch dieser "Kosterfaktor" doch eigentlich keine Zeile wert. Die angedachten 300 Baht = 8€/SFr sind doch im Gesamtbild der Reise und des Aufenthaltes so gering, daß daran keine Reise scheitern kann - da machen schon die ständigen Kursschwankungen weit größere Differenzen aus. Wir Besucher/Farangs sollten den Ball daher doch ganz flach halten.
Roger Matzinger 09.11.25 23:33
Behandlungskosten
"Bereits vor der Pandemie hatten öffentliche Krankenhäuser jährlich zwischen 300 und 400 Millionen Baht für unbezahlte Behandlungskosten ausländischer Patienten aufgewendet."
Nach meinen Erfahrungen bekommt man als Farang keine medizinischen Leistungen ohne Kreditkarte. Also woher diese unbezahlten Kosten?
Meier jun. Ernst 09.11.25 23:33
Tourismus Steuer
Ja genau, so wie ich es erwartet habe. Ein hin und her und wird dann doch wieder einmal etwas gemacht dann bestimmt das verkerte. Was ist denn noch im Gespräch. Flughafen Steuer, Luftraum Steuer und und. Alles ist im Gespräch zur Erhöhung. Klar, der Tourismus soll etwas bezahlen doch es muss einfach sein und nicht kompliziert. Eine Versicherung brauchen die meisten Leute nicht. Dort wo es in Ländern obligatorisch ist eine Krankenversicherung zuhaben schon gar nicht, denn viele sind überversichert. Die Spitäler können es ja machen wie die Franzosen. Bist du Ausländer dann zuerst Kreditkarte Kopieren oder eine Anzahlung leisten.
Wir, meine Frau und ich haben zusätzlich zur Krankenkasse z.b eine Internationale Reisversichicherung die Alles dekt von Spitalkosten über Rückführung usw. Darum brauchen wir keine zusätzlichen Versicherungen. Etwas in eine Tourismus Steuer die dem Land zugute kommt habe ich kein Problem, doch es sollte einfach zu bezahlen sein.
Thomas Kaercher 09.11.25 22:50
...jetzt wäre doch die richtige Zeit...
...um auch die Visa Regeln für Touristen zu verschärfen, dann klappt das auch ganz sicher mit den touristischen Zielen und von der TAT erträumten Wunscheinnahmen ! 555
Dracomir Pires 09.11.25 15:20
Jede Steuer ...
... schreckt ab. Das sollten eingentlich alle Verantwortlichen wissen.
Ingo Kerp 09.11.25 12:10
Die Einführung der Tourismussteuer verzoegert sich, wie man liest. Es scheint derzeit allerdings so, als wenn sich vieles in diesem Land verzoegert, da keine klare politische und wirtschaftliche Linie erkennbar ist. Ob sich das nach den Wahlen im März des kommenden Jahres ändert, das steht in den Sternen. Man darf in Thailand noch nicht mal voraussetzen, das der Wahlsieger auch der Sieger bleibt, wie schon geschehen.

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