Thailands soll Reformkurs einschlagen

Bankenverband mahnt Investitionen in Technik und Arbeitskräfte

Payong Srivanich fordert Reformen und Investitionen, um Thailands Wirtschaft für die Zukunft zu stärken. Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Payong Srivanich fordert Reformen und Investitionen, um Thailands Wirtschaft für die Zukunft zu stärken. Foto: epa-efe/Narong Sangnak

BANGKOK: Die öffentliche Wirtschaftspolitik sollte sich vorrangig auf die formelle Wirtschaft und die Stärkung der thailändischen Arbeitskräfte konzentrieren.

Dies forderte Payong Srivanich, Vorsitzender des Thai Bankers' Association (TBA), am Dienstag (15. Juli 2025) auf dem iBusiness Forum der „Manager“-Mediengruppe. Eine solche Ausrichtung könne die wirtschaftlichen Mechanismen stärken und die Einkommen der Bevölkerung in den kommenden fünf bis sieben Jahren erhöhen, so Payong.

JSCCIB berät mit BoT über Konjunkturhilfen

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Joint Standing Committee on Commerce, Industry, and Banking (JSCCIB) Gespräche mit der Bank of Thailand (BoT) über Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung geführt. Hintergrund sind wachsende Unsicherheiten infolge der von den USA verhängten Zölle, die sowohl Unternehmen als auch Haushalte betreffen dürften.

Krisen als Treiber für Strukturreformen

Payong betonte, dass die aktuelle Lage eine Chance für öffentliche wie private Akteure biete, umfassende Reformen anzustoßen. In der Vergangenheit hätten zahlreiche Länder globale Krisen genutzt, um ihre wirtschaftliche Struktur zu modernisieren. So sank das weltweite BIP während der Finanzkrise 2008/2009 deutlich, erholte sich jedoch rasch auf 4,5 Prozent im Jahr 2010, nachdem vielerorts Reformen umgesetzt worden waren. Ähnliche Entwicklungen waren nach der Pandemie 2020 zu beobachten, als Südostasien verstärkt in Strukturreformen investierte.

Schwachstellen der Wirtschaft beheben

Thailand habe diese Chancen bislang nicht genutzt, erklärte Payong. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um Reformen einzuleiten, insbesondere in den exportorientierten Branchen sowie im Produktionssektor, die besonders anfällig für US-Zölle seien. Zudem müssten lang bestehende strukturelle Schwächen adressiert werden.

Thailand hinkt bei Tech-Skills hinterher

Von zentraler Bedeutung sei die technologische Entwicklung, die nicht nur die Produktivität steigere, sondern auch die Qualifikation der Arbeitskräfte verbessere. Thailand liege hier im internationalen Vergleich zurück: 2024 rangierte das Land auf Platz 39 in Bezug auf digitale und technologische Kompetenzen, weit hinter Singapur (Platz 2) und auch hinter Indonesien (Platz 20) und Malaysia (Platz 36). Die Nutzung von ChatGPT liegt bei thailändischen Internetnutzern derzeit bei lediglich 6 Prozent, verglichen mit 17 Prozent auf den Philippinen und 14 Prozent in Malaysia.

Thailand investiert zu wenig in Innovation

Schließlich mahnte Payong eine deutlich höhere Investition in Forschung und Entwicklung (F&E) an, um Produktivität und das Pro-Kopf-BIP zu steigern. Derzeit beträgt Thailands F&E-Anteil weniger als 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

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