Thailand setzt auf grüne Rechenzentren

Investitionen sollen Bevölkerung und Umwelt nicht belasten

Thailand will den Ausbau von Rechenzentren vorantreiben, fordert dabei jedoch strenge Umweltstandards sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser- und Energieressourcen. Archivbild: epa/Aleksandar Plavevski
Thailand will den Ausbau von Rechenzentren vorantreiben, fordert dabei jedoch strenge Umweltstandards sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser- und Energieressourcen. Archivbild: epa/Aleksandar Plavevski

BANGKOK: Die thailändische Regierung hat bekräftigt, dass der derzeitige Boom bei Investitionen in Rechenzentren nicht zulasten der Bevölkerung, der Landwirtschaft oder der Umwelt gehen dürfe. Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek erklärte, dass die wachsenden Investitionen in Data Center ein deutliches Zeichen für Thailands Potenzial seien, sich als regionales Zentrum für digitale Infrastruktur zu etablieren.

Rechenzentren bildeten die Grundlage für Zukunftsbranchen wie Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz (KI), E-Commerce, Fintech-Dienstleistungen und weitere digitale Geschäftsmodelle. Dabei gehe es nicht nur um Gebäude oder Computersysteme, sondern um eine zentrale Infrastruktur für die moderne Wirtschaft.

Schnellere digitale Dienste für Firmen

Nach Angaben der Regierung ermöglichen Rechenzentren thailändischen Unternehmen einen schnelleren und effizienteren Zugang zu digitalen Dienstleistungen. Dies verringere Verzögerungen bei der Datenverarbeitung und stärke langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.

Gleichzeitig beobachte die Regierung die Entwicklung der Branche genau und prüfe sowohl die Eignung potenzieller Standorte als auch mögliche Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften. Besondere Aufmerksamkeit gelte dabei dem Wasserverbrauch, dem Energiebedarf sowie möglichen Umweltfolgen.

Ressourcenverbrauch im Blick behalten

Da Rechenzentren umfangreiche Kühlsysteme benötigen und große Mengen Strom verbrauchen, könnten sie bei unzureichender Planung zusätzlichen Druck auf lokale Ressourcen ausüben. Die Regierung unterstütze zwar den Ausbau der digitalen Wirtschaft, dieser dürfe jedoch nicht auf Kosten der Lebensqualität der Bevölkerung erfolgen, betonte Rachada.

Investitionen müssten daher klare Standards erfüllen, Wasser effizient nutzen und dürften weder die Trinkwasserversorgung noch die Landwirtschaft oder lokale Ökosysteme beeinträchtigen. Bei der Genehmigung neuer Projekte würden Faktoren wie Standorttauglichkeit, verfügbare Wasserressourcen, Strominfrastruktur, energieeffiziente Technologien, Wassermanagementpläne sowie Maßnahmen zur Überwachung nach Inbetriebnahme berücksichtigt.

Qualität statt Masse bei Investitionen

Die Regierung verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, qualitativ hochwertige und verantwortungsvolle Investitionen anzuziehen, anstatt lediglich möglichst hohe Investitionssummen ins Land zu holen. Thailand solle als Standort mit klaren Umweltstandards und einer wirksamen Aufsicht wahrgenommen werden.

Zu den wichtigsten Standortvorteilen des Landes zählen laut Regierung die strategische Lage in Südostasien, die digitale Infrastruktur, qualifizierte Arbeitskräfte sowie die wachsende Nachfrage im heimischen Markt. Gleichzeitig sei die Regierung bereit, gemeinsam mit den zuständigen Behörden Investitionen entsprechend der regionalen Voraussetzungen zu unterstützen und die Rechte betroffener Gemeinden zu schützen.

Technologie und Umwelt im Gleichgewicht

Langfristig strebt Thailand an, sich als vertrauenswürdiger Standort für Rechenzentren zu etablieren, an dem Investoren Planungssicherheit finden und technologischer Fortschritt nicht auf Kosten der Wasser- und Energiesicherheit oder der ökologischen Nachhaltigkeit geht.

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