BANGKOK: Thailand und Russland wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter ausbauen und die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Thailand und der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) vorantreiben. Dies war eines der zentralen Ergebnisse eines bilateralen Treffens zwischen Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Rande des ASEAN-Russland-Gipfels in Kasan.
Wie Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek mitteilte, dankte Anutin Russland für die Ausrichtung des Gipfels und bekräftigte die langjährigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Putin verwies darauf, dass Thailand und Russland im Jahr 2027 das 130-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen feiern werden. Beide Seiten vereinbarten zudem, die 9. Sitzung der thailändisch-russischen Gemeinsamen Kommission für bilaterale Zusammenarbeit im August in Moskau abzuhalten, um bestehende Kooperationen weiter auszubauen.
EAEU-Abkommen soll Handel fördern
Ein Schwerpunkt der Gespräche war die geplante Intensivierung der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EAEU, der neben Russland mehrere weitere Mitgliedstaaten angehören. Ziel ist es, Handels- und Investitionsmöglichkeiten zu erweitern sowie den Zugang zu neuen Märkten zu erleichtern.
Anutin erklärte, dass Thailand erhebliches Potenzial für eine Ausweitung des bilateralen Handels sehe, dessen Volumen derzeit bei rund 1,5 Milliarden US-Dollar (etwa 49 Milliarden Baht) liege. Der thailändisch-russische Wirtschaftsrat habe Interesse bekundet, die Ausfuhr von Konsumgütern auszubauen und neue Bereiche der Zusammenarbeit zu erschließen.
Investitionsforum wird fortgesetzt
Darüber hinaus erörterten die beiden Staatschefs die wirtschaftliche Zusammenarbeit insgesamt, darunter die Ergebnisse des Russisch-Thailändischen Investitionsforums im vergangenen Jahr sowie eine Folgeveranstaltung, die für Oktober geplant ist.
Thailand zeigte zudem Interesse an einer Zusammenarbeit in den Bereichen saubere Energie, Flüssigerdgas (LNG), Petrochemie und Düngemittel. Weitere Gesprächsthemen waren die Vertiefung der Beziehungen in den Bereichen Verteidigung, Gesundheitswesen, Informationssysteme, Wissenschaft, Technologie und Bildung.
Ein Vorbild für Deutschland.