Schwache Saison trotz Friedenshoffnung

Friedensabkommen dürfte Nachfrage kaum sofort beleben

Tuk-Tuks befördern Touristen durch Bangkok. Die Reisebranche blickt trotz vorsichtiger Hoffnung auf eine Entspannung der Lage im Nahen Osten weiter zurückhaltend auf die kommenden Monate. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Tuk-Tuks befördern Touristen durch Bangkok. Die Reisebranche blickt trotz vorsichtiger Hoffnung auf eine Entspannung der Lage im Nahen Osten weiter zurückhaltend auf die kommenden Monate. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Die Hoffnung auf eine baldige Entspannung im Nahostkonflikt sorgt in Thailands Tourismusbranche zwar für vorsichtigen Optimismus, eine rasche Erholung von Hotels und Fluggesellschaften wird jedoch nicht erwartet. Branchenvertreter verweisen auf die schwache Kaufkraft vieler Reisender und die anhaltend verhaltene Nachfrage während der diesjährigen Nebensaison.

Nuntaporn Komonsittivate, Leiterin des kommerziellen Bereichs bei Thai Lion Air, erklärte, dass die durchschnittliche Auslastung der Flüge im Juni und Juli im Vergleich zum Vorjahr gesunken sei. Viele Reisende seien nach den Ferienausgaben im April und Anfang Mai zurückhaltender geworden und schränkten ihre Ausgaben ein.

Kerosinpreise bleiben vorerst hoch

Sollten die USA und Iran wie erwartet eine Waffenruhe vereinbaren, würde sich die Lage zwar aufhellen. Dennoch dürften die Treibstoffpreise für Fluggesellschaften nicht sofort wieder auf das Niveau vor Ausbruch des Konflikts zurückkehren. Zwar seien die Rohölpreise bereits nahezu auf das Vorkriegsniveau gefallen, die Kosten für Flugtreibstoff reagierten jedoch deutlich langsamer.

Nach Angaben von Nuntaporn warten viele Fluggesellschaften zunächst auf eine offizielle Einigung und die vollständige Wiederherstellung der Transportwege, bevor sie ihre Planungen anpassen. Dazu zählen die Wiederaufnahme ausgesetzter Verbindungen sowie eine mögliche Ausweitung der Kapazitäten. Thai Lion Air habe seit Beginn des Konflikts im Golfraum die Sitzplatzkapazität um 15 Prozent reduziert und prüfe derzeit, ob sinkende Treibstoffkosten ab dem kommenden Monat Auswirkungen auf die Ticketpreise haben könnten.

Schwächste Nebensaison seit Jahren

Auch die Hotellerie blickt zurückhaltend auf die kommenden Monate. La-iad Bungsrithong, Beraterin des Vorstands der Thai Hotels Association, bezeichnete die Nebensaison 2026 als die schwächste seit Jahren. In Chiang Mai liege die durchschnittliche Zimmerauslastung derzeit lediglich zwischen 40 und 45 Prozent, an einigen Standorten sogar nur bei rund 35 Prozent.

Anders als in früheren Jahren seien alle Hotelkategorien betroffen. Selbst Fünf-Sterne-Häuser, die üblicherweise stabile Buchungszahlen verzeichnen, meldeten einen Rückgang. Drei- und Vier-Sterne-Hotels litten vor allem unter der schwachen Inlandsnachfrage sowohl im Freizeitreise- als auch im Tagungssegment. Privatpersonen und Unternehmen konzentrierten ihre Ausgaben zunehmend auf notwendige Lebenshaltungskosten statt auf Reisen.

Luxushotels verlieren Fernreisende

Luxushotels wiederum verzeichneten weniger internationale Gäste, insbesondere aus Europa und den USA. Als Grund gelten die gestiegenen Flugkosten infolge höherer Kerosinpreise, die die Nachfrage in diesen Märkten gedämpft hätten.

Nach Einschätzung von La-iad dürften viele Reisende selbst bei einer raschen politischen Einigung zunächst abwarten, bis sich die Lage dauerhaft stabilisiert hat. Besondere Aufmerksamkeit richten die Hotelbetreiber daher auf die Buchungsentwicklung für Juli und August. In diesen Monaten steigt die Nachfrage üblicherweise durch Familien während der Schulferien sowie durch Langzeitgäste wie Rentner und digitale Nomaden.

Haushalte sparen bei Urlaubsreisen

Staatliche Maßnahmen zur Entlastung der Lebenshaltungskosten hätten bislang nur begrenzte Auswirkungen auf den Tourismussektor. Programme wie staatliche Zuschüsse für Haushalte würden vor allem dazu beitragen, alltägliche Ausgaben abzufedern, ließen jedoch kaum zusätzlichen Spielraum für Urlaubsreisen.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen legte die Zahl der Inlandsreisen in Thailand bis zum 31. Mai 2026 im Jahresvergleich um 1,77 Prozent auf 86,7 Millionen Reisen zu. Die meisten Besuche entfielen auf Bangkok, Chonburi und Kanchanaburi.

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Ingo Kerp 19.06.26 13:10
Eine offizielle Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran steht noch in den Sternen. Das bisherige Rahmenabkommen, das beide Seiten unterzeichnet haben und mit dem der Iran als eindeutiger Sieger vom Platz geht, bedeutet noch kein Ende der kriegerischen Auseinandersetzung. Zunichte machen könnte eine Waffenruhe die rechts extreme israelische Regierung unter Netanjahu, der sich weigert kriegerische Handlungen im Libanon einzustellen.

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