BANGKOK: Der thailändische Immobilienmarkt für ausländische Käufer hat im ersten Quartal 2026 deutlich an Dynamik verloren. Nach Angaben des Real Estate Information Centre (REIC) der staatlichen Government Housing Bank gingen Eigentumsübertragungen von Eigentumswohnungen an ausländische Staatsangehörige in allen wichtigen Bereichen zurück.
Als Hauptursachen nennt das REIC die schwächere Wirtschaftsentwicklung in Thailand und wichtigen Herkunftsländern der Käufer sowie eine zunehmende Zurückhaltung von Investoren.
Einbrüche bei Käufen und Transaktionen
Von Januar bis März wurden landesweit 3.241 Eigentumswohnungen an Ausländer übertragen. Das entspricht einem Rückgang von 17,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gesamtwert der Übertragungen sank um 17,9 Prozent auf 13,46 Milliarden Baht. Die übertragene Wohnfläche verringerte sich um 13,8 Prozent auf insgesamt 141.644 Quadratmeter.
Auch der Anteil ausländischer Käufer am gesamten Wohnungsmarkt ging zurück. Ausländer standen für 13,6 Prozent aller Eigentumsübertragungen bei Eigentumswohnungen und für 23,9 Prozent des gesamten Transaktionswertes.
Chinesische Käufer halten sich zurück
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei chinesischen Käufern aus, die seit Jahren die größte Käufergruppe auf dem thailändischen Wohnungsmarkt bilden. Ihre Eigentumsübertragungen sanken um 38,8 Prozent auf 906 Einheiten. Der Gesamtwert verringerte sich um 42,9 Prozent auf 3,49 Milliarden Baht. Nach Einschätzung des REIC belasten wirtschaftliche Probleme und eingeschränkte Liquidität in China die Kaufkraft vieler Interessenten. Dadurch würden Entscheidungen über Immobilienkäufe im Ausland häufig verschoben.
Trotz des Rückgangs bleiben Chinesen die größte ausländische Käufergruppe. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein Strukturwandel: Die Abhängigkeit des thailändischen Wohnungsmarktes von chinesischen Käufern nimmt ab, während andere Herkunftsländer an Bedeutung gewinnen.
Russische Käufer legen kräftig zu
Zu den Gewinnern zählen insbesondere russische Käufer. Sie erwarben 383 Wohnungen, was einem Anstieg von 33 Prozent entspricht. Der Transaktionswert legte sogar um 68,7 Prozent auf 1,67 Milliarden Baht zu.
Die stärkste Wachstumsrate unter den zehn wichtigsten Herkunftsländern verzeichnete Indien. Die Zahl der Eigentumsübertragungen stieg um 40 Prozent auf 63 Einheiten, der Gesamtwert um 23,9 Prozent auf 353 Millionen Baht. Auch Käufer aus Australien (+36,1 Prozent), Deutschland (+17,4 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (+13,0 Prozent) legten zu.
Inder kaufen groß und hochpreisig
Besonders auffällig ist laut REIC das Kaufverhalten indischer Investoren. Mit durchschnittlich 5,6 Millionen Baht pro Wohnung erzielten sie den höchsten durchschnittlichen Kaufpreis aller ausländischen Käufergruppen. Zudem kauften sie mit durchschnittlich 67,8 Quadratmetern die größten Wohnungen. Der Durchschnitt aller ausländischen Käufer lag bei 4,2 Millionen Baht pro Einheit und 43,7 Quadratmetern Wohnfläche.
Das REIC sieht darin einen Hinweis darauf, dass indische Käufer verstärkt größere und höherwertige Wohnungen erwerben, die sich stärker für die Eigennutzung eignen.
Weltwirtschaft bleibt entscheidend
Für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 erwartet das REIC, dass die Entwicklung des Ausländermarktes weiterhin stark von globalen Wirtschaftsbedingungen abhängen wird. Insbesondere die wirtschaftliche Lage in China, Schwankungen an den internationalen Finanzmärkten sowie die Kaufkraft ausländischer Investoren gelten als entscheidende Faktoren für eine mögliche Erholung des thailändischen Wohnungsmarktes.