THAI-Heroinfall: Alle Verdächtigen identifiziert

Internationales Drogennetzwerk reicht von Laos bis Australien

Das sichergestellte Heroin war in einer Stofftasche mit Thailand-Motiv verborgen. Bild: Australian Federal Police (AFP)
Das sichergestellte Heroin war in einer Stofftasche mit Thailand-Motiv verborgen. Bild: Australian Federal Police (AFP)

BANGKOK: Die thailändischen Behörden haben nach eigenen Angaben alle Mitglieder jener Drogenbande identifiziert, die eine Flugbegleiterin von Thai Airways für den Schmuggel von Heroin nach Australien eingesetzt haben soll. Dies teilte das Office of the Narcotics Control Board (ONCB) am Dienstag (7. Juli 2026) mit. Demnach seien sowohl die mutmaßlichen Drogenlieferanten in Laos als auch Kuriere in Thailand und die vorgesehenen Empfänger im Ausland namentlich bekannt.

Nach Angaben von ONCB-Generalsekretär Pol. Maj. Gen. Suriya Singhakamol steht die Gruppe mit insgesamt vier Fällen in Verbindung, bei denen Heroin zunächst in Bangkok sichergestellt wurde, bevor es nach Australien und Taiwan geschmuggelt werden sollte.

Flugbegleiterin weiter in Haft in Australien

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Fall der 26-jährigen Thai-Airways-Flugbegleiterin Meena. Sie war am 25. Juni 2026 nach ihrer Ankunft in Melbourne festgenommen worden, nachdem in den von ihr transportierten Tragetaschen rund 1,8 Kilogramm Heroin entdeckt worden waren. Die Frau befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft in Australien. Im Falle einer Verurteilung wegen Drogenschmuggels drohen ihr bis zu 25 Jahre Haft. Ihre erste Gerichtsverhandlung ist für den 14. September 2026 angesetzt. Nach Angaben ihrer Verteidigung bestreitet sie, von den versteckten Drogen gewusst zu haben.

Rauschgiftbande setzte auf Flugkuriere

Nach Einschätzung der Ermittler nutzte die Bande gezielt Flugbegleiter, private Gepäckkuriere, Studenten sowie Vielreisende, die gegen Bezahlung einen Teil ihres Freigepäcks für Dritte zur Verfügung stellten. Auf diese Weise sollte der Drogentransport unauffällig über internationale Linienflüge erfolgen.

Haftbefehle gegen Hintermänner

Pol. Maj. Gen. Suriya erklärte, dass voraussichtlich bereits in der kommenden Woche Haftbefehle gegen die identifizierten Verdächtigen beantragt werden sollen. Diese richten sich sowohl gegen die mutmaßlichen Drogenlieferanten in Laos als auch gegen Personen in Thailand, die den Schmuggel organisiert oder die Finanztransaktionen des Netzwerks abgewickelt haben sollen.

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