Goldpreis könnte Rekordhoch erreichen

Experten sehen bis Jahresende Potenzial bis zu 5.000 US-Dollar

Goldexperten rechnen bis Ende 2026 mit einem weiteren deutlichen Anstieg des Goldpreises. Foto: epa/Narong Sangnak
Goldexperten rechnen bis Ende 2026 mit einem weiteren deutlichen Anstieg des Goldpreises. Foto: epa/Narong Sangnak

BANGKOK: Führende Vertreter der thailändischen Goldbranche rechnen bis zum Jahresende 2026 mit einem weiteren deutlichen Anstieg des Goldpreises. Auf dem Thailand Gold Summit erklärten Marktteilnehmer, dass der Goldpreis unter günstigen Rahmenbedingungen die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze erreichen könnte. Als wichtigste Treiber nannten sie geopolitische Unsicherheiten, die weltweite Abkehr vom US-Dollar als Reservewährung sowie die steigende Nachfrage aus Asien und von jungen Anlegern.

Die Einschätzungen wurden während einer Podiumsdiskussion zum Thema „The New Gold Era: The Future of Global Finance“ vorgestellt. Teilnehmer waren Jitti Tangsithpakdi, Vorsitzender der Gold Traders Association, Nuttapong Hirunyasiri von MTS Gold sowie Tanarat Pasawongse von Hua Seng Heng.

Bis 2027 bis zu 100.000 Baht möglich

Nach Angaben von Nuttapong erwarten einige internationale Investmentbanken trotz jüngster Anpassungen ihrer Prognosen langfristig Goldpreise zwischen 5.000 und 6.000 US-Dollar je Feinunze. Sollte der Goldpreis bis Ende 2026 auf 5.000 US-Dollar steigen und der Wechselkurs bei etwa 33 Baht pro US-Dollar liegen, könnte der Preis für Gold in Thailand auf 78.000 bis 80.000 Baht je Baht-Gewicht klettern. Für das Jahr 2027 hält er bei einem Goldpreis von 6.000 US-Dollar sogar Kurse von bis zu 100.000 Baht für möglich.

Tanarat rechnet bis zum Jahresende ebenfalls mit einem Anstieg auf 4.900 bis 5.000 US-Dollar je Feinunze, erwartet zwischenzeitlich jedoch erhebliche Schwankungen im Bereich von 4.000 bis 4.200 US-Dollar. Als möglichen Auslöser für stärkere Marktbewegungen nannte er die US-Kongresswahlen am 3. November 2026.

Goldhandel wandert nach Asien

Ein zentrales Thema der Diskussion war die zunehmende Verlagerung des Goldhandels von westlichen Märkten nach Asien. Nach Einschätzung der Experten zählen China, Indien und Thailand inzwischen zu den wichtigsten Märkten für den physischen Goldhandel. Gleichzeitig würden zahlreiche Zentralbanken ihre Bestände an US-Staatsanleihen reduzieren und stattdessen ihre Goldreserven ausbauen. Hintergrund sei die wachsende Bedeutung der sogenannten Entdollarisierung sowie der Wunsch vieler Staaten nach Vermögenswerten ohne Gegenparteirisiko.

Auch das Anlageverhalten jüngerer Generationen verändert sich nach Ansicht der Experten deutlich. Rund 19 Prozent der thailändischen Generation Z sparen inzwischen in Gold und betrachten das Edelmetall zunehmend als zusätzliche Einkommensquelle und Inflationsschutz. Unterstützt werde dieser Trend durch den Ausbau moderner Handelsmöglichkeiten in Thailand – von Kleinstkäufen ab 0,5 Gramm bis hin zum regulierten Handel mit Hebelprodukten über die Thailand Futures Exchange (TFEX).

Experten warnen vor hohen Risiken

Trotz der optimistischen Prognosen warnten die Experten vor den erheblichen Risiken des Goldmarktes. Jitti verwies auf die starke Volatilität der vergangenen Monate. So hatte Gold in Thailand am 29. Januar 2026 mit 81.950 Baht ein Rekordhoch erreicht, bevor es zu einer deutlichen Korrektur kam. Anleger sollten daher ausschließlich Kapital investieren, auf das sie langfristig verzichten könnten, und den Einsatz von Fremdkapital auf das Zwei- bis Dreifache des eingesetzten Eigenkapitals begrenzen.

Zum Abschluss der Veranstaltung sprachen sich die Diskussionsteilnehmer für eine engere Zusammenarbeit zwischen Regierung und Privatwirtschaft aus. Durch eine abgestimmte Strategie könne Thailand seine Position als regionales Zentrum des Goldhandels weiter ausbauen und sich im Wettbewerb mit Finanzplätzen wie Singapur und Hongkong besser behaupten.

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