BANGKOK: Nach der Sicherstellung eines geschützten Helmhornvogels in Indien hat das thailändische Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP) Ermittlungen gegen ein mutmaßliches Schmugglernetzwerk eingeleitet. Der Vogel war an einem indischen Flughafen entdeckt und anschließend zur medizinischen Versorgung nach Thailand zurückgebracht worden.
Wie Sadudee Panpakdee, Direktor der Abteilung für Wildtierschutz und CITES, mitteilte, handelt es sich um ein ausgewachsenes weibliches Tier. Der Helmhornvogel wird derzeit in der Wildtierklinik des DNP versorgt. Obwohl der Vogel geschwächt ist, frisst er normal. Zudem zeigte er ein ungewöhnlich zahmes Verhalten, was nach Einschätzung der Experten darauf hindeutet, dass er über längere Zeit in Gefangenschaft gehalten wurde.
Helmhornvogel wird medizinisch versorgt
Tierärzte führen derzeit umfassende Gesundheitsuntersuchungen durch und entnehmen DNA-Proben. Anschließend soll der Hornvogel in ein größeres Gehege umziehen. Erst danach wollen die Behörden prüfen, ob eine spätere Auswilderung möglich ist.
Nach Angaben des DNP deuten die bisherigen Erkenntnisse auf ein organisiertes Schmugglernetzwerk hin. Die Ermittler untersuchen derzeit den Transportweg des Vogels. Auffällig seien unter anderem fehlende Gepäckanhänger sowie große Transportbehälter gewesen, die später auf Gepäckförderbändern eines Flughafens in Indien entdeckt wurden. Solche Behälter würden normalerweise die üblichen Sicherheitskontrollen durchlaufen.
Erster bestätigter Schmuggelfall
Nach Angaben der Behörde handelt es sich um den ersten bestätigten Fall, bei dem ein lebender Helmhornvogel von Thailand nach Indien geschmuggelt wurde. Als Motiv gilt die hohe Nachfrage wohlhabender Sammler und Käufer seltener Wildtiere.
Obwohl an Flughäfen Röntgengeräte eingesetzt werden, dienen diese nach Angaben der Behörden in erster Linie dem Aufspüren von Waffen und gefährlichen Gegenständen.
Schmugglern drohen harte Strafen
Sukhee Boonsang, Direktor des DNP-Büros für Wildtierschutz, erklärte, dass die Ermittlungen sich gegen alle Beteiligten richteten, die für die Jagd, den Besitz und den illegalen Export der streng geschützten Vogelart verantwortlich seien. Verstöße gegen das thailändische Wildtierschutzgesetz können mit Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren sowie Geldstrafen von bis zu 1,5 Millionen Baht geahndet werden.