Bangkok zieht Superreiche an

Studie sieht die „Big Mango“ als Vermögensstandort im Aufwind

Bangkok entwickelt sich zum am schnellsten wachsenden Vermögenszentrum Südostasiens. Foto: epa/Barbara Walton
Bangkok entwickelt sich zum am schnellsten wachsenden Vermögenszentrum Südostasiens. Foto: epa/Barbara Walton

BANGKOK: Bangkok entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten Standort für besonders vermögende Privatpersonen in Südostasien. Trotz anhaltender wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten gewinnt Thailand als Wohn- und Investitionsstandort für internationale Vermögende weiter an Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kommt der „World Ultra Wealth Report 2026“ des Analyseunternehmens Altrata.

Als „Ultra-High-Net-Worth Individuals“ (UHNW) gelten Personen mit einem Nettovermögen von mehr als 30 Millionen US-Dollar. Laut dem Bericht lebten im Jahr 2025 insgesamt 2.090 Menschen dieser Vermögensklasse in Thailand, davon 1.210 mit Hauptwohnsitz in Bangkok.

Boom bei Superreichen bis 2030

Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der UHNW-Personen in Bangkok auf rund 1.840 steigen. Dies entspräche einem Wachstum von mehr als 50 Prozent beziehungsweise einer durchschnittlichen jährlichen Zunahme von 8,7 Prozent.

Damit würde Bangkok unter den 100 größten Volkswirtschaften der Welt gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt den zwölftschnellsten Zuwachs bei besonders vermögenden Einwohnern verzeichnen und sich als am schnellsten wachsendes Vermögenszentrum Südostasiens vor Jakarta positionieren.

Vermögen meist selbst erwirtschaftet

Nach Einschätzung von Altrata beruht dieses Wachstum auf einer breiten wirtschaftlichen Basis. Zu den wichtigsten Branchen für den Vermögensaufbau zählen Immobilien, Hotellerie, Unterhaltung, Banken und Finanzdienstleistungen sowie unternehmens- und verbrauchernahe Dienstleistungen. Die Mehrheit der wohlhabenden Einwohner Bangkoks habe ihr Vermögen als Unternehmer selbst aufgebaut, häufig mit Unterstützung durch Familienkapital. Rein geerbtes Vermögen spiele hingegen nur bei weniger als zehn Prozent dieser Personengruppe die entscheidende Rolle.

Altrata sieht die Entwicklung als Ausdruck langfristiger struktureller Stärken. Faktoren wie stabile Institutionen, wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, Unternehmertum, leistungsfähige Kapitalmärkte und die Stärke der Landeswährung beeinflussten die Entwicklung vermögender Bevölkerungsgruppen stärker als kurzfristige Konjunkturschwankungen. Gleichzeitig investierten wohlhabende Unternehmer zunehmend grenzüberschreitend und verteilten Wohnsitze, Unternehmen und Vermögenswerte auf mehrere Länder.

Weltweit immer mehr Superreiche

Weltweit erreichte die Zahl der Ultra-High-Net-Worth Individuals im Jahr 2025 mit 556.850 Personen einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 14,4 Prozent und dem stärksten Wachstum seit 2017. Das gemeinsame Vermögen dieser Gruppe belief sich auf 63,8 Billionen US-Dollar. Bis 2030 rechnet Altrata mit rund 746.570 UHNW-Personen und einem Gesamtvermögen von etwa 85 Billionen US-Dollar.

Als wichtigste Wachstumstreiber der kommenden Jahre nennt der Bericht den technologischen Wandel, den Ausbau privater Kapitalmärkte sowie die Neuausrichtung der Weltwirtschaft durch Künstliche Intelligenz, die Energiewende und digitale Infrastruktur. Zusätzliche Chancen werden unter anderem in den Bereichen private Kreditfinanzierung, Netzwerkinfrastruktur, Verteidigungstechnologie, erneuerbare Energien, Biotechnologie und moderne Fertigung gesehen.

Centi-Millionäre wachsen besonders stark

Seit 2004 ist die Zahl der Ultra-High-Net-Worth Individuals weltweit um 255 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als die erwachsene Weltbevölkerung. Obwohl diese Gruppe lediglich rund 1,1 Prozent aller Millionäre ausmacht, kontrolliert sie 32 Prozent des weltweiten Millionärsvermögens. Besonders stark wächst die Zahl der sogenannten Centi-Millionäre mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar, deren Anzahl sich innerhalb eines Jahrzehnts nahezu verdoppelt hat.

Während Asien über eine vergleichsweise junge UHNW-Bevölkerung verfügt, weist Nordamerika den höchsten Altersdurchschnitt auf. Frauen stellen in Asien mit 13 Prozent den weltweit höchsten regionalen Anteil innerhalb dieser Vermögensgruppe. Bis 2040 dürfte ihr Anteil weltweit auf 19 Prozent steigen. Als Gründe nennt der Bericht die zunehmende Vermögensstreuung, bessere Chancen für Unternehmerinnen sowie wachsende Vermögensübertragungen zwischen den Generationen.

Delhi wird neuer Spitzenreiter

Nach Prognosen von Altrata wird Delhi bis 2030 weltweit die am schnellsten wachsende Metropole für Ultra-High-Net-Worth Individuals sein. Gemeinsam verfügen die besonders vermögenden Menschen weltweit über investierbare Vermögenswerte von rund 26 Billionen US-Dollar, geben jährlich etwa 282 Milliarden US-Dollar für Luxusgüter und Dienstleistungen aus und spenden rund 220 Milliarden US-Dollar für wohltätige Zwecke.

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