Thai-Etikette

​Callolo und seine Herzallerliebste - Eine humorvolle Geschichte 

Thai-Etikette

Zufällig traf ich vor einigen Tagen an einer Bar in Pattaya einen alten Kegelbruder aus Köln wieder. Helmut, 67 Jahre alt, war zum ersten Mal nach Thailand gekommen. Fast hätte ich ihn nicht wieder erkannt: Mit seinem durchgeschwitzten T-Shirt, der schmuddeligen kurzen Hose und den ausgelatschten Schlappen wirkte er eher wie ein Penner. Dabei erinnerte ich mich, dass er früher stets auf sein korrektes Äußeres großen Wert gelegt hatte. Auch wäre er früher nie mit einem Drei-Tage-Bart rumgelaufen. Aber auf meinen erstaunten Blick lachte er nur:

"Ich habe Urlaub, Mann, und ich fühle mich hier saumäßig wohl." Er sagte wirklich saumäßig und war sich der doppelten Bedeutung dieses Wortes wohl kaum bewusst, als er die Chang-Dose an den Mund setzte und das Bier seitlich daneben lief und über das T-Shirt und über seinen Bauch rann, dessen Umfang es mit einer schlachtreifen Sau jederzeit aufnehmen könnte.

Thai-Etikette
Thai-Etikette

"Weißt du," meinte er, "dass man hier auf jede Etikette verzichten kann und die Weiber trotzdem hinter dir herlaufen, das macht Thailand für mich zum Paradies." Naja, als wir das feine Restaurant betraten, in das er mich eingeladen hatte, wurde er höflich aber bestimmt hinauskomplimentiert. "Typisch, ein Europäer," sagte er, "ein Thai hätte das nie gewagt."

Trotz dieser Erfahrung war Helmut immer noch voller Begeisterung für dieses Land und so begab er sich kurz vor Ablauf seines Monats-Visum zur Immigration, um sich nach einem Jahresvisum zu erkundigen. Doch die Beamten dort ließen ihn wegen seines Outfit gar nicht erst eintreten. Es mangele ihm offensichtlich an Respekt vor einer Thai-Behörde, sagten sie.

Jetzt ist Helmut stinksauer. Morgen fliegt er nach Deutschland zurück, und er hat nicht vor, erneut nach Thailand zu kommen. "Dann gebe ich mein Geld eben auf Mallorca aus" sagt er. "Am Ballermann kann ich rumlaufen wie ich will, und kein Schwein stört sich daran."

Tja, und so hat Thailand wieder einen Qualitäts-Touristen weniger.

Callolo und seine Herzallerliebste und Angekommen in der Wirklichkeit

Callolo und seine Herzallerliebste

In 130 heiteren Kurzgeschichten hat Autor Carolus in zwei Büchern sich mit unterschiedlichen Erfahrungen, die sich aus dem Zusammenleben zwischen Thais und Farangs ergeben, verfasst. Die humorvollen Geschichten behandeln das Eheleben zwischen Nai und Callolo. Im Leben der beiden wird viel Toleranz abverlangt. Dass es trotzdem immer wieder ein Happy End geben kann, beweist der Autor, im ersten Buch, in vielen unerwarteten Entwicklungen. Im zweiten Werk hat der Autor seine „rosarote Brille“ abgenommen und erzählt auf ehrliche und gewohnt charmante Weise über Probleme und Schwierigkeiten, die in seiner nicht mehr ganz taufrischen Beziehung zu Nai entstehen.

Die beiden Taschenbücher können Sie im FARANG-Onlineshop bestellen.

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Horst Schumm 09.02.20 18:50
Ein wenig an den Haaren herbeigezogen
Hallo Callolo, manchmal lese ich Deine Geschichten ja gerne und schmunzele, aber hier hast Du, genauso wie Dein "Freund" Helmut wohl etwas daneben gefasst.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das Geschriebene so zugetragen hat.
Es stimmt wohl so: Klappern gehört zum Handwerk.
Aber möglichst auf einem etwas höheren Niveau. Bitte!!
Ulrich Herzog 09.02.20 18:46
Etikette
Es gibt aber viele Helmut's in Pattaya und nicht jeder kommt zur Einsicht und fliegt zurück.