Regierung schnürt neues Konjunkturpaket

Steueranreize und Förderprogramme sollen Tourismus und Wirtschaft beleben

Maßnahmenpaket der Regierung soll das Wirtschaftswachstum bis Jahresende um 0,4 Prozent steigern. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Maßnahmenpaket der Regierung soll das Wirtschaftswachstum bis Jahresende um 0,4 Prozent steigern. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Die thailändische Regierung hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket angekündigt, um Wirtschaft und Tourismus im Inland zu beleben. Die neuen Programme sollen zusätzlich zum bestehenden „Khon La Khrueng Plus“-Programm umgesetzt werden und das diesjährige Bruttoinlandsprodukt (BIP) um rund 0,4 Prozent steigern.

Finanzminister Ekniti Nitithanprapas erklärte nach der ersten Sitzung des neuen Wirtschaftspolitikausschusses am Mittwoch (15. Oktober 2025), dass das Gremium mehrere Initiativen gebilligt habe, um die zuletzt rückläufige Tourismusbranche zu stärken. In den vergangenen acht Monaten sei dieser Sektor um acht Prozent geschrumpft. Das Maßnahmenpaket soll kommende Woche dem Kabinett zur Genehmigung vorgelegt werden.

Drei steuerliche Anreize zur Belebung des Tourismus

Kernpunkte sind drei Programme: ein Steuerabzug für Reiseausgaben in Höhe von bis zu 20.000 Baht pro Person, eine beschleunigte Ausschüttung von Seminarbudgets staatlicher Einrichtungen sowie doppelte Steuerabzüge für Hotelrenovierungen. Der Steuerbonus gilt vom 29. Oktober bis 15. Dezember 2025 und erlaubt Abzüge für Reisen in Hauptprovinzen (einfach) sowie in Sekundärprovinzen (1,5-fach). Die zweite Maßnahme verpflichtet Behörden, bis Ende Januar 60 Prozent ihres insgesamt sechs Milliarden Baht umfassenden Seminarbudgets zu verwenden – deutlich früher als bisher –, um Investitionen und Wirtschaftswachstum zu beschleunigen. Außerdem werde geprüft, ob Unternehmen künftig Reiseausgaben für Mitarbeiterausflüge steuerlich geltend machen dürfen.

Doppelte Steuerabzüge für Hotelrenovierungen

Die dritte Maßnahme sieht bis März 2026 doppelte Steuerabzüge für Hotelrenovierungen in Sekundärprovinzen vor. Förderfähig sind unter anderem Ausgaben für Klimaanlagen, Solaranlagen und Abwasseraufbereitungssysteme. Weitere Vorschläge, etwa Steuererleichterungen für registrierte Unterhaltungsbetriebe, würden derzeit geprüft, so Ekniti.

Komitee setzt klare Vorgaben für Haushaltsmittel

Zudem legte das Komitee Zielvorgaben für den aktuellen Haushalt fest: 75 Prozent der Investitionsmittel und 93 Prozent der Fixbudgets sollen ausgeschüttet werden. Diese Werte dienen künftig als Leistungsindikatoren für staatliche Behörden. Von den Investitionsmitteln des laufenden Haushaltsjahres seien bislang nur 65 Prozent ausgezahlt worden, was rund 300 Milliarden Baht ungenutzter Gelder entspreche.

Neues Co-Payment-Programm soll Wirtschaft stützen

Regierungssprecher Siripong Angkasakulkiat erklärte, dass die geplanten Maßnahmen das Wirtschaftswachstum um 0,4 Prozentpunkte steigern dürften. Parallel dazu läuft die Registrierung für das neue „Khon La Khrueng Plus“-Programm, das laut Ekniti 88 Milliarden Baht in den Wirtschaftskreislauf einspeisen soll. Etwa 900.000 Händler und 20 Millionen Bürger sollen daran teilnehmen. Die Teilnehmer erhalten zwischen 2.000 und 2.400 Baht pro Person, mit einem täglichen Ausgabenlimit von 200 Baht über zwei Monate.

Ekniti sichert Datenschutz zu, mahnt Pflichterfüllung

Zum Thema Steuertransparenz betonte Ekniti, dass die im Rahmen des Co-Payment-Programms erhobenen Daten vertraulich seien. Dennoch sei die Entrichtung der Einkommenssteuer eine gesetzliche Pflicht. Premierminister Anutin Charnvirakul forderte den Ausschuss auf, sich auf schnell umsetzbare Maßnahmen zu konzentrieren, um kurzfristige wirtschaftliche Impulse zu erzielen.

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