BANGKOK: Chalerm Yoovidhya, Tycoon des Red-Bull-Energy-Drinks, hat eine Verleumdungsklage in Höhe von 50 Millionen Baht gegen einen Senator und einen Fernsehmoderator eingereicht. Der Vorwurf: In einer TV-Talkshow seien falsche Bestechungsvorwürfe geäußert worden. Diese hätten behauptet, dass die Familie Yoovidhya 300 Millionen Baht gezahlt habe, um ihren Sohn Vorayuth „Boss“ Yoovidhya vor strafrechtlicher Verfolgung zu schützen, nachdem dieser 2012 in Thong Lor einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hatte.
Ampol Kaewpan, der Rechtsanwalt von Chalerm, reichte die Klage am Dienstag (28. Mai 2024) vor dem Strafgerichtshof gegen den TV-Moderator Ubonrat Thaonoi und Pol Lt Gen Sanit Mahathavorn, einen Senator und ehemaligen Leiter des Metropolitan Police Bureau, ein. Sie fordern eine Entschädigung für den angeblichen Rufschaden.
Die Familie Yoovidhya, die laut Forbes-Liste vom Juli 2023 mit einem geschätzten Vermögen von 33,4 Milliarden Dollar zu den reichsten Thailands gehört, sieht sich durch die Aussagen der Sendung vom 29. Februar 2024 schwer beschädigt. Pol Lt Gen Sanit war eingeladen worden, um über den berüchtigten Fall von Fahrerflucht zu diskutieren, in den der Red Bull-Erbe Vorayuth verwickelt war.
Während der Ausstrahlung behauptete Sanit, dass die Familie Yoovidhya etwa 300 Millionen Baht gezahlt habe, um ihren Sohn aus der Haft zu halten – Behauptungen, die später auch auf TikTok verbreitet wurden. Ampol betonte, diese Anschuldigungen seien grundlos und hätten den Ruf der Familie Yoovidhya verzerrt und beschädigt.
Die Anwälte von Chalerm fordern nicht nur Schadenersatz, sondern auch öffentliche Entschuldigungen auf der Webseite der Nachrichtensendung, auf TikTok und in ganzseitigen Zeitungsanzeigen an sieben aufeinander folgenden Tagen. Zudem soll das fragliche Video unverzüglich von TikTok entfernt werden.
Die rechtlichen Auseinandersetzungen rund um Vorayuth Yoovidhya, der seit dem Unfall im September 2012 flüchtig ist, ziehen weiter ihre Kreise. Mehrere Anklagen gegen ihn wurden bereits fallengelassen; die letzte verbleibende Anklage wegen rücksichtslosen Fahrens mit Todesfolge ist noch bis 2027 gültig.
Die anhaltende rechtliche und öffentliche Kontroverse wirft ein Schlaglicht auf die Verflechtungen von Wohlstand, Einfluss und Justiz in Thailand.