CHIANG MAI: Angesichts anhaltend gefährlicher Luftverschmutzung sind in drei nordthailändischen Provinzen Katastrophengebiete ausgerufen worden. Betroffen sind Chiang Mai, Lamphun und Phayao. Die Maßnahme ermöglicht es den Provinzgouverneuren, Notfallmittel bereitzustellen und gezielt gegen die Folgen von Waldbränden, Dunst und Feinstaubbelastung vorzugehen.
Der Staatssekretär im Innenministerium, Unsit Sampuntharat, gab die Entscheidung am Samstag (4. April 2026) im Rahmen eines Lageberichts zur Situation in insgesamt 17 nördlichen Provinzen bekannt. Die Region ist seit Tagen von starker Luftverschmutzung betroffen.
Chiang Mai erneut weltweit „Spitzenreiter“
In Chiang Mai wurde die Belastung besonders deutlich: Die Stadt belegte laut der Schweizer Luftqualitätsplattform IQAir bereits den fünften Tag in Folge den ersten Platz weltweit unter den Städten mit der höchsten Luftverschmutzung. Am Samstagnachmittag lag der Luftqualitätsindex (AQI) bei 206 und damit im Bereich „sehr ungesund“. Die Konzentration von Feinstaubpartikeln (PM2,5) wurde mit 131 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen und lag damit weiterhin deutlich über dem in Thailand geltenden Grenzwert von 37,5.
Notstand in mehreren Provinzen ausgerufen
Die Notfallmaßnahmen betreffen mehrere Regionen: In der Provinz Chiang Mai Province wurden Katastrophengebiete aufgrund von Waldbränden in den Bezirken Hot, Samoeng, Doi Saket, Chiang Dao, Mae Wang, Mae Taeng und Mae Rim ausgewiesen. Insgesamt umfasst dies 40 Tambons, 338 Dörfer und 27 Gemeinden. In der Provinz Lamphun wurde im Bezirk Li ein Katastrophengebiet wegen der hohen Feinstaubbelastung erklärt, das acht Tambons und 99 Dörfer einschließt. Auch in der Provinz Phayao gelten in mehreren Bezirken – darunter Muang Phayao, Chun, Chiang Kham und Pong – Notfallregelungen aufgrund von Waldbränden und PM2,5-Werten.
Freigabe von Notmitteln für Behörden
Mit der offiziellen Einstufung als Katastrophengebiet erhalten die lokalen Behörden die Möglichkeit, Mittel gemäß den Vorschriften des Finanzministeriums für Katastrophenhilfe flexibel einzusetzen. Ziel ist es, Maßnahmen zur Eindämmung der Umweltbelastung zu finanzieren sowie Schäden an Leben und Eigentum koordiniert zu bewältigen.