Über ein Dutzend Tote bei Zugunglück
OAXACA: Der Zug entgleist an der schmalsten Stelle zwischen dem Pazifik und dem Golf von Mexiko. Fast 100 Menschen werden bei dem Unglück verletzt. Die Ursache ist noch unklar.
Bei einem Zugunglück im Süden von Mexiko sind mindestens 13 Menschen ums Leben kommen. Fast 100 weitere wurden bei dem Unfall im Bundesstaat Oaxaca verletzt, wie die Marine des lateinamerikanischen Landes mitteilte. Demnach wurden 36 der Verletzten von ihnen zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht.
Der Zug war auf der Strecke zwischen Salina Cruz und Coatzacoalcos auf der Landenge Isthmus von Tehuantepec entgleist. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren nach Angaben der Marine rund 250 Menschen an Bord. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Die Generalstaatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.
Die sogenannte Linie Z verbindet die rund 300 Kilometer voneinander entfernten Häfen Salina Cruz am Pazifik und Coatzacoalcos am Golf von Mexiko. Sie wird von der mexikanischen Marine betrieben. Eine Vorgängerstrecke war bereits Ende des 19. Jahrhunderts von dem deutschstämmigen Ingenieur Carl von Wagner errichtet worden.
Kurti gewinnt Neuwahl im Kosovo mit klarem Vorsprung
PRISTINA: Im zweiten Anlauf sichert sich der linke Reform-Premier eine Regierungsmehrheit. Albin Kurti beteuert, dass auf seine Mannschaft noch viel Arbeit warte.
Die Regierungspartei Vetevendosje von Ministerpräsident Albin Kurti hat die vorgezogene Parlamentswahl im Kosovo klar gewonnen. Nach Auszählung von fast allen Wahllokalen kommt die sozialdemokratische Formation auf 49,4 Prozent der Stimmen, wie die staatliche Wahlkommission in der Hauptstadt Pristina mitteilte.
Damit wird Vetevendosje (zu deutsch: Selbstbestimmung) im neuen Parlament fast die Hälfte der Sitze erhalten und könnte zusammen mit einigen Parteien der ethnischen Minderheiten über die Regierungsmehrheit verfügen, schrieb das Portal «koha.net». Es war die zweite Parlamentswahl in diesem Jahr. Sie wurde notwendig, weil es nach der letzten regulären Wahl am 9. Februar zu keinen klaren Mehrheitsverhältnissen gekommen war und sich Kurti mit keiner der Oppositionsparteien auf eine Koalition zu einigen vermochte. Zuvor hatte der 50-jährige Politiker praktisch allein regiert.
Nach Angaben der Wahlkommission kam die liberale Demokratische Partei (PDK) auf 21, die bürgerliche Demokratische Liga des Kosovos (LDK) auf 13,6 und die konservative Allianz für die Zukunft (AAK) auf 5,7 Prozent der Stimmen. Im kosovarischen Wahlsystem stehen der serbischen Minderheit zehn, den anderen Volksgruppen - unter ihnen Bosniaken, Türken und Roma - weitere zehn Mandate im 120-sitzigen Parlament zu.
Vetevendosje verbesserte sich im Vergleich zum Februar um sieben Prozentpunkte. Die PDK hielt ihren Stimmanteil, die LDK verschlechterte sich um mehr als vier Prozentpunkte. Die Wahlbeteiligung lag bei 45 Prozent und lag damit etwas unter der vom Februar (46,6 Prozent).
Treffen von Trump und Selenskyj ohne erkennbaren Durchbruch
PALM BEACH: Wolodymyr Selenskyj hat erneut Donald Trump getroffen. Doch klare Ergebnisse präsentieren die beiden nicht.
Das mit Spannung erwartete Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj in Florida ist ohne erkennbaren Durchbruch zu Ende gegangen. Auf die Frage, wann ein Deal möglich sei, sagte Trump bei der gemeinsamen Pressekonferenz: «Wenn es wirklich gut läuft, vielleicht in ein paar Wochen. Und wenn es schlechter läuft, länger. Und wenn es wirklich schlecht läuft, dann wird es nicht passieren.»
Selenskyj sprach von guten Gesprächen. «Wir haben vereinbart, dass sich unsere Teams in den kommenden Wochen treffen werden, um alle besprochenen Angelegenheiten abzuschließen.»
Briten planen Praktikumsjahre beim Militär
LONDON: Eine Wehrpflicht gibt es in Großbritannien seit Jahrzehnten nicht mehr. In Krisenzeiten denkt die Regierung aber über Möglichkeiten nach, trotzdem mehr junge Menschen für die Streitkräfte zu gewinnen.
Großbritannien plant einem Bericht zufolge die Einführung eines Überbrückungsjahres für junge Erwachsene bei den Streitkräften. Rund 150 junge Menschen sollen ab März 2026 für bis zu zwei Jahre rekrutiert werden, wie die Zeitung «i Paper» berichtete. Bewährt sich das Programm, soll es in der Folge auf bis zu 1.000 Teilnehmende pro Jahr ausgeweitet werden. Wie hoch die Bezahlung sein soll, ist noch unklar.
Eine Wehrpflicht gibt es in Großbritannien seit 1960 nicht mehr, es wird ausschließlich auf eine freiwillige Berufsarmee gesetzt. Im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine versucht die Regierung aber, die Wehrbereitschaft zu erhöhen.
Mit dem neuen Programm, das für die Army, Royal Navy und Royal Air Force unterschiedlich gestaltet werden soll, soll jungen Menschen ein «Einblick in die unglaublichen Fähigkeiten und Ausbildungsmöglichkeiten» im Militär gegeben werden, sagte Verteidigungsminister John Healey der Zeitung. Dass die Teilnehmenden an den «Gap Years» in aktive Einsätze entsandt werden, ist demnach nicht geplant.
Sturm in Skandinavien: Drei Tote in Schweden
LONDON: Sturm Johannes fegt durch Skandinavien. Tausende Haushalte sind betroffen, Fähren bleiben liegen, Züge stehen still. Drei Menschen kommen ums Leben.
Wintersturm Johannes hat am Samstag in Skandinavien für teils chaotische Verhältnisse gesorgt. In Schweden kamen drei Menschen ums Leben, wie die Nachrichtenagenturen TT und Ritzau berichteten. In Norwegen, Schweden und Finnland waren zwischenzeitlich über 140.000 Haushalte vom Strom abgeschnitten. Zwar ließ der Sturm am Sonntag nach, es kam aber weiterhin zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen.
In Schweden und Finnland wurden am Vormittag etliche Zugverbindungen gestrichen, auch viele Flüge fielen aus oder waren deutlich verspätetet. Die drei Toten im Alter zwischen 50 und 70 waren durch umgestürzte Bäume um Leben gekommen, wie TT meldete. Ein Stromversorger teilte mit, es werden wohl noch bis Montag dauern, ehe alle Kunden wieder mit Strom versorgt werden können.
Binnen Tagen: 830 Flüchtlinge erreichen Kreta
ATHEN: In diesem Jahr sind auf der griechischen Insel bislang rund 18.000 Flüchtlinge und Migranten angekommen - mehr als dreimal so viele wie im gesamten Vorjahr.
Binnen weniger Tage sind bei verschiedenen Rettungsaktionen südlich der griechischen Insel Kreta insgesamt rund 830 Flüchtlinge und Migranten aufgegriffen worden. Allein am Freitag waren es knapp 400 Menschen, berichteten griechische Medien. An den Einsätzen waren demnach Fischerboote und Patrouillenboote der griechischen Küstenwache und der EU-Grenzschutzagentur Frontex beteiligt.
Laut griechischer Küstenwache handelte es sich um Boote mit Dutzenden, teils mehr als 100 Menschen an Bord, darunter Minderjährige. Die Menschen seien vom libyschen Tobruk aus in See gestochen und hätten hohe Beträge für die gefährliche, rund 300 Kilometer lange Fahrt über das offene Meer gezahlt, teilte die Behörde mit. Mehrere Personen seien als mutmaßliche Schleuser festgenommen worden.
Kreta verzeichnet den Angaben der Küstenwache zufolge damit in diesem Jahr bereits mehr als 18.000 Flüchtlingsankünfte - im vergangenen Jahr waren es insgesamt rund 5.000.