Drohnen über Kernkraftwerk gesichtet
BRÜSSEL: Erneut werden Drohnen über kritischer Infrastruktur in Belgien gemeldet. Drei Drohnen sollen über ein Kernkraftwerk geflogen sein.
Erneut sind in Belgien Drohnen über kritischer Infrastruktur gesichtet worden - dieses Mal über einem Kernkraftwerk in der Nähe von Antwerpen. Dies habe keine Auswirkungen auf die Aktivität des Kraftwerks Doel gehabt, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Abend unter Berufung auf den Betreiber Engie. Insgesamt seien drei Drohnen gesichtet worden. Die Polizei wollte sich laut Belga nicht zu dem Vorfall äußern.
Zuvor waren den Angaben zufolge auch am Flughafen Lüttich erneut mehrere Drohnen gesichtet worden. Der Flugverkehr wurde daraufhin am Abend für eine knappe Stunde ausgesetzt.
Zuletzt waren in Belgien mehrfach Drohnen gesichtet worden, unter anderem bei der belgischen und von der Nato genutzten Militärbasis Kleine-Brogel. Unbestätigten Berichten zufolge ist der Luftwaffenstützpunkt einer der Orte in Europa, an denen US-Atomwaffen lagern. Auch an den Flughäfen Brüssel und Lüttich war zuletzt wegen Drohnensichtungen zeitweise der Verkehr eingestellt worden.
Das deutsche Verteidigungsministerium hatte vergangene Woche mitgeteilt, die Bundeswehr unterstütze Belgien bei der Drohnenabwehr. Belgien habe die Unterstützung beantragt.
Wadephul besucht Bolivien - Lithium wichtiges Thema
SANTA CRUZ/BERLIN: Außenminister Wadephul hatte Kanzler Friedrich Merz beim Gipfel der EU mit lateinamerikanischen Staaten in Kolumbien vertreten. Auf der nächsten Station geht es auch um wichtige Wirtschaftsthemen.
Außenminister Johann Wadephul trifft sich an diesem Montag in Bolivien mit Vertretern der neugewählten Regierung. In Santa Cruz will der CDU-Politiker mit dem als moderatem Reformer geltenden Präsidenten Rodrigo Paz Pereira sprechen. Neben einem Gespräch mit Außenminister Fernando Hugo Aramayo ist auch ein Treffen mit dem Gouverneur der Region Santa Cruz geplant. Die Stadt im Südosten Boliviens liegt etwa 550 Kilometer östlich des Regierungssitzes La Paz.
Wadephul will sich auch mit Wirtschaftsvertretern treffen. Die Bundesregierung strebt nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amtes einen Ausbau der Partnerschaft mit dem rohstoffreichen Land an. Es geht etwa um das für die Energiewende wichtige Lithium, das zur Batterieproduktion benötigt wird. Die Partnerschaft sei deswegen auch ein wichtiger Baustein für die Diversifizierung der deutschen Lieferketten, sagte der Sprecher.
Neue Regierung mit Herausforderung durch Wirtschaftskrise
Boliviens neuer Präsident Paz von der christdemokratischen Partei hatte im Oktober eine Stichwahl gewonnen. Die Wahl beendet eine fast zwei Jahrzehnte währende Ära linker Regierungen, die lange vom Machtkampf zwischen Ex-Präsident Evo Morales und dem scheidenden Staatschef Luis Arce von der linken Partei «Movimiento al Socialismo» (MAS) geprägt war. Paz ist mit erheblichen Herausforderungen wie einer Wirtschaftskrise konfrontiert. Der Binnenstaat, der ungefähr dreimal so groß wie Deutschland ist, aber nur etwa zwölf Millionen Einwohner hat, zählt zu den ärmsten Ländern Südamerikas.
Trump-Regierung ordnet Kürzung von Lebensmittelhilfen an
WASHINGTON: Seit 40 Tagen befinden sich die USA im Shutdown-Modus. Für Millionen Menschen ist unklar, wie viel Unterstützung sie für den Lebensmitteleinkauf bekommen. Die Lage ist chaotisch.
Im laufenden Haushaltsstreit hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Bundesstaaten angewiesen, staatliche Hilfsleistungen für den Lebensmittelkauf gekürzt auszuzahlen. «Soweit Bundesstaaten bereits vollständige Zahlungen für November übermittelt haben, war dies nicht autorisiert. Entsprechende Schritte müssen unverzüglich rückgängig gemacht werden», hieß es in einem Memo der zuständigen Behörde, die dem US-Agrarministerium untersteht.
Hintergrund ist ein juristisches Tauziehen darüber, wie viel Geld für das sogenannte Snap-Programm («Supplemental Nutrition Assistance Program») während des Shutdowns ausgezahlt werden darf, der nun bereits seit 40 Tagen andauert. Das Snap-Programm wird bundesweit finanziert, aber von den Bundesstaaten verwaltet.
Zuvor hatte ein Richter in Rhode Island vorläufig angeordnet, dass die Trump-Regierung die Leistungen in voller Höhe auszahlen muss - auch wenn dafür auf Notfallmittel zurückgegriffen werden müsste. Der Oberste Gerichtshof setzte diese Anordnung am Freitag jedoch zunächst aus, um einem Berufungsgericht mehr Zeit für die Prüfung des Falls zu geben. Damit blieb offen, ob und wann die vollen Leistungen tatsächlich wieder ausgezahlt werden.
Nach Regierungsangaben erhalten rund 42 Millionen Menschen Hilfen über das seit 1964 bestehende Programm - vor allem Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Ältere.
Gericht entscheidet über Sarkozys Freilassung aus Gefängnis
PARIS: Nicolas Sarkozy sitzt seit drei Wochen im Gefängnis. Nun prüft ein Pariser Gericht, ob der Ex-Präsident in der Libyen-Affäre vorerst freikommt.
Ein Berufungsgericht in Paris entscheidet am Montag (09.30 Uhr), ob der in der Libyen-Affäre inhaftierte frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy das Gefängnis wieder verlassen darf. Nach seiner Verurteilung zu fünf Jahren Haft war Sarkozy vor drei Wochen auf Anordnung des Gerichts zur vorläufigen Vollstreckung seiner Strafe in Haft gekommen, obwohl er gegen seine Verurteilung Berufung eingelegt hat. Die Anwälte des 70-Jährigen beantragten unverzüglich, dass er wieder auf freien Fuß kommt. Der Berufungsprozess wird im kommenden Frühjahr erwartet.
In der Libyen-Affäre geht es um den Vorwurf, dass für Sarkozys Präsidentenwahlkampf 2007 illegal Geld von der Führung des damaligen libyschen Machthabers Muammar Gaddafi geflossen sein soll. Zwar sah das Pariser Strafgericht dafür keine Belege. Es ging in seiner Urteilsbegründung aber davon aus, dass der Konservative und enge Vertraute auf jeden Fall versucht haben, sich Gelder des libyschen Machthabers zu verschaffen.
Das Gericht verurteilte Sarkozy deshalb wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Noch nie erhielt ein früheres Staatsoberhaupt in der jüngeren französischen Geschichte eine so harte Strafe. Sarkozy hat stets seine Unschuld beteuert.
UN-Klimakonferenz am Amazonas sucht Wege aus der Klimakrise
BELÉM: Rund 50.000 Teilnehmer aus mehr als 190 Staaten beraten in Brasilien über Lösungen für die Klimakrise. Worum geht es bei der UN-Klimakonferenz am Rand des gefährdeten Amazonas-Regenwalds?
In der brasilianischen Millionenstadt Belém im Amazonasgebiet beginnt am Montag die 30. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen. Die Gastgeber erwarten rund 50.000 Teilnehmer. Mehr als 190 Staaten beraten zwei Wochen lang, wie die Klimakrise und ihre fatalen Folgen eingedämmt werden können. Dies sind zum Beispiel häufigere und heftigere Dürren, Stürme, Waldbrände und Überschwemmungen. Zudem geht es um Forderungen armer Staaten nach mehr Geld, um sich an diese lebensfeindlicheren Bedingungen anzupassen.
Das Mammuttreffen findet zehn Jahre nach dem als historisch bejubelten Pariser Klimaabkommen statt. Damals hatte die Staatengemeinschaft verabredet, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das ist gescheitert, wie UN-Generalsekretär António Guterres auf einem vorgeschalteten Gipfel vor Dutzenden Staats- und Regierungschef als «bittere Wahrheit» festhielt. Die 1,5-Grad-Grenze werde spätestens zu Beginn der 2030er Jahre befristet überschritten - dies sei ein «moralisches Versagen und tödliche Fahrlässigkeit». Laut aktueller UN-Prognose steuert die Welt mit ihrer aktuellen Klimapolitik auf 2,8 Grad Erwärmung zu.
Bundeskanzler Friedrich Merz war am Freitag bei dem Klimagipfel. Der CDU-Chef forderte eine «globale Kraftanstrengung» im Kampf gegen die Erderwärmung und sagte neue Finanzmittel für den Schutz des tropischen Regenwalds zu. An einem neuartigen Milliardenfonds, der die Abholzung in Ländern wie Brasilien oder Kongo bremsen soll, werde sich Deutschland mit einem «namhaften Betrag» beteiligen.
Prozess um Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt beginnt
MAGDEBURG: Der Todesfahrer tötete sechs Menschen und verletzte mehr als 300 Kinder, Frauen und Männer. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten.
Fast elf Monate nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt kommt der Todesfahrer am Montag (9.30 Uhr) vor Gericht. Der inzwischen 51-Jährige raste am 20. Dezember 2024 in die Menschenmenge. Fünf Frauen und ein Kind starben, mehr als 300 Menschen wurden verletzt. Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg wirft Taleb al-Abdulmohsen in der Anklage unter anderem Mord in sechs und versuchten Mord in 338 Fällen vor.
Der Mann aus Saudi-Arabien wurde unmittelbar nach der Tat festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Er war 2006 nach Deutschland gekommen und vor der Todesfahrt im Maßregelvollzug in Bernburg (Salzlandkreis) als Arzt tätig.
Rund 180 Betroffene und Hinterbliebene nehmen als Nebenkläger am Verfahren teil. Es ist eines der größten Verfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Damit alle Betroffenen teilnehmen können, wurde eigens ein Interims-Gerichtsgebäude errichtet.
Mutter überfährt in Österreich aus Versehen Tochter
SCHÄRDING: Ein Moment der Unachtsamkeit endet in einer Tragödie: Wie eine Reifenwechselroutine in Schärding zum Albtraum für eine Familie wurde.
Eine Mutter hat in Österreich beim Zurücksetzen des Autos an der Garage ihre eigene Tochter überfahren. Die Einjährige wurde nach Angaben der Polizei in Oberösterreich so schwer verletzt, dass die noch an der Unfallstelle starb.
Das Unglück passierte gestern Abend im Bezirk Schärding, rund 20 Kilometer südlich von Passau in Niederbayern. Die Eltern wechselten die Reifen an ihrem Auto. Als sie fertig waren, setzte die 29-jährige Mutter das Fahrzeug von der Garageneinfahrt zurück. Dabei habe sie einen Knall gehört und sofort gestoppt.
Als sie ausstieg, habe sie gemerkt, dass ihre Tochter unter dem Wagen eingeklemmt war. Der Vater habe sofort begonnen, das Fahrzeug mit dem Wagenheber anzuheben. Herbeigerufene Sanitäter hätten das Mädchen trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen nicht mehr retten können.
Tsunami-Warnhinweis nach Erdbeben vor Japans Küste
TOKIO: Nach einem Erdbeben vor Japans Küste gilt für Teile von Honshu ein Tsunami-Warnhinweis. Was die Ankündigung bedeutet und welche Gebiete in Japan betroffen sind.
Nach einem starken Erdbeben im Pazifik weist die japanische Wetterbehörde Menschen in Teilen der Hauptinsel Honshu auf einem möglichen Tsunami hin. Den Angaben zufolge bebte die Erde am späten Nachmittag (Ortszeit) vor der Küste der nordöstlichen Präfektur Iwate in etwa 10 Kilometer Tiefe mit einer Stärke von 6,7.
Die US-Erdbebenwarte USGS verzeichnete für das Beben Stärke 6,8. In der Folge registrierten die Seismologen weitere Erdstöße darunter auch einen mit Stärke 6,4.
Für Iwate galt ein Tsunami-Warnhinweis, was in der Klassifizierung der nationalen meteorologischen Behörde noch unter einer Warnung liegt. Menschen sind damit aufgefordert, sich von Küsten und Flussmündungen fernzuhalten. Für die maximale Höhe der Flutwelle erwartete die Behörde etwa einen Meter.
Japan liegt in einer erdbebengefährdeten Region. Immer wieder kommt es rund um seine Inseln zu Erdstößen. Im Juli hatte ein heftiges Erdbeben vor der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten Russlands Flutwellen bis an Japans Pazifikküste gebracht.