«Rzeczpospolita»: Machtübernahme durch AfD wäre Bedrohung für Polen
WARSCHAU: Die polnische Tageszeitung «Rzeczpospolita» schreibt am Montag zu wachsenden Popularität der AfD:
«Bei den Wahlen im östlichen Bundesland Sachsen-Anhalt strebt die AfD die alleinige Regierungsmacht an. Angesichts der wachsenden Unterstützung für diese Partei in ganz Deutschland würde dies das Ende der sogenannten «Brandmauer» gegenüber der AfD bedeuten. Die Übernahme auch nur eines Bundeslandes durch die AfD sowie die Aussicht auf eine mögliche Koalition mit ihr auf Bundesebene in der Zukunft werden die politische Polarisierung in Deutschland und die inneren Spannungen vorantreiben. Diesen Spannungen wird höchstwahrscheinlich die Einheit der deutschen Christdemokraten zum Opfer fallen.
Kurzfristig bedeutet dies politisches Chaos und die Destabilisierung Deutschlands und damit eine Schwäche, die andere Staaten in Europa, darunter auch Polen, ausnutzen könnten. Langfristig hingegen stellt eine Machtübernahme durch die AfD eine ernsthafte Herausforderung dar.
Die angekündigte kulturelle Gegenrevolution wird wahrscheinlich im Konflikt mit den staatlichen Strukturen, der Justiz und dem zum Radikalismus neigenden linken Teil der deutschen Gesellschaft stecken bleiben. Die Außenpolitik wird daher der einfachste Bereich sein, um interne Probleme auszugleichen und einen «neuen deutschen Stolz» aufzubauen. Und das der AfD nahe stehende Konzept einer deutschen Konsolidierung Mitteleuropas, das unweigerlich eine Rückkehr zu territorialen Fragen bedeutet, stellt für uns eine weitere Bedrohung dar.»
«Kommersant»: Indien unterbindet bunte Revolution
MOSKAU: Die Moskauer Tageszeitung «Kommersant» stellt die Jugendproteste in Indien in eine Reihe mit den sogenannten Farbrevolutionen in den Ex-Sowjetrepubliken. Das Blatt schreibt am Montag:
«Die Proteste der «Volkspartei der Kakerlaken», die das Land erschüttert hatten, haben nachgelassen, seit der in die Kritik geratene Bildungsminister Dharmendra Pradhan zurückgetreten ist. Er wolle den «antinationalen Kräften» nicht gestatten, politische Unruhen auszulösen und die Stabilität in der Gesellschaft zu untergraben. Die indischen Behörden zeigen sich entschlossen, das Szenario einer aus dem Ausland inspirierten «Orangenen Revolution» zu verhindern. Nach den massiven Jugendprotesten im Juli normalisiert sich die Lage in Neu-Delhi und anderen großen indischen Städten wieder. Sie waren die größte Herausforderung für Premierminister Narendra Modi, der das Land seit 2014 regiert.
«DNA»: AfD wird Anschlag ausnutzen
STRAßBURG: Zum Anschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin schreibt die französische Zeitung «Les Dernières Nouvelles d'Alsace» am Montag:
«(...) Die Zeit der «Willkommenskultur», in der Deutschland syrische Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen hatte, ist vorbei. Die schwarzen Schafe fallen immer mehr ins Auge als die tausenden von erfolgreichen Integrationsfällen. Selbst das multikulturelle Berlin leidet unter einem Kater. Nach Angaben des deutschen Geheimdienstes sollen 900 gewalttätige Islamisten in der Hauptstadt leben. Seit dem 7. Oktober haben sie neue Anhänger gewonnen - in einer Stadt, in der bestimmte Stadtteile von einer libanesischen Mafia unterwandert sind, die der Hisbollah nahesteht.
Umfragen sehen die rechtsextreme AfD bei den kommenden Landtagswahlen in Berlin im September an der Spitze. Natürlich wird die AfD den Anschlag ausnutzen, denn jedes Versagen der Behörden bringt ihr neue Wählerstimmen ein. Denn jeder Misserfolg erinnert den Staat an seine oberste Pflicht: den Schutz seiner Bürger.»
Schüsse auf Veranstaltungsgelände: Mehrere Tote in Seattle
SEATTLE: Bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat Washington werden mehrere Menschen von Schüssen getroffen. Die Rede ist von mehreren Toten und Verletzten. Die Polizei ruft dazu auf, die Gegend zu meiden.
In der Innenstadt von Seattle im US-Bundesstaat Washington sind mindestens zwei Menschen durch Schüsse getötet worden. Der Vorfall ereignete sich auf dem Veranstaltungsgelände des Seattle Center, wie die Polizei auf der Online-Plattform X mitteilte. Neben den zwei Todesopfern gebe es mehrere Verletzte, sagte eine Sprecherin der städtischen Feuerwehr US-Medien - darunter sei ein Kleinkind. Die Polizei rief die Bevölkerung auf, die Gegend zu meiden. Ob der oder die Täter gefasst wurden und welche Hintergründe das Gewaltverbrechen hat, war zunächst unklar.
Auf dem Gelände des Seattle Center, das im Zentrum der Stadt im Nordwesten der USA liegt, fand am Wochenende das «Bite of Seattle»-Festival statt - ein Food Festival mit Dutzenden Ständen, das nach Angaben der Organisatoren jedes Jahr mehrere hunderttausend Besucher anzieht. Die «Seattle Times» und andere Medien zitierten Augenzeugen, nach deren Schilderungen plötzlich Panik infolge der Schüsse ausgebrochen sei und verängstigte Menschen die Flucht ergriffen hätten.