Neues aus dem Ausland am Freitag

Die untergehende Sonne taucht die Skyline von San Francisco in warmes Licht – mit Salesforce Tower, Bay Bridge und dem Highway im Vordergrund. Foto: Unsplash/Zetong Li
Die untergehende Sonne taucht die Skyline von San Francisco in warmes Licht – mit Salesforce Tower, Bay Bridge und dem Highway im Vordergrund. Foto: Unsplash/Zetong Li

Menschen bei Erdrutsch in Westchina verschüttet

CHONGQING: Im Westen Chinas löst sich unerwartet ein ganzer Felshang ab. Eine Lawine aus Geröll begräbt Häuser und eine Straße unter sich. Die Menschen hatten noch versucht, zu fliehen.

Mehrere Menschen sind im Westen Chinas bei einem Erdrutsch verschüttet worden. Wie der Katastrophenschutz mitteilte, kam es am Vormittag (Ortszeit) zu einem Bergsturz im Kreis Pengshui, östlich der Metropole Chongqing. Das chinesische Staatsfernsehen verbreitete Aufnahmen des Berghangs, der an einer bewohnten Straße abgebrochen war. Ein weiteres Video zeigte Anwohner, die vor einer Staubwolke flohen.

Wie viele Menschen die Lawine aus Geröll unter sich begraben hat, ist noch unklar. Chinesische Staatsmedien berichteten unter Berufung auf die Behörden, dass mehrere Wohnhäuser verschüttet und Menschen eingeschlossen seien. Acht Verschüttete wurden demnach bislang gerettet.

Kurz vor dem Abbruch hätten Anwohner Steinschläge bemerkt, berichtete das Staatsfernsehen weiter. Während der folgenden Evakuierung von 60 Bewohnern sei die Gerölllawine abgegangen, hieß es.

Vor allem im regenreichen Sommer kommt es in China immer wieder zu Erdrutschen. Vergangenen Woche hatte ein Erdrutsch in der nordwestlichen Provinz Gansu nahe der Stadt Longnan 21 Menschen das Leben gekostet.


London: Verkaufsverbot für Energydrinks an unter 16-Jährige

LONDON: Schätzungsweise 100.000 Kinder in England konsumieren täglich mindestens einen koffeinreichen Energydrink. Dagegen will die Regierung jetzt mit einem Verbot vorgehen.

In England wird im kommenden Jahr der Verkauf von Energydrinks an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten. Das ab April 2027 gültige Gesetz gilt für Getränke, die mehr als 150 mg Koffein pro Liter enthalten, wie die Regierung mitteilte. Tee und Kaffee sind ausgenommen. Das Verkaufsverbot umfasst demnach alle Einzelhandelsumgebungen, etwa Geschäfte, Automaten und den Onlineversand.

«Koffeinreiche Energydrinks gehören nicht in die Hände von Kindern», sagte die für Fragen der öffentlichen Gesundheit zuständige Abgeordnete Sharon Hodgson. «Wir wissen, dass Tausende Kinder in England sie täglich konsumieren, aber die Belege sind eindeutig, dass dies Angstzustände verursachen, ihren Schlaf und ihre Konzentration beeinträchtigen und sich nachteilig auf ihre Bildung auswirken kann.»

Koffeinärmere Erfrischungsgetränke wie Coca-Cola und Pepsi sind nicht betroffen, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Kritik kommt von einem Branchenverband, der darauf verwies, dass sich die Mitglieder bereits seit 2010 verpflichtet hätten, Energydrinks nicht an unter 16-Jährige zu vermarkten oder ihren Verkauf an sie zu fördern. In Deutschland gibt es kein generelles Verkaufsverbot für Energydrinks, aber immer wieder Forderungen nach einer entsprechenden Gesetzgebung.


«Dagens Nyheter»: Europa muss von den USA hinterlassene Lücke schließen

STOCKHOLM: Die liberale schwedische Tageszeitung «Dagens Nyheter» schreibt zur Verteidigungspolitik der europäischen Nato-Staaten:

«Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben akzeptiert, dass der amerikanische Rückzug real und dauerhaft ist.

Während Trumps erster Amtszeit lautete die Devise «Amerikanisch kaufen, Schutz erhalten». Diese Strategie hat ausgedient. Viele europäische Staaten hinterfragen die Sinnhaftigkeit von Waffensystemen, deren Lieferungen, Ersatzteile und Software von einer Regierung kontrolliert werden, die keine Skrupel hat, ihre Verbündeten in Krisenzeiten zu erpressen. Die Idee, amerikanische Produkte zu kaufen und Schutz zu erhalten, verliert zunehmend an Überzeugungskraft, weil der amerikanische Schutz nachlässt. (...)

Doch das Problem zu erkennen, ist nicht dasselbe wie es zu lösen. Der Rückzug der amerikanischen Kapazitäten schreitet schneller voran als der Aufbau der europäischen. Die Kluft könnte ab dem nächsten Jahr ihren Höhepunkt erreichen. Dann könnte Russlands relativer Vorteil gegenüber Europa am größten sein, noch bevor sich unsere Investitionen in konkrete Lieferungen niederschlagen.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs gewinnen Zeit. Der erste Schritt besteht darin, die Situation nicht länger zu leugnen, und vielen Staaten ist dies gelungen. Der nächste Schritt ist schwieriger: die von den Amerikanern hinterlassene Lücke rechtzeitig zu schließen.»

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