Neues aus dem Ausland am Dienstag

Foto: Pixabay/Walkerssk
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Türkischer DW-Reporter erneut festgenommen

ANKARA: Der türkische Gerichtsreporter der Deutschen Welle, Alican Uludag, wird erneut in Ankara festgenommen. Der Journalist war erst kürzlich aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Der vor rund zwei Monaten aus der Untersuchungshaft entlassene türkische Reporter der Deutschen Welle (DW) Alican Uludag ist erneut festgenommen worden. Wie sein Anwalt der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, wurde der Journalist am Nachmittag in Gewahrsam genommen und zur Staatsanwaltschaft in Ankara gebracht. Der Grund für seine Festnahme ist bisher nicht bekannt.

Der türkische Journalist, der auf Berichterstattung über das türkische Justizsystem spezialisiert ist, war im Februar dieses Jahres verhaftet worden. Angeklagt wurde Uludag wegen Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und der Herabwürdigung der Türkei in wiederholten Fällen. Hintergrund sind unter anderem Äußerungen des Journalisten auf der Plattform X.

Im Mai wurde er am ersten Prozesstag aus der Haft entlassen, der Prozess soll nach Angaben seines Anwalts am 18. September fortgesetzt werden. Uludag hat die Vorwürfe gegen ihn stets abgestritten und nach seiner Entlassung erklärt, er werde weiterhin als Journalist tätig sein. Wie die Deutsche Welle damals mitteilte, sagte Uludag: «Wir haben nur eine Waffe, und das ist unser Stift. Diesen Stift werden wir niemals aus der Hand legen.»


Mehr aserbaidschanisches Erdgas für Deutschland

BERLIN: Mit Aserbaidschan Präsidenten Aliyev ist der Herrscher einer rohstoffreichen Kaukasusrepublik zu Besuch in Berlin. Bundeskanzler Merz vereinbart mit dem Gast deshalb zusätzliche Lieferungen.

Deutschland und Aserbaidschan wollen ihre wirtschaftlichen Beziehungen vertiefen. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev bei einem Treffen im Berliner Kanzleramt. Neben der Gründung eines gemeinsamen Wirtschaftsrates geht es dabei vor allem um die Lieferung von Erdgas und Erdöl aus der autoritär regierten Kaukasusrepublik.

Aserbaidschan sei eines der wenigen Länder in der Region mit einem Energie-Überschuss, erläuterte Merz. Deshalb sei es ein «interessantes Partnerland», um die Energieversorgung in Deutschland sicherzustellen. Wegen Russlands Überfall auf die Ukraine möchte die Bundesrepublik die Abhängigkeit von russischem Erdgas beenden und sucht deshalb nach Alternativen.

Seit Jahresbeginn fließt bereits aserbaidschanisches Gas nach Deutschland. Bislang ist eine jährliche Lieferung von 1,5 Milliarden Kubikmetern vereinbart. Aliyev stellte in Berlin eine größere Liefermenge in Aussicht, hält dafür allerdings zusätzliche Pipelines für erforderlich.


Aserbaidschan bestätigt Geheimdiplomatie in Baku

BERLIN: Seit Tagen gibt es Spekulationen, dass sich frühere deutsche Polit-Größen in Baku mit Putin-Vertrauten getroffen haben sollen. Jetzt liefert Aserbaidschans Präsident klare Indizien.

Am Rande eines Berlin-Besuchs hat Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev indirekt ein deutsch-russisches Geheimtreffen in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku bestätigt.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz berichtete Aliyev von entsprechenden Informationen seines Grenzschutzes.

Demnach waren der ehemalige sozialdemokratische Ministerpräsident des Bundeslandes Brandenburg, Matthias Platzeck, und der frühere christdemokratische Kanzleramtschef Ronald Pofalla am 12. Juli von Berlin nach Baku geflogen. An den Folgetagen seien dann der ehemalige russische Ministerpräsident Viktor Subkow und Russlands Menschenrechtsbeauftragter Waleri Fadejew angereist. Beide gelten als Vertraute von Kreml-Chef Wladimir Putin.

Seit Tagen gibt es Berichte über einen solchen Termin, aber keine offizielle Bestätigung. Auch Merz sagte auf eine entsprechende Journalistenfrage: «Mir ist von einem solchen Treffen nichts bekannt.» Aliyev hatte nach eigenen Angaben auch keine Informationen darüber aus Deutschland oder Russland erhalten. Er betonte aber: «Wenn dieses Treffen zum Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine beitragen sollte, können wir das nur begrüßen.»


Verdächtiger von Stade tot in Zelle gefunden

STADE: Nach den tödlichen Schüssen in einer Mutter-Kind-Einrichtung nahe Hamburg stirbt der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen von Suizid im Gefängnis aus.

Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen im norddeutschen Stade ist der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft gestorben.

Ein Mitarbeiter des Gefängnisses fand den 45-Jährigen leblos in seiner Zelle in Bremervörde, wie das Justizministerium des Bundeslandes Niedersachsen mitteilte. Ein Notarzt stellte am frühen Morgen den Tod des Gefangenen durch Strangulation fest.

Ermittler gehen den Angaben zufolge von Suizid aus, es gebe keine Hinweise auf ein Verbrechen. Die Angehörigen des Toten und der Opfer seien informiert worden.

Der Mann soll Ende Juni in einer Mutter-Kind-Einrichtung sechs Menschen getötet haben, darunter jeweils drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes Hannover und der Einrichtung in Stade nahe Hamburg. Hintergrund war nach bisherigen Erkenntnissen ein Sorgerechtsstreit um die zur Tatzeit drei Monate alte Tochter des mutmaßlichen Schützen. Die Polizei nahm den Verdächtigen nach der Tat fest und ermittelte wegen Mordes.


140 Menschen nach Boots-Vorfällen nahe Mauretanien vermisst

NOUAKCHOTT/GENF: Der von vielen Migranten genutzte Seeweg aus Westafrika zu den Kanarischen Inseln gilt als eine der gefährlichsten der Welt. Dutzende werden nach UN-Angaben nach jüngsten Vorfällen vermisst.

Nach mehreren Vorfällen mit Booten vor der Küste Mauretaniens sind dort nach UN-Angaben mehr 140 Menschen ums Leben gekommen oder werden vermisst. Die Flüchtlinge und Migranten hätten die gefährliche Überfahrt von Westafrika nach Europa versucht, teilte das UN-Flüchtlingswerk UNHCR heute mit. Die Route zu den Kanaren «bleibt eine der weltweit tödlichsten» wegen langer Strecken, der Bedingungen auf See, nicht seetauglichen überfüllten Booten und wenig Chancen auf schnelle Rettung.

In vergangenen Tagen meldeten Behörden in Mauretanien, dass ein aus Gambia gestartetes Boot mit etwa 160 Menschen an Bord in Seenot geraten sei. Nach mehr als drei Wochen Fahrt sei der Treibstoff ausgegangen. Schon nach zehn Tagen hätten die Menschen keine Lebensmittel und Wasser mehr gehabt, weshalb sie Meerwasser hätten trinken müssen. 37 Menschen seien gerettet worden und 120 weitere würden vermisst, teilte Mauretaniens Fischereiministerium mit.

Aus dem benachbarten Senegal war nach mauretanischen Angaben zudem ein Boot mit etwa 180 Menschen an Bord gestartet, die bei einem Einsatz der Küstenwache alle gerettet worden seien. UNHCR berichtete von mehr als 380 Menschen, die von einem weiteren und damit insgesamt drei Vorfällen im Laufe etwa einer Woche sicher an Land gebracht worden seien.

Auf den Kanarischen Inseln kamen dieses Jahr nach UN-Angaben bisher 4.400 Menschen bei irregulären Überfahrten an - ein Rückgang um etwa 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Rekordzahlen im Jahr 2024 war die Zahl bereits im vergangenen Jahr gesunken. Als Gründe gelten strengere Kontrollen und Abkommen der EU beziehungsweise Spaniens mit nord- und westafrikanischen Ländern.


Fähre und Frachter kollidieren in Hafen auf Kreta

CHANIA: Spektakulärer Unfall: Eine Fähre legt ab und prallt quasi ungebremst auf ein Frachtschiff, das gerade einfährt. Für die Touristen ein Schock - glücklicherweise ohne Verletzte.

Der private Videofilmer traut seinen Augen nicht: Ein lautes, anhaltendes Hupen, dann kracht eine ablegende Fähre im Hafen von Chania auf Kreta ungebremst in ein einlaufendes Frachtschiff. Der gewaltige Rumms hinterlässt große Dellen sowohl am Bug des Fährschiffs als auch an der Brücke des Frachters. «Unglaublich!», ruft der private Filmer, dessen Video in griechischen Medien viral geht. Verletzt wurde bei dem spektakulären Unfall glücklicherweise niemand, wie griechische Medien berichten.

Die beteiligte Fähre «Elyros» hatte auf ihrer planmäßigen Fahrt nach Piräus den Berichten zufolge 100 Passagiere, 32 Autos und 95 Lastwagen an Bord. Die Menschen mussten nach dem Unfall stundenlang an Bord im Hafen ausharren, denn nach solchen Unfällen muss erst eine technische Überprüfung der Fähre durchgeführt werden. Auch aus Versicherungsgründen treten die Hafenbehörden in solchen Fällen in Aktion: An Bord der Fähre sollen durch den starken Aufprall manche der im Rumpf des Schiffes geparkten Fahrzeuge aneinander geprallt sein, so dass Schäden entstanden.

Meeresverschmutzung trat nach Angaben der Behörden durch den Unfall nicht auf. Nun muss noch die Ursache der Kollision untersucht werden - ist es möglich, dass die Kapitäne den jeweils anderen nicht gesehen haben? Oder dachte der eine, der andere gewähre ihm Vorfahrt? Auf Kreta ist man gespannt über den Ausgang des kuriosen Unfalls.


Mindestens 23 Tote nach Unwetter in Afghanistan

KABUL: Heftige Regenfälle lösen in der Region Nuristan starke Überschwemmungen aus. Rettungskräfte suchen weiter nach Vermissten. Afghanistan gilt als besonders vom Klimawandel betroffen.

Nach heftigen Regenfällen sind in Afghanistan nach offiziellen Angaben mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. 80 Menschen seien verletzt und weitere 100 Menschen derzeit noch vermisst, meldete der afghanische Katastrophenschutz. Demnach halten Rettungseinsätze weiterhin an. Es gebe weitreichende Sachschäden.

Sturzfluten hatten am Montag Gebiete in der Provinz Nuristan im Osten des Landes erfasst. Videos zeigen, wie Gebäude unter den Wassermassen einstürzen. In der Region Nuristan spielt Tourismus eine wichtige Rolle. Sie wird wegen ihrer alpinen Landschaft häufig als die Schweiz Afghanistans bezeichnet.

Erst Ende März war es zu schwerwiegenden Überschwemmungen mit vielen Toten in Afghanistan gekommen. Das zentralasiatische Land gilt als besonders von den Auswirkungen vom Klimawandel betroffen. Wegen mangelnder Schutzvorrichtungen können Schäden von Starkwetterereignissen kaum abgefedert werden.


Messerangriff in Athen - Touristenpaar verletzt

ATHEN: Mitten im morgendlichen Trubel vor der berühmten Akropolis werden ein Mann und eine Frau plötzlich von einem Unbekannten attackiert und verletzt. Der Täter wurde gefasst.

Ein Mann hat nahe dem Eingang zur Touristenattraktion Akropolis in Athen mehrere Passanten mit einem Messer bedroht und anschließend ein Touristenpaar angegriffen und verletzt. Nach Berichten griechischer Medien wurde der mutmaßliche Täter festgenommen. Er soll ein der Polizei bekannter psychisch kranker 60 Jahre alter Mann sein, berichtete der griechische öffentlich-rechtliche Rundfunk ERTNews unter Berufung auf Polizeikreise.

Passantin meldet Mann mit Messer

Der Vorfall ereignete sich am Morgen gegen 8 Uhr Ortszeit. Eine Passantin rief die Polizei, nachdem sie einen Mann mit einem Messer beobachtet hatte, der Passanten bedrohte. Daraufhin rückten Einsatzkräfte in das Gebiet aus.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge griff der Mann anschließend ein Touristenpaar aus den USA offenbar unvermittelt an und verletzte beide. Demnach erlitt der Mann eine schwere Beinverletzung, die Frau wurde am Arm verletzt. Ein Rettungswagen brachte die Verletzten zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus. Sie seien beide außer Lebensgefahr.

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