Vier Verdächtige nach Explosion an US-Botschaft in U-Haft
OSLO: Eine Ladung Sprengstoff explodiert an der US-Botschaft in Oslo. Einige Tage später nimmt die Polizei drei Brüder fest. Jetzt kommen nicht nur sie in Untersuchungshaft.
Nach einer Explosion an der US-Botschaft in Oslo vor einer knappen Woche hat ein Gericht Untersuchungshaft für vier Verdächtige angeordnet. Es handelt sich dabei um drei Brüder und deren Mutter. Die Männer waren bereits am Mittwoch unter Terrorismusverdacht festgenommen worden, ihre Mutter am Freitag.
Einer der Brüder hat eingeräumt, die Sprengladung an der Botschaft platziert zu haben. Die anderen drei Verdächtigen bestreiten ein Mitwirken an der Tat. Das Gericht sieht aber die Gefahr, dass die Familie sich bei ihren Aussagen absprechen könnte. Laut dem norwegischen Rundfunk sind die Männer norwegische Staatsbürger mit irakischem Migrationshintergrund. Verletzt wurde bei dem Vorfall in der Nacht zum Sonntag niemand.
Drohnenangriffe auf Pakistans Hauptstadt Islamabad
ISLAMABAD: Im Konflikt der Nachbarländer greift Pakistans Luftwaffe in der Nacht Ziele im Landesinneren Afghanistans an. Jetzt folgen afghanische Drohnenangriffe auf Pakistans Hauptstadt Islamabad.
Die Spannungen zwischen Pakistan und Afghanistan haben sich nach gegenseitigen Angriffen verschärft. Am Rand der Hauptstadt Islamabad ist am frühen Abend (Ortszeit) eine Drohne in ein Gebäude eingeschlagen, bestätigten pakistanische Sicherheitskreise der Deutschen Presse-Agentur. Die Attacke habe einer Militäranlage gegolten. Zwei weitere Drohnen seien abgeschossen, ein Anwohner sei verletzt worden.
Afghanische Luftstreitkräfte hatten die Militäranlage am Knotenpunkt von Islamabad und der Garnisonsstadt Rawalpindi angegriffen. Das berichtete das afghanische Verteidigungsministerium auf der Plattform X. Der Angriff ist der erste in diesem Konflikt auf Ziele nahe der pakistanischen Hauptstadt.
In der vergangenen Nacht hatte Pakistans Luftwaffe Ziele im Landesinneren Afghanistans angegriffen. Laut der UN-Hilfsmission in Afghanistan (Unama) kam es zu mehreren Opfern. Mindestens vier Zivilisten seien bei Angriffen auf die Hauptstadt Kabul getötet und 14 weitere verletzt worden, teilte Unama auf X mit.
Die Luftangriffe markieren eine erneute Eskalation des Konflikts, der sich zuletzt auf die Grenzregionen der Länder beschränkt hatte. Die Kämpfe waren Ende Februar ausgebrochen. Islamabad wirft den islamistischen Taliban in Kabul vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Kabul weist dies zurück.
Deutsche am Olymp von Rudel wilder Hunde angegriffen
ATHEN: Ein Spaziergang am berühmten Olymp endet für eine deutsche Urlauberin im Krankenhaus. Warum plötzlich wilde Hunde zur Gefahr werden - und wie die Behörden jetzt reagieren.
Eine 61 Jahre alte deutsche Urlauberin ist in Griechenland während eines Spaziergangs in der Nähe des Berges Olymp von einem Rudel herrenloser Hunde angegriffen worden. Wie die griechische Nachrichtenagentur ANA weiter berichtete, erlitt die Frau Kopf- und Körperverletzungen und wurde ins Krankenhaus der Regionalhauptstadt Katerini gebracht und operiert. Sie befindet sich demnach auf der Intensivstation.
In Griechenland kommt es immer wieder zu ähnlichen Fällen, bei denen herrenlose oder ausgerissene Schäferhunde Rudel bilden. Die Staatsanwaltschaft von Katerini ordnete eine Untersuchung an. Der Vorfall ereignete sich laut griechischem Rundfunk bereits am Mittwoch.
Macron sieht keine Abkehr der USA von Russland-Sanktionen
PARIS: Die USA erlauben wegen steigender Ölpreise zeitweise Ländern, russisches Öl zu kaufen. Damit weichen sie zwar Sanktionen gegen Russland auf, doch Paris sieht keine Kehrtwende.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sieht in der vorübergehenden Lockerung von US-Sanktionen auf russisches Öl keine generelle Abkehr von den Strafmaßnahmen. Die USA hätten eine zeitliche begrenzte und an Bedingungen geknüpfte Abweichung verfügt, sagte Macron bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Paris. Diese nehme die von den USA selbst beschlossenen Sanktionen nicht nachhaltig und umfassend zurück. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das Vorgehen der USA kritisiert.
Macron betonte, bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7-Länder diese Woche sei es die gemeinsame Position gewesen, Sanktionen gegen Russland aufrechtzuerhalten. Merz hingegen sprach davon, dass sechs Länder sich sehr klar gegen eine Lockerung dieser Sanktionen ausgesprochen hätten. «Wir haben dann heute Morgen erfahren, dass sich die amerikanische Regierung offensichtlich anders entschieden hat.»
In der Nacht zum Freitag hatte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mitgeteilt, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Macron zufolge betonten die USA dabei selbst, dass die Sanktionen grundsätzlich weiter Bestand hätten.
Rekord bei Agrar- und Lebensmittelexporten aus EU
BRÜSSEL: Eine positive Nachricht für Exporteure: Aus der EU wurden 2025 besonders viele Lebensmittel ausgeführt. Allen voran Getreide, Milchprodukte und Wein.
Die Agrar- und Lebensmittelausfuhren aus der EU haben im vergangenen Jahr ein Rekordniveau erreicht. Die Europäische Union war mit 238,4 Milliarden Euro (+1 Prozent/+2,8 Milliarden Euro im Vergleich zu 2024) erneut der weltweit größte Exporteur in diesem Bereich, wie die Europäische Kommission mitteilte. Besonders Getreide, Milchprodukte und Wein wurden ausgeführt. Wichtigstes Zielland war weiter das Vereinigte Königreich. Die Agrarexporte in die USA und nach China nahmen ab, während die Importe aus diesen Ländern stiegen.
Insgesamt stiegen die Einfuhren von Lebensmitteln und Agrarprodukten nach Angaben der Behörde auf einen Rekordwert von 188,6 Milliarden Euro (+9 Prozent/+16,2 Milliarden Euro gegenüber 2024). Das sei vor allem auf gestiegene Importpreise zurückzuführen. Besonders viel Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze seien eingeführt worden. Der EU-Überschuss im Agrar- und Lebensmittelhandel sank angesichts dessen auf 49,9 Milliarden Euro (-21 Prozent/-13,3 Milliarden Euro gegenüber 2024).
Bronze: Wicker holt dritte Biathlon-Medaille bei Paralympics
TESERO: Vier Schießfehler in der Quali, null im Finale: Anja Wicker beweist in der Sprint-Verfolgung im Biathlon starke Nerven und sichert sich ihre dritte Paralympics-Medaille in Italien.
Para-Biathletin Anja Wicker hat dem deutschen Team bei den Paralympischen Spielen in Italien eine weitere Medaille beschert. Nach Bronze im Sprint und Silber im Einzel kam die 34-Jährige in der Sprint-Verfolgung als Dritte ins Ziel. Der Sieg ging an die US-Amerikanerin Kendall Gretsch vor Yunji Kim aus Südkorea.
Nach vier Schießfehlern in der Qualifikation blieb Wicker, deren untere Wirbelsäule fehlgebildet ist, im Finale fehlerfrei. «Wahnsinn. Nach der Quali habe ich heute nicht mehr mit einer Medaille gerechnet. Wenn ich im Finale nicht als Erste starten kann, habe ich eigentlich keine Chance», sagte Wicker nach dem Rennen. «Aber irgendwie bin ich über die Strecke geflogen. Ich hatte super Material und am Schießstand wirklich schnell und gut geschossen.»
Ihre 54 Jahre alte Teamkollegin Andrea Eskau kam nach zwei Fehlern auf Rang sieben.
Erdbeben der Stärke 5,5 in nordtürkischer Provinz Tokat
TOKAT: Viele Gebiete in der Türkei sind stark erdbebengefährdet. In der Nacht bebte die Erde in einer Provinz im Norden des Landes.
Ein Erdbeben der Stärke 5,5 hat in der Nacht zu Freitag die türkische Provinz Tokat im Norden des Landes erschüttert. Die Erschütterung war zudem in den benachbarten Provinzen Samsun, Amasya, Ordu und Sivas zu spüren, wie die Katastrophenschutzbehörde Afad mitteilte. Das Beben habe sich um 3.35 Uhr in einer Tiefe von 6,37 Kilometern ereignet. Es gebe derzeit keine negativen Auswirkungen, hieß es. Die Schulen und Kindergärten bleiben für einen Tag in Tokat geschlossen, wie das Gouverneursamt von Tokat auf X mitteilte.
In der Türkei befinden sich zahlreiche sogenannte Verwerfungen, also tektonische Zerreiß- oder Bruchstellen im Gestein. Vor allem die Millionenmetropole Istanbul ist stark erdbebengefährdet.