Mont-Blanc-Tunnel nach Bauarbeiten wieder geöffnet
CHAMONIX: Wochenlang mussten Autofahrer zwischen Frankreich und Italien mehr Zeit mitbringen. Nun ist der Mont-Blanc-Tunnel wieder frei.
Der Mont-Blanc-Autobahntunnel zwischen Frankreich und Norditalien ist nach Bauarbeiten wieder befahrbar. Am Abend war auf Webcam-Bildern auf der Tunnel-Webseite zu sehen, wie Autos durch die Mautstellen fuhren. Die Verkehrslage war in beide Richtungen normal, hieß es bei der Telefonhotline des Tunnels.
Die elf Kilometer lange Verbindung war wegen Arbeiten am Tunnelgewölbe 15 Wochen lang nicht passierbar gewesen. Autofahrerinnen und Autofahrer hatten Ausweichrouten nutzen und dafür deutlich längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen müssen.
Die Wiedereröffnung folgt auf Hunderte Sicherheitstest, die die Tunnelbetreiber in den vergangenen Wochen durchgeführt haben. Bereits im vergangenen Jahr war der Tunnel wegen Arbeiten am Gewölbe wochenlang gesperrt.
Der Mont-Blanc-Tunnel in den Alpen wurde 1965 eingeweiht. Damals war er der längste Straßentunnel der Welt.
USA heben Sanktionen gegen brasilianischen Bundesrichter auf
WASHINGTON: Die Vereinigten Staaten hatten einen brasilianischen Richter mit Sanktionen belegt - wohl wegen der Verurteilung des früheren Präsidenten Bolsonaros. Jetzt gibt es eine Wendung.
Die US-Regierung hat ihre Sanktionen gegen den brasilianischen Bundesrichter Alexandre de Moraes und dessen Ehefrau Viviane Barci de Moraes aufgehoben. Auch ihre Anwaltskanzlei, in der die Immobilien der Familie verwaltet werden, sei von der Sanktionsliste genommen worden, hieß es in einer entsprechenden Mitteilung. Warum die Maßnahmen gestrichen wurden, war zunächst unklar. Bislang waren Vermögenswerte der Personen in den Vereinigten Staaten wegen der Sanktionen eingefroren.
De Moraes hatte ein Strafverfahren gegen den früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro geleitet. Bolsonaro war daraufhin zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden.
US-Präsident Donald Trump - einem wichtigen Verbündeten Bolsonaros - war das sauer aufgestoßen: In den vergangenen Monaten verhängte er als Reaktion darauf Zölle von 50 Prozent auf zahlreiche Produkte aus dem südamerikanischem Land und belegte de Moraes und Menschen in dessen Umfeld mit Sanktionen.
«Alexandre de Moraes ist verantwortlich für eine repressive Kampagne der Zensur, willkürlicher Verhaftungen und politisierter Strafverfolgungen - unter anderem gegen den ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro», sagte US-Finanzminister Scott Bessent damals. Bolsonaros Sohn, der Abgeordnete Eduardo Bolsonaro, bedauerte die Entscheidung, die Sanktionen nun wieder aufzuheben, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.
400 Störche an Vogelgrippe verendet
MADRID: In Spanien sind rund 400 Weißstörche an einer hochpathogenen Variante der Vogelgrippe verendet. Feuerwehrleute kritisieren, die Behörden hätten zu spät reagiert.
Rund 400 Weißstörche sind in Spanien an der Vogelgrippe verendet. Die Kadaver seien Ende vergangener Woche südlich von Madrid am Fluss Manzanares in der Gemeinde Getafe gefunden worden, bestätigten die Behörden auf Anfrage. Die Vögel hätten das Virus vermutlich bei ihrem Flug aus Nordeuropa in wärmere Gefilde eingeschleppt. Auch in einigen anderen Gemeinden im Umland von Madrid seien an der Vogelgrippe gestorbene Tiere gefunden worden.
Während die Behörden zunächst von einer milden Variante der Vogelgrippe ausgegangen waren, die keinen Alarm erfordert, hätten weitere Tests ergeben, dass es sich um eine hochpathogene und damit meist tödliche Variante handelte. Dies sei inzwischen dem spanischen Warnnetzwerk für Tierkrankheiten (Rasve) und den betroffenen Gemeinden, allen voran Getafe, gemeldet worden, betonte das zuständige Amt. In Geflügelfarmen, für die Schutzmaßnahmen ergriffen wurden, seien keine Erreger gefunden worden. In ganz Spanien gilt bereits seit November Stallpflicht für Geflügel.
Feuerwehrleute, die mit der Bergung der Kadaver beauftragt waren, kritisierten die späte Warnung der Behörden. Die Gewerkschaft der Feuerwehrleute von Madrid forderte deshalb die Entlassung des regionalen Generaldirektors für Katastrophenschutz, Pablo Cristóbal Mayoral. Die Gesundheit der Bevölkerung und der im betroffenen Gebiet eingesetzten Feuerwehrleute sei ernsthaft gefährdet worden, schrieb die Gewerkschaft auf der Plattform X.
Prozess gegen Erdogan-Gegner Imamoglu beginnt am 9. März
ISTANBUL: Mehr als 2.400 Jahre Haft fordert die Staatsanwaltschaft für den Oppositionellen Imamoglu in der Türkei. Es ist mit einem jahrelangen Prozess zu rechnen.
Der Prozess gegen den inhaftierten türkischen Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu beginnt am 9. März. Die Verhandlung soll vor einem Strafgericht in Istanbul geführt werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Dem Gegner von Präsidenten Recep Tayyip Erdogan werden unter anderem die Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung sowie Bestechung und Geldwäsche vorgeworfen. Außer Imamoglu sind mehr als 400 weitere Menschen angeklagt.
Imamoglu galt als aussichtsreicher Herausforderer Erdogans bei kommenden Wahlen, als er im März 2025 festgenommen und als Bürgermeister von Istanbul abgesetzt wurde. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft fordert zusammengerechnet mehr als 2.400 Jahre Haft für Imamoglu. Seine CHP-Partei hat die Anklage als «politische Propagandaschrift» bezeichnet. Experten gehen davon aus, dass das Verfahren bis zu acht Jahre dauern könnte.
Frankfurt: Passagier mit über 11.000 Diamanten im Handgepäck
FRANKFURT/MAIN: Ein Mann fliegt von Angola nach Deutschland, dort fällt er dem Zoll auf. Was dann passierte.
Zollbeamte haben am Flughafen Frankfurt im Handgepäck eines Reisenden mehr als 11.270 Diamanten gefunden. Diese seien im doppelten Boden versteckt gewesen, teilten der Zoll und die deutsche Bundespolizei mit.
Der Wert der Diamanten war zunächst unklar, er muss von einem Gutachter ermittelt werden. Der 53-Jährige, der aus Angola nach Frankfurt geflogen war, sei festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht worden. Er hatte die Rohdiamanten demnach nicht wie vorgeschrieben bei seiner Einreise angemeldet, zudem habe er nicht das erforderliche Zertifikat vorweisen können.
Duo nach Opferstockdiebstählen in mehreren Ländern gefasst
ESCHENBACH IN DER OBERPFALZ: Ermittler in Deutschland und mehreren anderen Ländern arbeiten zusammen: Ein Pärchen steht im Verdacht, in zahlreichen Fällen Opferstöcke gestohlen zu haben - auch in der Oberpfalz.
Ein junges Duo soll für eine ganze Serie von Diebstählen aus Kirchenopferstöcken in Deutschland, Tschechien, Österreich und der Slowakei verantwortlich sein. Wie die federführende Polizeiinspektion Eschenbach in der Oberpfalz mitteilte, wurden der 20 Jahre alte Mann und die 21 Jahre alte Frau im November in Niederösterreich festgenommen. Sie befänden sich seither in einer Justizvollzugsanstalt in Österreich.
Ermittlungen zu zwölf Taten in der Oberpfalz
Die Polizei in der Oberpfalz hatte zunächst zu zwölf Taten zwischen Ende September und Ende Oktober ermittelt, die sie einem reisenden Pärchen zuordnete. Der männliche mutmaßliche Täter wurde dabei identifiziert, bereits vor der Festnahme erwirkte die Staatsanwaltschaft Weiden einen Haftbefehl gegen ihn.
Doch erst durch eine Zusammenarbeit mit Behörden in Tschechien, Österreich und der Slowakei konnte schließlich auch die mutmaßliche Täterin identifiziert werden. Den beiden werden in Österreich mehr als 40 Opferstockdiebstähle und mehrere andere Straftaten zur Finanzierung ihrer Sucht angelastet. Laut Polizei könnte das Duo auch für 20 Opferstockaufbrüche in der Slowakei und 19 weiteren Fällen in der Oberpfalz verantwortlich sein. Die Ermittlungen dauern laut Polizeiangaben an.
Auch Großraum Tokio von Erdbeben erschüttert
TOKIO: Die Erde in Japan kommt nicht zur Ruhe. Erneut kommt es zu einem Erdbeben, diesmal trifft es den Großraum Tokio. Eine Tsunami-Gefahr besteht jedoch zum Glück nicht.
Ein Erdbeben hat den Großraum der japanischen Hauptstadt Tokio erschüttert. Gefahr durch einen Tsunami infolge der Erschütterung der Stärke 4,9 bestand jedoch nach Angaben der nationalen Wetterbehörde nicht. Auch gab es zunächst keine Berichte über Verletzte oder Schäden. Das Beben ereignete sich am Abend im Süden der Präfektur Ibaraki in einer Tiefe von 50 Kilometern. Stunden zuvor hatte ein anderes Beben den Norden erschüttert.
Dieses Beben hatte eine Stärke von 6,7 und ereignete sich vor der Küste von Aomori in 20 Kilometern Tiefe. Doch gab es auch dort keine Berichte über Verletzte oder Schäden. Ein Aufruf der Behörde zu Vorsicht vor Flutwellen von bis zu einem Meter Höhe an den Küsten im Norden und Nordosten wurde später wieder aufgehoben. An der Küste Hokkaidos und der Präfektur Aomori waren zuvor Wellen von etwa 20 Zentimetern Höhe beobachtet worden.
Die Region im Norden war erst vor wenigen Tagen von einem Beben der Stärke 7,5 erschüttert worden. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt. Die Wetterbehörde warnte daraufhin, dass es in den folgenden Tagen zu einem weiteren, möglicherweise sogar noch stärkeren Erdbeben kommen könnte.
Großer Streik gegen Melonis Haushaltspläne
ROM: Die Haushaltspläne der Meloni-Regierung stoßen in Italien auf Widerstand - ein Streik soll fast alle Sektoren des öffentlichen Lebens betreffen: vom Nahverkehr über Schulen bis hin zu Kliniken.
In Italien hat ein großangelegter Streik gegen die Haushaltspläne der Rechtsregierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni begonnen. Von den Arbeitsniederlegungen ist vor allem der öffentliche Sektor mit seinen vielen Behörden betroffen: Gestreikt wird unter anderem in Schulen, Krankenhäusern sowie bei der Post. Auch der Nahverkehr ist in manchen Städten betroffen.
Der Protest - von Gewerkschaften als «Generalstreik» deklariert - richtet sich gegen den Haushaltsentwurf der Meloni-Regierung. Italiens größter Gewerkschaftsbund CGIL erklärte, die Pläne würden die «Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verschlechtern und Arbeiterinnen und Arbeiter, Rentnerinnen und Rentner, Jugendliche und Frauen treffen.»
Trotz geplanter neuer Ausgaben von 18 Milliarden Euro sieht CGIL zentrale Bereiche wie Gesundheitswesen, Schulen, Altenpflege, leistbares Wohnen und Nahverkehr als unzureichend berücksichtigt. Einige Maßnahmen werden von den Gewerkschaften außerdem als kleinteilig und ineffektiv kritisiert.
Meloni regiert in Rom seit drei Jahren an der Spitze einer Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien. Medienberichten zufolge soll über den Haushalt kommende Woche in der Abgeordnetenkammer beraten werden. Danach muss dieser in der zweiten Parlamentskammer, dem Senat, endgültig verabschiedet werden. Dies muss spätestens bis Jahresende geschehen.
Neue Flix-Fernzüge sollen ab 2028 an den Start gehen
BERLIN/MÜNCHEN: In den nächsten Jahren dürfte sich das Angebot für Fahrgäste im Schienenfernverkehr erhöhen. Der Bahn-Wettbewerber Flixtrain plant, seine Flotte zu vergrößern - inklusive neuer Züge ab 2028.
Der Bahn-Wettbewerber Flixtrain will ab 2028 nach und nach rund 65 neue Fernzüge des Herstellers Talgo auf die Schiene bringen. «Die ersten Züge sind bereits in der Produktion. Da sind wir genau im Zeitplan», sagte Flixtrain-Chef André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur. Bis wann sämtliche Züge ausgeliefert werden sollen, ließ er offen. «Der Hochlauf wird natürlich etwas dauern», sagte er lediglich. «Man bringt nicht von heute auf morgen 65 neue Züge ins Netz.»
Die aktuelle Flixtrain-Flotte besteht Konzernangaben zufolge aus 15 Zügen. Bis die neuen Einheiten kommen, setze das Unternehmen weiterhin auf modernisierte Gebrauchtfahrzeuge. Innerhalb der kommenden zwei Jahre werde sich die Sitzplatzkapazität in etwa verdoppeln, hieß es. Für Fahrgäste bedeutet das eine Ausweitung des bisherigen Fernverkehrsangebots. «Wir werden auf den großen Verbindungen einen Zwei-Stunden-Takt anbieten können», sagte der Manager.
Die Neufahrzeuge sollen dabei künftig das Rückgrat der Flix-Fernzugflotte bilden. Das Unternehmen hatte die 2,4 Milliarden Euro teure Bestellung der neuen Züge im Mai bekanntgegeben. Sie umfasst zunächst 30 neue Schnellzüge mit der Option auf 35 weitere. Diese Option wolle Flixtrain auf jeden Fall ziehen.