Netflix und Maya prägen Songkran

Stars, Smog und Party in Chiang Mai

Songkran 2026: Am Tha-Phae-Tor und an der Maya Mall treffen Wasserfest, Stars und Konzerte aufeinander. Foto: CityNews/Chiang Mai Citylife.
Songkran 2026: Am Tha-Phae-Tor und an der Maya Mall treffen Wasserfest, Stars und Konzerte aufeinander. Foto: CityNews/Chiang Mai Citylife.

CHIANG MAI: Am Tha-Phae-Tor treffen in diesem Jahr Massenwerbung und Tradition aufeinander. Netflix nutzt Songkran für eine große Aktion mit Stars. Gleichzeitig locken Konzerte an der Maya Mall Zehntausende. Im Hintergrund bleibt die Luftqualität problematisch.

Netflix erobert Tha Phae Gate

Der Streaming-Dienst Netflix hat den Platz am Tha-Phae-Tor in eine auffällige Erlebniszone verwandelt und begleitet das diesjährige Songkran-Fest mit der Kampagne „Songkran: Enjoy Thai Content to the Fullest on Netflix“. Vom 11. bis 15. April präsentiert sich der Anbieter dort mit einem großen Stand, einer Parade entlang des Stadtgrabens sowie täglichen Programmpunkten am späten Nachmittag. Im Mittelpunkt stehen lokale Serien und Filme, mit denen Netflix seine Präsenz in Thailand weiter ausbaut.

An drei Tagen – 11., 12. und 14. April – ziehen Stars wie Nattawin Wattanagitiphat, Chakelyn Muench, Arak Amornsupasiri und Tossapol Maisuk in einer Parade zum Tha-Phae-Tor, geben Interviews und beteiligen sich an Fan-Aktionen zwischen 17 und 18 Uhr, während das Bühnenprogramm bereits gegen 16.30 Uhr beginnt, berichtet CityNews. Damit entsteht am Osttor eine seltene Mischung aus traditioneller Wasserschlacht und moderner Markeninszenierung, die den Festivalcharakter des Areals deutlich verstärkt.

Kommerz statt Tradition?

Die aufwendige Präsenz eines globalen Konzerns mitten im historischen Zentrum stößt auf geteiltes Echo. Während junge Thais und Touristen das kostenlose Unterhaltungsprogramm gerne annehmen und die Songkran-Atmosphäre zusätzlich anheizen, sehen manche Einwohner die starke Kommerzialisierung des Neujahrsfestes kritisch. Sie befürchten, dass traditionelle Rituale und religiöse Elemente unter dem Druck von Sponsoren und Eventformaten zunehmend in den Hintergrund rücken.

Gleichzeitig arbeitet die Tourismusbehörde seit Jahren daran, Songkran zu einem internationalen Aushängeschild zu machen. 2026 setzt das Kulturministerium mit dem „Maha Songkran World Water Festival“ in Bangkok und offiziellen Schwerpunktstädten wie Chiang Mai, Khon Kaen und Chonburi auf eine klare Festivalstrategie, nachdem Songkran von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. Ziel ist es, Thailand dauerhaft als „Festival Destination“ zu positionieren und zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe zu generieren.

Zwischen Wasserfest und Smogalarm

Parallel zu den Feierlichkeiten kämpft die Provinz Chiang Mai im März und April erneut mit starker Luftverschmutzung infolge von Wald- und Flächenbränden. Bereits Ende Februar lagen die PM2.5-Werte in mehreren Bezirken über den thailändischen Grenzwerten, später wurden in der Stadt und den umliegenden Distrikten teils rote Alarmstufen mit Werten von über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter gemeldet. Behörden registrierten seit Jahresbeginn Tausende Brandherde in der Region.

Anfang April sprachen Medien von einer anhaltenden Smoglage über mindestens neun bis zehn Tage, die Sicht am Doi Suthep beeinträchtigte und Outdoor-Aktivitäten erschwerte. Zwar verbesserten sich die Werte stellenweise im Vergleich zu Extremjahren wie 2023, die Gesundheitsbehörden raten empfindlichen Gruppen aber weiterhin zu Vorsicht, insbesondere bei längeren Aufenthalten im Freien während der Hochphase von Songkran.

Maya Mall als Party-Hotspot

Während das Tha-Phae-Tor zum Schaufenster für Serien und Stars wird, hat sich der Bereich rund um das Maya Lifestyle Shopping Center an der Huay-Kaew-Road endgültig als moderner Party-Hotspot etabliert. Dort läuft vom 11. bis 15. April das „SF and SINGHA LIFE Present SINGHA SUMMER CLUB SONGKRAN FESTIVAL 2026“, das gemeinsam mit der Tourismusbehörde und lokalen Behörden organisiert wird. Auf dem Maya Square treten an fünf Tagen populäre Acts wie Indigo, Getsunova, Zom Marie, The Parkinson, Milli und Lipta auf.

Der Eintritt ist nach Angaben von Veranstaltern und Stadtführern frei, Besucher benötigen lediglich einen Ausweis für den Zugang zum Konzertgelände. Bereits am Nachmittag beginnen DJ-Sets und Shows, die bis in den späten Abend hinein laufen. Reiseführer und Lifestyle-Magazine zählen das Gelände um Maya, Nimmanhaemin Road und die angrenzenden Plätze inzwischen zu den lautesten und dicht gedrängten Zonen des Songkran-Festes in Chiang Mai.

„Dritter Wahnsinnstag“ am 15. April

Insbesondere der 15. April, der dritte offizielle Songkran-Tag in Chiang Mai, gilt bei vielen Besuchern als „dritter Wahnsinnstag“. Dann kulminieren die Wasserschlachten rund um den Stadtgraben mit den letzten großen Konzerten an der Maya Mall. Straßen und Kreuzungen im Umfeld sind regelmäßig verstopft, Pick-ups mit Wassertonnen, mobile Soundanlagen und dicht gedrängte Fußgänger sorgen für Festivalstimmung auf offener Straße. Social-Media-Videos bewerben den Bereich als einen der „verrücktesten“ Orte für Songkran in Nordthailand.

Nach Angaben der Tourismusbehörde und lokaler Medien setzt Chiang Mai mit dieser Kombination aus traditioneller Altstadt, Markenauftritten und großen Konzertbühnen darauf, sowohl inländische als auch ausländische Gäste stärker an die Stadt zu binden. Beobachter erwarten, dass der Wettbewerb um auffällige Songkran-Bühnen und Sponsoren in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird – zugleich dürfte die Stadt wegen der wiederkehrenden Smogproblematik stärker unter Druck geraten, Lösungen für die Luftqualität zu finden.

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